Ultimatives Fahrerlebnis: Der Ford Focus RS im Test

Der Focus RS ist das bisher schnellste RS-Modell von Ford und bietet jede Menge Fahrspaß. (Bildquelle: Thomas Resch)
Der Focus RS ist das bisher schnellste RS-Modell von Ford und bietet jede Menge Fahrspaß. (Bildquelle: Thomas Resch)

Es war für unsere Redaktion eine besonders freudige Botschaft, als wir von Ford die Nachricht erhielten, den neuen Focus RS testen zu können. Denn nicht alle Tage hat man die Möglichkeit das bisher schnellste RS-Modell zu pilotieren.

Der Ford Focus RS verfügt über einen 350 PS starken 2,3-Liter-EcoBoost-Turbobenziner samt Allradantrieb, sprintet in nur 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 266 km/h.

Diese Eckdaten begeistern natürlich jeden sportlichen Fahrer sofort. Den absoluten Katapulteffekt erzielt der Ford Focus RS jedoch in der „Launch Control“- Funktion. Sie konfiguriert Fahrwerks- und Antriebsparameter auf maximale Beschleunigung – und zwar bei allen Straßenverhältnissen. Der Fahrer aktiviert das System im Fahrzeugmenü, legt den ersten Gang ein, gibt Vollgas und lässt dann die Kupplung kommen. Das System regelt alles Weitere im Sinne des maximalen Vortriebs. Dies umfasst die optimale Verteilung des Motormoments innerhalb des auf Höchstleistung ausgelegten Allradantriebes. Dieser sichert dem Focus RS eine herausragende Traktion und massiven Grip der faszinierende Kurvengeschwindigkeiten zulässt, die wir noch bei keinem anderen Testfahrzeug erleben durften.

Vier Fahrmodi: Normal, Sport, Rennstrecke und Drift

In der Fahrmodus-Auswahl kann der Fahrer über eine Taste neben dem Schalthebel unter vier verschiedenen Programmen wählen, die unter anderem das Allradsystem, das ESC, die Lenkung, das Motoransprechverhalten und den Motorklang beeinflussen. Dämpfer- und ESP-Einstellungen lassen sich zudem über separate Schalter noch einmal individuell anpassen.

Das Fahrprofil „Normal“ eignet sich perfekt für die Fortbewegung im alltäglichen Verkehr in Kombination mit einem ausgewogenen Federungskomfort.

Die Einstellung „Sport“ wurde für den Einsatz auf öffentlichen Straßen entwickelt. Mit einem direkteren Ansprechen des Gaspedals und der Lenkung sowie einem aggressiveren Motorklang erfüllt sie die Erwartung dynamisch orientierter Fahrer und ermöglicht höhere Geschwindigkeiten am Kurvenausgang, da das Allrad-System in schnellen Passagen einen Großteil der Kraft länger an das äußere Hinterrad liefert.

Speziell für den Betrieb auf abgesperrten Pisten hat Ford die beiden anderen Fahrprofile ausgelegt. Im „Rennstrecken-Modus“ stellt sich das Allradsystem auf den schnellsten Weg durch Kurven ein und alle Parameter wechseln in die „Sport“-Einstufung – inklusive Dämpfer- und ESP-Programm, die sich jedoch manuell nochmals anpassen beziehungsweise auch komplett ausschalten lassen.

Ein besonderes Highlight ist die „Drift-Funktion“. Sie erlaubt ein dynamisches und gut kontrollierbares Übersteuern. Dabei leitet der Allradantrieb am Kurveneingang möglichst viel Kraft an das äußere Hinterrad, bevor das Motormoment beide Hinterräder erreicht und hierdurch das Lenken des Fahrzeugs mit dem Gaspedal erleichtert. Zugleich wechselt die Dämpfer- und Lenkungsabstimmung in die „Normal“-Position, damit Lastwechsel sanfter ausfallen und einfacher zu managen sind.

Das Fahrwerk: straff und sportlich

An der Vorderachse arbeitet im Focus RS eine McPherson-Federbein-Konstruktion in Verbindung mit einem neuen Achsschenkel-Design inklusive versteiften Anlenkpunkten und verkürzten Spurstangenköpfen. Auch die Multilink-Schwertlenker-Hinterachse entspricht prinzipiell den anderen Ford Focus-Modellen, allerdings wurde der Querstabilisator aus Platz- und Effizienzgründen ins Heck verlagert. Die Dual-Mode-Dämpfertechnologie ermöglicht einen deutlich größeren Einstellbereich als konventionelle Systeme. Im „Sport“-Modus sorgen sie für ein um 40 Prozent strafferes Fahrwerks-Set-up. Das Ergebnis ist eine außergewöhnlich satte Straßenlage und eine mögliche Querbeschleunigung von mehr als 1g – dies ist ein Wert, in den üblicherweise nur Supersport- oder Rennwagen vorstoßen und der im Wettbewerbsumfeld des Ford Focus RS bislang unerreicht war. Hinzu kommt ein neutrales Eigenlenkverhalten im extrem hoch angesiedelten und tendenziell leicht übersteuernd ausgelegten Grenzbereich, in dem engagierte Autofahrer ihren ultimativen Fahrspaß finden.

Bremsanlage:

Die RS-Bremsanlage ist die leistungsfähigste, die bislang in einem serienmäßigen Ford Focus zum Einsatz kam. Vorne sind 350 Millimeter große, innenbelüftete Scheibenbremsen montiert. Die Monoblock-Bremssättel des Rennsportspezialisten Brembo werden aus einem Aluminiumblock gefräst und haben vier gegenüberliegende Kolben mit einem Durchmesser von jeweils 38 Millimetern. Wie leistungsfähig die Bremsanlage des RS ist, beweisen auch folgende Werte: Das komplette System erlaubt 30-minütigen ununterbrochenen Rennstreckeneinsatz und besteht einen Hochleistungs-Fading-Test mit 13 aufeinanderfolgenden Maximalverzögerungen aus 220 km/h. Die Bremsscheiben erreichen dabei Temperaturen von gut 800 Grad.

High-Performance-Reifen von Michelin:

Zugleich profitiert das Ford-Hochleistungsmodell von speziellen High-Performance-Pneus, die Ford in enger Zusammenarbeit mit Michelin bei ausgiebigen Testfahrten auf verschiedenen Versuchsgeländen entwickelt hat. Die „Pilot Super Sport“-Serienbereifung in der Dimension 235/35 R 19 setzt die außergewöhnlichen Dynamik-Eigenschaften des RS dank einer hochmodernen Dual Compound-Laufflächenmischung überzeugend um.

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Der Focus RS mit sportlicher Frontpartie und tiefen Frontsplitter  (Bildquelle: Thomas Resch)

Beeindruckende Optik:

Auf Basis des aktuellen Ford Focus der dritten Generation zeichnet sich der RS durch eine deutlich modifizierte Frontpartie mit einem tiefen Frontsplitter und einem nochmals kraftvoller ausgeführten oberen Kühlergrill in markentypischer Trapezform aus – er führt dem Motor ein Maximum an Kühlluft zu. Die zusätzlichen Lufteinlässe in den Seiten des unteren Stoßfängers betonen den muskulösen Auftritt des Allradlers ebenfalls. Sie sorgen für die optimale Kühlung der Bremsen, nehmen zugleich aber auch die vertikal ausgerichteten Nebelleuchten auf. Multifunktionale Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht und mit statischem Abbiegelicht gehören zur Serienausstattung. Sie passen die Lichtstärke und den Leuchtkegel automatisch dem gefahrenen Tempo, dem Lenkeinschlag und dem Abstand zu Objekten vor dem eigenen Auto an. Eine Scheinwerfer-Reinigungsanlage und eine automatische Leuchtweitenregulierung gehören ebenfalls zum serienmäßigen Lieferumfang.

Die Endrohre des Focus RS versprühen einen gewaltigen Sound (Bildquelle: Thomas Resch)

Im Heckbereich dominiert ein üppig dimensionierter Diffusor-Einsatz im unteren Schürzenbereich das Bild. Er optimiert den Luftdurchfluss unter dem Fahrzeug und rahmt die beiden kreisrunden Endrohre der Sportauspuffanlage sowie die zentral positionierte Nebelrückleuchte ein. Der prägnant gestaltete Dachspoiler passt sich durch in Wagenfarbe lackierte und jeweils von einem RS-Logo geprägte Halterungen auf harmonische Weise der Fahrzeug-Silhouette an.

Der prägnant gestaltete Dachspoiler mit RS-Logo (Bildquelle: Thomas Resch)

In der Seitenansicht fallen vor allem die markanten Schweller-Verkleidungen und die kraftvoll ausgeführten Radläufe ins Auge. Letztere überspannen 19 Zoll hohe RS-Felgen im 20-Speichen-Design, die optional in sanft schimmerndem Schwarz ausgeführt sind.

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Beim Focus RS sticht die markante Schweller-Verkleidungen besonders ins Auge.  (Bildquelle: Thomas Resch)

Exklusive Recaro-Sitze und attraktives RS-Thema im Interieur

Überaus sportlich präsentiert sich auch das Interieur des Ford Focus RS mit seinen stark konturierten Leder-Stoff-Sitzen von Recaro. Optional steht das Hochleistungsmodell mit speziellen Schalensitzen von Recaro zur Wahl, deren Mikrofaserbezug unmittelbar aus dem Motorsport abgeleitet wurde. Hinzu kommen ein im unteren Bereich abgeflachtes, besonders griffsympathisches Softleder-Sportlenkrad, eine Aluminium-Pedalerie und eine eigenständige Graphik für den Instrumententräger. Im Focus RS informieren drei zusätzliche Anzeigen oberhalb des Instrumententrägers über Ladedruck, Öltemperatur und Öldruck. Das blaue RS-Thema spiegelt sich in den farblich abgesetzten Nähten der Sitze, des Volants, der Innenverkleidung und der Fußmatten wider. Auch der Schaltknauf besitzt ein spezielles Design. Das RS-Logo selbst findet sich auf den Rücklehnen, im Lenkrad und in den Einstiegs-Zierleisten.

Ebenfalls zur Serienausstattung zählen die Ford Power-Startfunktion, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und ein umfangreiches Sichtpaket, das unter anderem multifunktionale Xenon-Scheinwerfer mit adaptivem Leuchtkegel, dynamischem Kurven- und statischem Abbiegelicht, LED-Tagfahrlicht und -Rückleuchten umfasst.

Fazit: Der Ford Focus RS ist ein Sportwagen der nicht nur überzeugt sondern begeistert. Er bietet im Alltag als auch auf der Rennstrecke ein hohes Maß an Fahrvergnügen und faszinierende Fahrleistungen. Der Focus RS begeistert ohne Übertreibung in hohem Maße auf jedem Meter!

Daten Testfahrzeug:

(Bildquelle: ReschMedia)