IT:U bringt vertrauenswürdige KI an Oberösterreichs Schulen

TRUST-AI4Schools bringt im Schuljahr 2026/27 Forschung und Praxis an OÖ Partnerschulen. Kinder und Jugendliche lernen: KI verstehen, Ergebnisse prüfen und Entscheidungen treffen.

Warum kann eine KI-Antwort überzeugend klingen und trotzdem falsch sein? Wie lassen sich Fehler erkennen, und wann ist menschliches Urteil gefragt? Mit dem Schuljahr 2026/27 starteten die Interdisciplinary Transformation University Austria (IT:U) gemeinsam mit 506.ai und INCHSTONE die Schulworkshops des Forschungsprojekts TRUST-AI4Schools. An fünf Partnerschulen in Oberösterreich erproben Schülerinnen und Schüler von der Volksschule bis zur Oberstufe einen kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit KI. Über die Projektlaufzeit bis Herbst 2028 sind mehr als 60 Workshops geplant.

„Universitäten tragen Verantwortung dafür, dass wissenschaftliche Erkenntnisse für Menschen nutzbar werden. Mit TRUST-AI4Schools schaffen wir für Schüler:innen die Möglichkeit, KI selbst zu erproben, ihre Chancen und Grenzen zu hinterfragen und den Umgang mit ihr aktiv mitzugestalten“ — Stefanie Lindstaedt, IT:U Gründungspräsidentin

„Wer KI-Ergebnisse beurteilen will, muss verstehen, wie Daten, Fragestellung und System zusammenwirken. Wenn Schülerinnen und Schüler selbst Daten erheben und mit KI auswerten, können sie diesen Zusammenhang untersuchen. Sie lernen, welche Aussagen durch ihre Daten gestützt sind und wo die Aussagekraft endet“ — Bernd Resch, Professor für GeoSocial AI an der IT:U und wissenschaftlicher Supervisor des Projekts

„Durch unsere anwendungsorientierten Workshops möchten wir Kindern helfen zu verstehen: KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für das eigene Denken. Menschliches Urteilsvermögen bleibt unersetzlich. Deshalb legen wir besonderen Wert darauf, selbstständiges Denken, Kreativität und einen verantwortungsvollen Umgang mit KI zu fördern“ — Sindhuja Enzinger, CEO von INCHSTONE und Diversity Lead des Projekts

„Blindes Vertrauen in KI ist genauso wenig zielführend wie pauschale Ablehnung. Schülerinnen und Schüler lernen, nachzufragen, Quellen zu prüfen und selbst zu entscheiden, wann sie einer Antwort folgen, und wann nicht. Wie sich ihre KI-Kompetenz und ihr Verständnis für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI dabei entwickeln, untersuchen wir wissenschaftlich“ — Heidrun Mühle, Projektleiterin von TRUST-AI4Schools an der IT:U

„Universitäten tragen Verantwortung dafür, dass wissenschaftliche Erkenntnisse für Menschen nutzbar werden. Mit TRUST-AI4Schools schaffen wir für Schüler:innen die Möglichkeit, KI selbst zu erproben, ihre Chancen und Grenzen zu hinterfragen und den Umgang mit ihr aktiv mitzugestalten“, erklärt Stefanie Lindstaedt, IT:U Gründungspräsidentin.

Verstehen, entwickeln, anwenden

Die Workshops verbinden drei aufeinander aufbauende Säulen.

  • Beim Verstehen erkunden die Schülerinnen und Schüler, wie KI-Systeme Antworten erzeugen und warum dabei Fehler entstehen können.
  • Beim Entwickeln gestalten sie altersgerecht eigene KI-Anwendungen, formulieren Anfragen und untersuchen, wie unterschiedliche Quellen und Eingaben die Ergebnisse beeinflussen.
  • Beim Anwenden und Reflektieren arbeiten die Kinder mit Beispielen und Daten (z.B. Bildern), werten diese mit KI aus und überprüfen die Ergebnisse kritisch. So wird konkret erfahrbar, wie KI aus Daten lernt, worauf ihre Ausgaben beruhen und wie zuverlässig diese eingeschätzt werden können.

„Wer KI-Ergebnisse beurteilen will, muss verstehen, wie Daten, Fragestellung und System zusammenwirken. Wenn Schülerinnen und Schüler selbst Daten erheben und mit KI auswerten, können sie diesen Zusammenhang untersuchen. Sie lernen, welche Aussagen durch ihre Daten gestützt sind und wo die Aussagekraft endet“, erläutert Bernd Resch, Professor für GeoSocial AI an der IT:U und wissenschaftlicher Supervisor des Projekts.

„Nicht der Zugang zu KI entscheidet über die Zukunft junger Menschen, sondern der Umgang damit: prüfen, einordnen, nachfragen. Das lernt sich nicht irgendwann später, sondern jetzt, in der Schule. Deshalb geben wir Schulen eine geschützte Umgebung, in der jede Antwort ihre Quelle zeigt, ohne Klarnamen und DSGVO-konform. Eine KI ist nur so gut wie die Quellen, die sie bekommt“, betont Gerhard Kürner, CEO und Gründer von 506.ai

Sieben Fragen als roter Faden

Die Formate orientieren sich an den sieben Anforderungen der Ethikleitlinien für vertrauenswürdige KI, die eine von der Europäischen Kommission eingesetzte Expertengruppe entwickelt hat. Im Workshop werden daraus altersgerechte Fragen: Behält der Mensch die Entscheidung? Wie zuverlässig und sicher funktioniert das System? Wie werden meine Daten geschützt? Woran erkenne ich KI-Inhalte, und wie nachvollziehbar sind ihre Grundlagen? Werden Menschen benachteiligt? Welche Folgen hat der Einsatz für Gesellschaft und Umwelt? Wer übernimmt Verantwortung für Fehler?

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Chancengerechtigkeit und Diversität. Die Angebote berücksichtigen unterschiedliche Vorkenntnisse, Perspektiven und Lebenswelten und sollen insbesondere Mädchen und junge Frauen ermutigen, Technik aktiv mitzugestalten.

„Durch unsere anwendungsorientierten Workshops möchten wir Kindern helfen zu verstehen: KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für das eigene Denken. Menschliches Urteilsvermögen bleibt unersetzlich. Deshalb legen wir besonderen Wert darauf, selbstständiges Denken, Kreativität und einen verantwortungsvollen Umgang mit KI zu fördern“, sagt Sindhuja Enzinger, CEO von INCHSTONE und Diversity Lead des Projekts.

Wissenschaftlich begleitet – Materialien für die Schulpraxis

Die IT:U untersucht, wie sich die KI-Kompetenz der Teilnehmenden im Projektverlauf entwickelt. Im Mittelpunkt stehen das Erkennen falscher oder erfundener KI-Ausgaben, sogenannter Halluzinationen, sowie die Fähigkeit, Ergebnisse begründet einzuschätzen und KI verantwortungsvoll einzusetzen. Die teilnehmenden Klassen werden über die Projektlaufzeit begleitet. Die Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung der Workshops, wissenschaftliche Veröffentlichungen und frei verfügbare Unterrichtsmaterialien ein.

„Blindes Vertrauen in KI ist genauso wenig zielführend wie pauschale Ablehnung. Schülerinnen und Schüler lernen, nachzufragen, Quellen zu prüfen und selbst zu entscheiden, wann sie einer Antwort folgen, und wann nicht. Wie sich ihre KI-Kompetenz und ihr Verständnis für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI dabei entwickeln, untersuchen wir wissenschaftlich“, schließt Heidrun Mühle, Projektleiterin von TRUST-AI4Schools an der IT:U.

TRUST-AI4Schools läuft bis September 2028 und wird im FFG geförderten Programm „Talente regional 2025“ aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) gefördert.

Über die Partnerschulen hinaus können Schulklassen Workshops im Digital City Studio der IT:U und der Stadt Linz anfragen.

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