Sicher durch den Winter mit den ÖBB

In der Nähe vom Hauptbahnhof Wien gibt es eine neue Eisschutzanlage, die den präventiven Vereisungsschutz für Schienenfahrzeuge im Bereich der Laufwerke und Drehgestelle sowie am Triebfahrzeug sicherstellt (Bildquelle: ÖBB / Christoph Posch)
In der Nähe vom Hauptbahnhof Wien gibt es eine neue Eisschutzanlage, die den präventiven Vereisungsschutz für Schienenfahrzeuge im Bereich der Laufwerke und Drehgestelle sowie am Triebfahrzeug sicherstellt (Bildquelle: ÖBB / Christoph Posch)

Alle Vorkehrungen sind getroffen – der Winterdienst für über 1.000 Bahnhöfen steht bereit: Bei frostigem Wetter sorgen österreichweit bis zu 5.000 MitarbeiterInnen für die Befahrbarkeit des Streckennetzes. Zu den „winterwichtigsten“ Jobs dabei zählen unter anderem die FahrdienstleiterInnen, MitarbeiterInnen für Streckenerhalt und präventiv die LehenmitarbeiterInnen.

Der milde November ist Schnee von gestern. Denn die erste Kaltfront hält gerade Einzug. Und wie jedes Jahr haben sich die ÖBB für die kalte Jahreszeit gerüstet und sind fit für den Winter: Die technische Winterausrüstung ist aktiviert und die Vorbereitungen für Eis, Frost und Schnee sind getroffen. Dafür investieren die ÖBB jährlich rund 40 Millionen Euro in den Winterdienst. Bei Schneefall arbeiten bis zu 5.000 MitarbeiterInnen im Schichtbetrieb vor allem im Gleis- und Weichenbereich sowie an den Bahnsteigen, damit die Fahrgäste mit der Bahn zuverlässig und sicher ins Büro oder nach Hause kommen. Der ÖBB Winterdienst arbeitet bundesländerübergreifend, so dass die Teams dort eingesetzt werden, wo die MitarbeiterInnen benötigt werden. Im Anlassfall sind sie gemeinsam mit Winterdienstfirmen bereits in den frühen Morgenstunden im Einsatz und befreien mehr als 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen von Eis und Schnee – das entspricht einer Fläche von rund 3 Millionen Quadratmetern.

So werden die ÖBB winterfit

Die entsprechenden Vorbereitungen werden schon lange vor Beginn der Wintersaison getroffen. Überprüft wird beispielsweise die Einsatzbereitschaft der Schneeräumgeräten und über 10.000 Weichenheizungen. Auch 6.420 Brücken und 197 km Lawinen- und Steinschlagschutz werden auf ihre Wintertauglichkeit kontrolliert. Die TechnikerInnen und LehnenmeisterInnen sorgen dafür, dass sich die Anlagen in einwandfreiem Zustand befinden.

Hat der Winter Einzug gehalten, sind weitere Berufsgruppen besonders gefordert. Dazu zählen beispielsweise die StreckenmitarbeiterInnen, die Weichen von Schnee und Eis befreien oder FahrdienstleiterInnen die bei Streckenunterbrechungen aufgrund von Schnee entsprechende Ersatzmaßnahmen entwickeln, um den Zugbetrieb bestmöglich aufrecht zu erhalten.

Winterdienst ist oft „Handarbeit“

Das Streckennetz, mit knapp 5.000 km, wird kontinuierlich mit Schneepflügen, Schneefräsen und Schneebürsten vom Schnee befreit. Trotzdem ist der Winterdienst oft noch „Handarbeit“: Denn Tätigkeiten wie Schneeräumung von Weichen, Enteisen von Brücken und Tunnel, Abschaufeln von Bahnsteigdächern oder Säuberung der Spurrillen bei Eisenbahnkreuzungen erfolgen manuell.

Weichenheizung lässt Schnee und Eis schmelzen

Österreichweit werden über zwei Drittel von rund 15.000 Weichen elektrisch beheizt. Wenn abzusehen ist, dass Schnee und Eis wichtige Weichenverbindungen lahmlegen, werden die Weichenheizungen automatisch aktiv und bringen den Schnee im Weichenbereich zum Schmelzen. Bei extrem widrigen Witterungsverhältnissen hat die/der FahrdienstleiterIn zusätzlich die Möglichkeit, die sogenannte „Flugschneetaste“ zu aktivieren und für eine festgelegte Zeit ein „Dauerheizen“ zu veranlassen, wodurch die Weichen frei von Schnee und Eis bleiben.