Jeep und Elektro – passt das zusammen? Lange Zeit galt die Marke als Inbegriff für kernige Verbrenner und unwegsames Gelände. Doch mit dem neuen Jeep Compass Elektro auf der modernen STLA Medium-Plattform wollen die Amerikaner zeigen, dass sie auch die lautlose Fortbewegung beherrschen. Wir haben im Guten Tag Österreich Autotest die Variante mit Frontantrieb und der 74 kWh Batterie im Alltag getestet.
Design: Tradition trifft Moderne
Optisch bleibt der Compass ein echter Jeep. Der markante „Seven-Slot“-Grill ist zwar aufgrund des Elektroantriebs geschlossen, bleibt aber das unverkennbare Markenzeichen. In Kombination mit den scharfen LED-Matrix-Scheinwerfern und den 20-Zoll-Leichtmetallfelgen wirkt der Wagen modern und robust zugleich. Er ist kein futuristisches Experiment, sondern ein grundsolides Kompakt-SUV, das sich im Großstadtdschungel genauso wohlfühlt wie auf der Landstraße.
Innenraum: Digital und Nachhaltig
Beim Einsteigen fällt sofort das neue Infotainment-System ins Auge. Das 16-Zoll-Display reagiert flott und ist intuitiv bedienbar. Besonders lobenswert: Jeep setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit. Die Sitze bestehen aus recycelten Stoffbezügen, die sich dennoch hochwertig und strapazierfähig anfühlen. Das Platzangebot ist für ein C-Segment-SUV typisch gut, auch im Fond finden Erwachsene ausreichend Beinfreiheit.
Fahreindruck: Souveränität statt Offroad-Spektakel
Da unser Testwagen über Frontantrieb (FWD) verfügt, haben wir die Schlammpfade diesmal ausgelassen. Dafür glänzt der Compass auf dem Asphalt. Der Elektromotor leistet 157 kW (213 PS) und liefert ein Drehmoment von ca. 345 Nm. Das sorgt für einen ordentlichen Durchzug beim Überholen und eine entspannte Laufruhe bei Autobahntempo.
Die Lenkung ist leichtgängig, was das Rangieren in der Stadt zum Kinderspiel macht. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, schluckt Bodenwellen souverän weg und passt perfekt zum entspannten Charakter eines Elektroautos.
Reichweite und Laden
Mit der 74 kWh Netto-Batterie verspricht Jeep eine WLTP-Reichweite von etwa 500 km. In unserem Testzyklus erwies sich dieser Wert als durchaus realistisch, sofern man den Gasfuß zügelt. Geht der Saft doch einmal zur Neige, punktet die 400-Volt-Architektur mit einer Ladeleistung von bis zu 160 kW.
Ein Stopp von 20 auf 80 % Ladestand dauert am Schnelllader lediglich ca. 27 Minuten – eine kurze Kaffeepause reicht also aus, um wieder für die Langstrecke bereit zu sein.
Fazit: Für wen ist er der Richtige?
Der Jeep Compass Elektro ist kein radikaler Geländewagen mehr, sondern ein durchdachter Allrounder für die moderne Familie. Wer Wert auf ein markantes Design, gute Konnektivität und eine ordentliche elektrische Reichweite legt, wird hier fündig. Mit einem Startpreis von rund 47.000 Euro positioniert er sich gut im Wettbewerb.



























