Öffi-Ticket startet am 26. Oktober

(v.l.n.r.): Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landesrat Heinrich Dorner, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landesrat Ludwig Schleritzko, Bundesministerin Leonore Gewessler, Landesrat Peter Hanke und Bürgermeister Michael Ludwig
(v.l.n.r.): Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landesrat Heinrich Dorner, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landesrat Ludwig Schleritzko, Bundesministerin Leonore Gewessler, Landesrat Peter Hanke und Bürgermeister Michael Ludwig (Bildquelle: NLK / Burchhart)

Ein Jahresticket für alle Öffis in ganz Niederösterreich und Burgenland um 550 Euro, um 915 Euro für Niederösterreich, Burgenland und Wien und um 1.095 Euro für ganz Österreich – dieses Verhandlungsergebnis wurde heute von der niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, dem Wiener Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Ludwig sowie dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil gemeinsam mit Bundesministerin Leonore Gewessler sowie den zuständigen Verkehrslandesräten Ludwig Schleritzko (Niederösterreich), Peter Hanke (Wien) und Heinrich Dorner (Burgenland) bei einer Pressekonferenz im Palais Niederösterreich präsentiert.

Landeshauptfrau Mikl-Leitner sprach von einem „Freudentag“, nach „intensiven, langen Verhandlungen“ habe man die erste Etappe erreicht und könne heute „die größte Tarifreform in der Ostregion“ präsentieren. Ab dem 25. Oktober kann das neue Regionsticket oder das neue Metropolregionsticket für Niederösterreich, Wien und das Burgenland genutzt werden, ab 26. Oktober das Klimaticket des Bundes. Niederösterreich, Wien und Burgenland sei damit die erste und einzige Region, in der es alle Stufen auf einmal gebe. Dies sei „eine klare Bedingung der Ostregion“ in den Verhandlungen gewesen, und diese sei erfüllt worden, sprach Mikl-Leitner von einem „sehr schönen Signal an alle Pendlerinnen und Pendler“.

Für die niederösterreichischen Pendlerinnen und Pendler würde sich damit etwa das Jahresticket nach Wien um bis zu 61 Prozent verbilligen, so die Landeshauptfrau: „So wird zum Beispiel die Strecke Gmünd-Wien um 1.417 Euro billiger, die Strecke Retz-Wien um 894 Euro, die Strecke St. Pölten-Wien um 801 Euro und die Strecke Wr.Neustadt-Wien um 633 Euro.“ Und auch das Pendeln innerhalb Niederösterreichs werde deutlich günstiger, skizzierte sie: „Die Strecke Amstetten – St. Pölten wird zum Beispiel um 894 Euro billiger, die Strecke Zwettl – Krems um 878 Euro und die Strecke Baden – Wr. Neustadt um 435 Euro“. Darüber hinaus gebe es auch Vergünstigungen in der Höhe von rund 25 Prozent für Studierende, Senioren und Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Für jene, die bereits eine Jahreskarte besitzen, gebe es „keinen Handlungsbedarf“, informierte sie weiters, diese würden automatisch umgestellt. Im Blick auf die Pendlerinnen und Pendler rund um Wien nach Wien versicherte sie: „Dort, wo es heute schon günstiger ist, bleiben die Streckenkarten bestehen“. Dies bedeute etwa, dass das Jahresticket für Pendlerinnen und Pendler aus Korneuburg nach Wien weiterhin 828 Euro koste. All diese Verbesserungen seien ohne zusätzliche Mittel der Länder möglich geworden, informierte die Landeshauptfrau. Für Niederösterreich und das Burgenland würden hier seitens des Bundes rund 50 Millionen Euro in die Hand genommen: „Dies war uns wichtig, weil wir seitens der Länder ohnehin schon sehr viel in den öffentlichen Verkehr investieren“.

Sie spreche allerdings von einem „Etappenziel“, betonte Mikl-Leitner: „Es muss nicht nur billiger sein, sondern auch besser und bequemer. Die Tickets alleine helfen nicht, wenn das Angebot nicht stimmt“. Im Zuge des blau-gelben Mobilitätsplanes werde man in Niederösterreich das Öffi-Angebot bis 2030 um 30 Prozent ausbauen. „Für zusätzliche neue Angebote braucht es auch eine passende Infrastruktur“. Das fange bei der Schiene an, aber es brauche genauso auch Busse und E-Ladestationen, so die Landeshauptfrau, die auch darauf verwies, dass 40 Prozent des Öffentlichen Verkehrs in Niederösterreich auf der Straße abgewickelt würden.

Bundesministerin Gewessler sprach von einem „großen Tag für die Menschen in Österreich, für das Klima und für den öffentlichen Verkehr“. Das Klimaticket sei für sie „ein Herzensprojekt“, und dafür habe man in den letzten Monaten intensiv gearbeitet. Mit den Öffis zu fahren bedeute Lebensqualität sowie saubere Luft und sei gut fürs Klima, und mit dem Klimaticket werde dies „so einfach, so günstig und so bequem wie nie zuvor“. Gewessler: „Ab dem 26. Oktober ist es so weit: es gibt ein Ticket für alle Öffis in ganz Österreich, und alle Bundesländer sind von Anfang an dabei. Das ist ein Meilenstein.“

Der Vorverkauf für das österreichweite Klimaticket zu einem Preis von 949 Euro (statt 1.095 Euro) starte mit dem morgigen 1. Oktober, informierte die Bundesministerin: „Ab dem 26. Oktober ist dieses Ticket dann im ganzen Land gültig, und viele Pendlerinnen und Pendler ersparen sich damit viel Geld“. Das österreichweite Klimaticket stehe seit 15 Jahren im Regierungsprogramm, hielt die Ministerin fest: „Ab morgen ist es Realität. Meine Freude ist riesig, und ich bin mir sicher, dass viele Menschen damit Freude haben werden.“

Die Stadt Wien nehme das Thema Klimaschutz seit langer Zeit sehr ernst, der öffentliche Nahverkehr sei dabei ein ganz wichtiger Teil, betonte der Wiener Bürgermeister Ludwig. Wien habe bereits 2012 das 365 Euro-Jahresticket eingeführt: „Das hat dazu geführt, dass viele Menschen vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr umgestiegen sind.“ Ludwig verwies darüber hinaus auf die Ausbaumaßnahmen etwa im Zusammenhang mit der Stadtentwicklung. Im Blick auf das heute präsentierte Verhandlungsergebnis hielt er fest, er freue sich, dass man „nach intensiven Verhandlungen“ jetzt „gemeinsam diese Lösung gefunden“ habe.

Der burgenländische Landeshauptmann Doskozil sprach von einem „tollen Ergebnis“, mit dem „alle zufrieden“ seien. Es sei ihm allerdings wichtig zu betonen, dass dieser Schritt ein „wichtiger erster Schritt“ sei. Klimapolitik müsse „für die Menschen auch leistbar sein“, hielt er fest: „Und dieses Ticket ist für die Menschen leistbar“. Darum wolle er betonen, dass „die Angebote des Öffentlichen Verkehrs für die Menschen  auch entsprechend annehmbar und praktikabel sein müssen, denn letztlich geht es um die Frage, wie wir es schaffen, klimaneutral zu sein ohne jemanden auf der Strecke zu lassen“.