Studie belegt: Der Export ist Wohlstandsmotor für Niederösterreich

(v.l.n.r.): ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki, WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, IV-NÖ Präsident Thomas Salzer und Studienautor Christian Helmenstein präsentierten in St. Pölten die aktuelle Studie zur NÖ Exportdynamik und den erfolgsversprechendsten Zukunftsmärkten (Bildquelle: Thomas Resch)
(v.l.n.r.): ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki, WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, IV-NÖ Präsident Thomas Salzer und Studienautor Christian Helmenstein präsentierten in St. Pölten die aktuelle Studie zur NÖ Exportdynamik und den erfolgsversprechendsten Zukunftsmärkten (Bildquelle: Thomas Resch)

Der Export ist als Beschäftigungs- und Wirtschaftsmotor eine der wichtigsten Säulen der heimischen Wirtschaft. Eine neue Studie des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung, die von ecoplus International, der Wirtschaftskammer Niederösterreich und der Industriellenvereinigung Niederösterreich in Auftrag gegeben wurde, analysiert unter anderem die aktuelle Lage der niederösterreichischen Exportwirtschaft und untersucht, welche Auslandsmärkte das größte Potenzial für heimische Exporteure bieten. Die Ergebnisse der Studie standen heute im Mittelpunkt einer Pressekonferenz von Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, IV-NÖ Präsident Thomas Salzer und Christian Helmenstein, Leiter des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung, in St. Pölten.

Niederösterreich ist ein Land der Exporteure. Den rund 10.000 exportorientierten Unternehmen im Land ist es auch zu verdanken, dass 2021 mit einem Warenexport von 24,7 Milliarden Euro das beste Exportjahr im vergangenen Jahrzehnt war. „Die enorme Leistung, die unsere Exporteure für Niederösterreich tagtäglich erbringen, spiegelt sich auch in der aktuellen Studie wider: Jeder zweite Euro wird in Niederösterreich im Export erwirtschaftet. Jeder fünfte Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt vom Export ab und jede zusätzliche Milliarde, um die wir den Export steigern können, schafft rund 15.000 Arbeitsplätze“, erläuterte Landesrat Danninger. Die Exportwirtschaft sei trotz aller aktuellen geopolitischen Herausforderungen ein verlässlicher Motor für Wirtschaft, Beschäftigung und Wohlstand in Niederösterreich.

„Die aktuelle Studie zeigt auf, in welchen Regionen es für unsere Exportwirtschaft noch großes Potenzial gibt, das es zu heben gilt. Für 2023 wollen wir daher unter anderem einen Schwerpunkt auf den skandinavischen Raum – insbesondere Schweden – legen. Es gilt einerseits, jene Firmen zu motivieren und zu informieren, die Schweden bis dato nicht auf dem Radar hatten, andererseits auch jene Betriebe, die bereits in diesem Markt aktiv sind, beim Marktaufbau zu unterstützen.“ Es ist daher essentiell, die Internationalisierung der niederösterreichischen Unternehmen, insbesondere der kleinen und mittelständischen Betriebe, weiter voranzutreiben und auszubauen. Ein wichtiger Schritt, um neue Handelspartner und potenzielle Kunden auf sich aufmerksam zu machen, ist die Teilnahme an internationalen Messen. „Daher haben wir uns entschlossen, das im Vorjahr gestartete Impulsprogramm ‚Messe4Wirtschaft‘ weiter fortzusetzen. Damit fördern wir jene Kosten, die im Rahmen eines erstmaligen Messeauftrittes im Zuge der Markterschließung entstehen. Hierfür stellen wir nochmals rund eine halbe Million Euro an Fördermitteln seitens des Landes bereit“, sagte Danninger.

„Die Basis, damit wir als Exportland reüssieren können, ist Energie in ausreichendem Maße und zu konkurrenzfähigen Preisen“, sprach er einen weiteren Aspekt an. „Mit den Unterstützungsmaßnahmen für Betriebe, die im Ministerrat beschlossen werden, versucht die Bundesregierung die hohen Energiepreise zumindest teilweise abzufedern. Möglichst viele Unternehmen sollen vom Energiekostenzuschuss umfasst sein“, so der Landesrat.

Studienautor Christian Helmenstein unterstrich: „Die niederösterreichische Exportwirtschaft ist äußerst widerstandsfähig – trotz mehrerer Großkrisen ist Niederösterreich im Export auf einem historischen Höchststand. Einerseits bergen die klassischen niederösterreichischen Exportmärkte durchaus noch zusätzliches Absatzpotenzial. Weiters verzeichnet Niederösterreich in immer stärkerem Ausmaß auch auf Fernmärkten beachtliche Exporterfolge“.

WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker führte aus: „Gestiegene Transportkosten, Lieferengpässe, Sanktionen – die Herausforderungen für exportierende Unternehmen sind zahlreich. Dennoch sind die österreichischen Warenexporte im ersten Halbjahr 2022 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2021 um 19,1 Prozent gestiegen“. Um im Außenhandel auch künftig erfolgreich zu sein und Wohlstand sowie Arbeitsplätze schaffen und sichern zu können, brauche es verbesserte Rahmenbedingungen auf den Exportmärkten, erklärte der Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Darüber hinaus müsse man sich um die Nachbarländer in Mittel-, Ost- und Südost-Europa bemühen, wo im ersten Halbjahr zum Teil überdurchschnittlich hohe Exportsteigerungen erzielt wurden. „Beim NÖ Exporttag in der WKNÖ werden 15 Wirtschaftsdelegierte aus diesen Märkten vor Ort sein und informieren“, verwies Ecker auf die Veranstaltung am 14. November.

IV-NÖ Präsident Thomas Salzer hielt fest: „Unsere Industriebetriebe produzieren für den Weltmarkt. Zwischen 50 und 90 Prozent aller Umsätze werden im Ausland erwirtschaftet. Für uns sind daher Analysen und Prognosen zur langfristigen Entwicklung der internationalen Märkte, wie sie auch in der Studie gemacht werden, von essentieller Bedeutung. Unsere Industriebetriebe stehen aber auch im Wettbewerb mit dem Weltmarkt. Um dort zu bestehen und die restlichen Potentiale aus zu schöpfen, brauchen die heimischen Produktionen leistbare Energie und stabile Lieferketten“. Jedes weitere EU- Handelsabkommen mit außereuropäischen Ländern sei ein dringend benötigter Wachstumsimpuls. Deshalb solle die Europäische Kommission die Verhandlungen mit Australien und Indien zügig vorantreiben, erklärte Salzer.

„Die Studie bestätigt die strategischen Stoßrichtungen der NÖ Exportstrategie. Jetzt gilt es einerseits mehr Unternehmen zum Export zu motivieren und zu begleiten. Andererseits wollen wir erfahrene Exporteure bei ihrer Expansion in zusätzliche Exportmärkte unterstützen. Konkrete Absatzpotenziale aufzeigen bzw. Vertriebspartner und Zielgruppen finden – das ist unsere Mission“, waren sich ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki und ecoplus International Geschäftsführerin Gabriele Forgues einig.

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