Suzuki fährt elektrisch – und bleibt dabei ganz Suzuki. Der neue e VITARA verbindet 183 PS, elektrischen Allradantrieb und eine ordentliche Portion Alltagstauglichkeit. Wir haben im Guten Tag Österreich Autotest den Stromer rund 500 Kilometer durch Stadt, über Landstraßen, Autobahn und kurvige Bergstrecken bewegt.
Suzuki und Allrad – das gehört seit Jahrzehnten zusammen. Jetzt kommt Strom ins Spiel. Mit dem e VITARA ALLGRIP-e Flash zeigt Suzuki, dass elektrische Mobilität nicht zwangsläufig auf Abenteuerlust verzichten muss. Zwei unabhängig arbeitende E-Achsen treiben die vier Räder an. Das Ergebnis: 183 PS, 307 Nm Drehmoment und ein Antrieb, der seine Kraft angenehm direkt auf die Straße bringt.
Wir haben den e VITARA rund 500 Kilometer unter unterschiedlichsten Bedingungen bewegt. Stadtverkehr war ebenso dabei wie Landstraße, Autobahn und kurvige Bergstrecken. Winterliche Bedingungen gab es bei unserem Test allerdings keine.
Straff unterwegs
Der erste Eindruck hinter dem Lenkrad: Der e VITARA fährt sich angenehm unkompliziert. Das Fahrwerk ist eher straff abgestimmt. Wer ein ausgesprochen weiches SUV erwartet, wird überrascht sein. Dafür liegt der Suzuki satt auf der Straße und vermittelt gerade auf kurvigen Strecken einen souveränen Eindruck.
Die Lenkung arbeitet leichtgängig und macht den e VITARA damit auch im Stadtverkehr angenehm handlich. Auf der Landstraße darf es dann gerne etwas flotter werden. Hier spielt der elektrische Antrieb seine Stärken aus.
Denn mit 183 PS und 307 Nm ist der e VITARA ALLGRIP-e Flash keineswegs zurückhaltend motorisiert. Er zieht kräftig durch und reagiert unmittelbar auf den Druck aufs Fahrpedal. Besonders beim Herausbeschleunigen aus Kurven oder beim Überholen macht sich der typische Vorteil des Elektroantriebs bemerkbar: Leistung ist ohne Verzögerung da.
Auch auf der Autobahn gibt sich der Suzuki souverän. Die Beschleunigung reicht problemlos für den alltäglichen Einsatz, und der Wagen vermittelt auch bei höherem Tempo einen sicheren Eindruck.
Zwei E-Achsen für den Allrad
Das Besondere am ALLGRIP-e steckt unter dem Blech. Statt eines klassischen mechanischen Allradsystems setzt Suzuki auf zwei unabhängige E-Achsen. Die vordere Achse leistet 128 kW, hinten kommen 48 kW hinzu. Insgesamt stehen 135 kW beziehungsweise 183 PS zur Verfügung. Das maximale Drehmoment beträgt 307 Nm.
Suzuki positioniert das System ausdrücklich für schwierige Untergründe. Beim Test auf trockenen Straßen konnten wir seine Winterqualitäten naturgemäß nicht überprüfen. Gerade bei Schnee und rutschigem Untergrund dürfte der elektrische Allrad aber ein interessantes Argument für jene sein, die auch in der kalten Jahreszeit regelmäßig unterwegs sind.
Für zusätzliche Traktion stehen beim ALLGRIP-e unter anderem Schnee- und Trail-Modus zur Verfügung. Dazu kommt eine Bergabfahrhilfe.
20,4 kWh in der Praxis
Auf dem Papier stehen beim e VITARA ALLGRIP-e Flash 16,6 kWh/100 Kilometer und eine kombinierte WLTP-Reichweite von 395 Kilometern.
In unserem rund 500 Kilometer langen Test zeigte der Bordcomputer allerdings einen Verbrauch von 20,4 kWh/100 Kilometer. Das ist angesichts des Mixes aus Stadt, Landstraße, Autobahn und Bergstrecken nicht überraschend, zeigt aber auch, dass zwischen Normwert und Realität ein deutlicher Unterschied liegen kann.
Für die Praxis bedeutet das: Mit einer Akkuladung sollte man nicht permanent mit den 395 Kilometern aus dem Prospekt rechnen. Wer häufig Autobahn fährt oder die Leistung des Allradlers gerne abruft, wird entsprechend öfter einen Ladestopp einplanen müssen.
Beim DC-Schnellladen benötigte unser Testwagen für den Bereich von etwa 20 bis 80 Prozent rund 40 Minuten. Für einen Zwischenstopp auf einer längeren Reise ist das ein durchaus einplanbarer Zeitraum.
Viel Platz – aber kein Kofferraumwunder
Innen zeigt sich der e VITARA angenehm erwachsen. Die Qualität des Innenraums hinterließ bei unserem Test einen guten Eindruck. Auch die Bedienung des Infotainmentsystems ist gelungen und gibt keine größeren Rätsel auf.
Das Platzangebot im Innenraum ist gut. Auch auf längeren Strecken sitzt man bequem. Die Sitze erwiesen sich bei unserem Test als langstreckentauglich – ein wichtiger Punkt, wenn der e VITARA nicht nur als Stadtfahrzeug eingesetzt werden soll.
Beim Kofferraum wird die Sache etwas weniger großzügig. Mit aufgestellten Rücksitzen stehen laut Hersteller je nach Position der verschiebbaren Rückbank 238 bis 310 Liter zur Verfügung. Werden die Rücksitzlehnen umgelegt, wächst das Volumen auf bis zu 1.052 Liter.
Unser Eindruck: Für den normalen Alltag reicht das, ein echtes Raumwunder ist der e VITARA beim Gepäck aber nicht. Gerade Familien mit viel Reisegepäck werden sich den vorhandenen Stauraum genauer ansehen müssen.
Flash heißt: ordentlich ausgestattet
Die getestete Flash-Version ist die höchste Ausstattungslinie. Serienmäßig an Bord sind unter anderem 19-Zoll-Alufelgen, eine 360-Grad-Kamera, adaptives Fernlicht, LED-Nebelscheinwerfer, Glasdach, kabelloses Smartphone-Laden, Lenkradheizung, Sitzheizung vorne sowie ein Infinity-Premium-Soundsystem von Harman.
Auch bei den Assistenzsystemen zeigt sich Suzuki großzügig. Adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Totwinkelwarner, Querverkehrswarner hinten und ein Fahrer-Monitoring-System gehören zur Ausstattung.
Im Alltag konnten uns die Assistenzsysteme überzeugen, weil sie angenehm arbeiten und nicht permanent mit unnötigen Eingriffen auf sich aufmerksam machen.
Was kostet der elektrische Vitara?
Der e VITARA ALLGRIP-e Flash steht in Österreich laut Jänner-2026-Preisliste mit 42.990 Euro in der Liste. Dafür gibt es den 61-kWh-Akku, 135 kW/183 PS und die umfangreiche Flash-Ausstattung.
Der e VITARA ist 4,275 Meter lang, 1,80 Meter breit und 1,635 Meter hoch. Der Radstand beträgt 2,70 Meter, die Bodenfreiheit 180 Millimeter. Das Eigengewicht des ALLGRIP-e liegt je nach Ausstattung bei rund 1.860 bis 1.899 Kilogramm.
Bei den Fahrleistungen stehen 7,4 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h im Datenblatt.
Unser Fazit
Der Suzuki e VITARA ALLGRIP-e Flash ist kein Elektro-SUV, das sich über spektakuläre Showeffekte definiert. Seine Stärken liegen vielmehr in der Kombination aus unkomplizierter Bedienung, kräftigem Elektroantrieb, souveränem Fahrverhalten und dem für Suzuki typischen Allradgedanken.
Der 183-PS-Antrieb passt gut zum Fahrzeug. Die Leistung ist jederzeit ausreichend, der Durchzug kräftig und auf kurvigen Strecken vermittelt der e VITARA ein souveränes Gefühl. Dazu kommen ein hochwertiger Innenraum, gut bedienbares Infotainment, angenehme Assistenzsysteme und Sitze, die auch längere Etappen problemlos mitmachen.
Weniger überzeugend ist der Kofferraum. Und auch beim Verbrauch muss man sich darauf einstellen, dass die Praxis deutlich vom WLTP-Wert entfernt sein kann. Unsere 20,4 kWh/100 Kilometer zeigen jedenfalls, dass 395 Kilometer Reichweite unter realen, abwechslungsreichen Bedingungen nicht automatisch die Regel sind.
Unterm Strich präsentiert sich der Suzuki e VITARA ALLGRIP-e Flash als alltagstauglicher Elektro-SUV mit echtem Allradcharakter. Wer einen kompakten Stromer sucht und auch bei schwierigen Straßenverhältnissen nicht auf vier angetriebene Räder verzichten möchte, findet hier ein interessantes Gesamtpaket.

