Frisches Gesicht: Kia Rio im Test

Der Kia Rio Gold 1,0 T- GDi 48V Mildhybrid im Guten Tag Österreich Autotest (Bildquelle: Thomas Resch)
Der Kia Rio Gold 1,0 T- GDi 48V Mildhybrid im Guten Tag Österreich Autotest (Bildquelle: Thomas Resch)

Die vierte Generation des Kia Rio präsentiert sich zum Modelljahr 2021 mit überarbeitetem Design, neuen Sicherheits- und Infotainment-Technologien sowie einer grundlegend modernisierten Antriebspalette. 

Im Guten Tag Österreich Autotest konnten wir den Rio mit der Topmotorisierung 1.0 T-GDI 120 (88 kW/120 PS) und Ausstattungsvariante Gold unter die Lupe nehmen. Bei diesem Modell setzt Kia erstmals ein Benzin-Mildhybridsystem ein. Gekoppelt ist die 48-Volt-Technologie dabei mit einem Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe (DCT).

48-Volt-Technologie, überarbeitete Motoren, neue Getriebe

Das Mildhybridsystem mit der Bezeichnung EcoDynamics+ beinhaltet eine 48-Volt-Lithium-Ionen-Polymer-Batterie und einen Startergenerator, der per Riementrieb mit der Kurbelwelle verbunden ist. Der Startergenerator kombiniert die Funktionen eines Elektromotors und einer Lichtmaschine. Beim Beschleunigen unterstützt er den Verbrennungsmotor und reduziert dadurch dessen Motorlast und Emissionen. Beim Abbremsen, Bergabfahren oder Ausrollen dient er unter bestimmten Bedingungen zur Stromerzeugung und gewährleistet so eine hocheffiziente Energierückgewinnung. Für nahtlose Übergänge zwischen Antriebs- und Lademodus sorgt eine elektronische Steuerung.

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Der Verbrennungsmotor des neuen Antriebsstrangs wurde ebenfalls optimiert. Der 1,0-Liter-Turbobenziner besitzt nun eine CVVD-Ventilsteuerung (Continuously Variable Valve Duration). Diese Technologie ermöglicht es, je nach Motorlast nahtlos zwischen verschiedenen Verbrennungszyklen zu wechseln, um in allen Fahrsituationen eine maximale Effizienz zu gewährleisten.

Eine weitere Neuerung wirkt sich vor allem im Stadtverkehr positiv auf den Spritverbrauch aus: Das serienmäßige Start-Stopp-System ISG (Idle Stop & Go) kann jetzt bequemer aktiviert werden. Ist der Rio zum Stehen gekommen, schaltet die neue ISG-Version den Motor schon ab, wenn Brems- und Kupplungspedal gleichzeitig gedrückt sind. Sobald sie gelöst werden, startet der Motor wieder im zuvor eingelegten Gang. Bisher ließ sich das System nur per Kupplung und im Leerlauf aktivieren.

 20,2-cm-Touchscreen, Echtzeit-Services und Datenübertragung per App

Einen großen Sprung nach vorn macht der Kia Rio auch im Infotainment. Das überarbeitete Modell bietet einen größeren Touchscreen, der je nach Ausführung entweder mit einem Audio- oder einem Navigationssystem kombiniert ist. Das neue Infotainmentsystem ermöglicht Bluetooth-Mehrfachverbindungen. Dadurch können zwei mobile Geräte gleichzeitig mit dem System kombiniert werden, eines zum Telefonieren per Freisprecheinrichtung oder für multimediale Zwecke, das andere ausschließlich zur Multimedia-Nutzung. Der Bildschirm lässt sich zudem per Split-Screen-Funktion unterteilen, um verschiedene Funktionen gleichzeitig zu nutzen, wobei die Teilbereiche mit Widgets individuell konfiguriert werden können. Serienmäßig bietet das Infotainmentsystem die Schnittstellen Android Auto™ und Apple CarPlay™ und lässt sich darüber künftig auch kabellos mit einem kompatiblen Smartphone verbinden.

Die Modelle mit Navigationssystem (standardmäßig inkl. 7 Jahre Navigationskarten-Update) verfügen über die neuen Online-Dienste UVO Connect mit dem Service Kia Live und der Kia UVO-App. Kia Live bietet dem Fahrer unter anderem Verkehrsinformationen in Echtzeit, Wettervorhersagen, die Suche nach „Points of Interest“, aktuelle Kraftstoffpreise sowie die Anzeige nahegelegener Parkmöglichkeiten inklusive Angaben zu Preisen und verfügbaren Plätzen. Der Service beinhaltet zudem eine durch Server-Technologien unterstützte Online-Spracherkennung, die den Nutzern ermöglicht, per Sprachbefehl nach Informationen zu suchen oder Textmitteilungen zu verschicken. Mit der UVO-App, die auf kompatiblen Android- und Apple-Smartphones kostenfrei installiert werden kann (Datentarif erforderlich), lassen sich zum Beispiel geplante Routen an das Navigationssystem des Rio schicken, der Standort des Fahrzeugs ermitteln sowie Fahrzeugberichte und Diagnosemitteilungen abrufen.

Überarbeitetes Frontdesign, frische Farbtöne, neue Interieur-Details

Das Design der vierten Rio-Generation wurde mit der Überarbeitung weiter geschärft. Der Kühlergrill in der Kia-typischen Form der „Tigernase“ ist schmaler und fokussierter als bisher, der Frontstoßfänger ist tiefer und breiter und beinhaltet je nach Ausführung markanter gestaltete Nebelscheinwerfer. Eine weitere Neuerung sind die LED-Scheinwerfer mit integriertem Tagfahrlicht (ausstattungsabhängig). Insgesamt lassen die Änderungen die Front geschmeidiger wirken, geben dem Kleinwagen aber zugleich einen entschlosseneren „Gesichtsausdruck“. So stehen für den überarbeiteten Rio jetzt bis zu neun Lackierungen zu Wahl, darunter zwei neue Grau- und Blautöne (Perennial Grey Metallic, Sporty Blue Metallic). Mit neuem, achtspeichigen Design präsentieren sich darüber hinaus die 16-Zoll-Leichtmetallfelgen (ausstattungsabhängig).

Neue Assistenten und stressreduzierender Ablenkungswarner

Der Rio verfügte schon bisher über ein breites Angebot an Fahrerassistenzsystemen inklusive Frontkollisionswarner, aktivem Spurhalteassistenten, Spurwechselassistent, Querverkehrswarner, Müdigkeitswarner und Fernlichtassistent (jeweils ausstattungsabhängig).

Zum Modelljahr 2021 kamen je nach Ausführung eine Reihe weiterer Hightech-Helfer hinzu: bei den Automatikversionen der Stauassistent (Lane Follow Assist, LFA), adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-Go-Funktion, Totwinkelwarner mit aktivem Lenkeingriff (Blind-Spot Collision-Avoidance Assist, BCA) und ein Querverkehrswarner hinten inklusive Notbremsfunktion (Rear Cross-Traffic Collision-Avoidance Assist, RCCA). Unabhängig von der Getriebeart eine Verkehrszeichenerkennung für Geschwindigkeitsbegrenzungen (Intelligent Speed Limit Warning, ISLW) und ein Ablenkungswarner bei stehendem Verkehr (Leading Vehicle Departure Alert).

Der Stauassistent übernimmt in Zusammenarbeit mit der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage das Beschleunigen, Bremsen und Lenken entsprechend der Verkehrssituation und den Straßenverhältnissen, während der Fahrer das Fahrumfeld überwacht. Das System arbeitet bei Geschwindigkeiten von null bis 180 Stundenkilometer, orientiert sich durch Radarsensoren am vorausfahrenden Verkehr und hält den Rio mit Kameraunterstützung mittig in seiner Fahrspur.

Der neuartige Ablenkungswarner bei stehendem Verkehr ist vor allem in stockendem Verkehr und an Ampeln hilfreich und stressreduzierend. Wenn der Fahrer nicht darauf reagiert, dass sich das vordere Fahrzeug in Bewegung setzt, macht ihn das System durch einen Warnhinweis darauf aufmerksam.

Der Rio verfügt serienmäßig über ein erweitertes Stabilitätsprogramm inklusive Gegenlenkunterstützung (Vehicle Stability Management, VSM), Kurvenbremskontrolle (Cornering Brake Control, CBC) und Bremsstabilisierung im Geradeauslauf (Straight-Line Stability, SLS) sowie sechs Airbags und ISOFIX-Halterungen an den äußeren Rücksitzen.

Vielfältiges Angebot

Wie bisher wird der Kia Rio in Österreich in fünf Ausstattungsversionen (Neon, Titan, Silber, Gold, GT-Line) angeboten. Dabei bietet bereits die Basisversion Neon zum Einstiegspreis von € 14.290,- Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Radio mit DAB+-Empfang, Zentralverriegelung und Bremsassistenten, sowie Klimaanlage.

In der Ausstattungsvariante Titan werden zusätzlich geboten: Aufmerksamkeits- und Fernlichtassistent, Autonomes Notbremssystem inklusive Fußgänger- und Fahrraderkennung, weiters Spurhalteassistent, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspeiegel, elektrische Fensterheber vorne, Lederlenkrad inkl. Lenkradheizung, Sitzheizung vorne, sowie USB-Ladeanschluss auch hinten.

In der Ausstattungsversion Silber kommen hinzu: 8“-Multimedia-Display mit Apple CarPlayTM und Android AutoTM inkl. Spracherkennung und Rückfahrkamera, Klimaautomatik, Parksensoren hinten, 16“-Leichtmetallräder, weiters LED-Tagfahrlicht, Projektionsscheinwerfer und Nebelscheinwerfer.

Darüber bietet Gold zusätzlich unter anderem: abgedunkelte Scheiben ab der zweiten Sitzreihe, Außenspiegel auch elektrisch anklappbar, Telematik-Dienste und Nutzung der Kia UVO Connect-App, Parksensoren vorne und hinten, LED-Rückleuchten.

Immer an Bord sind die 7 Jahre Werksgarantie (150.000km), 7 Jahre gratis Kartenupdate bei werksseitig verbauter Navigation, sowie lebenslange Kia Mobilitätsgarantie. Der Preis unseres Testfahrzeuges: Kia Rio 1.0 T-GDI mit Mildhybrid-System und DCT in der Ausstattungsvariante Gold kommt auf € 24.090.-