Neuer Gesundheitsberuf „Operationstechnische Assistenz“ präsentiert

(v.l.n.r.): Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Susanne Gröschel (NÖ Landesgesundheitsagentur), Elisabeth Klang (Pflegedirektorin LK Horn) und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf präsentierten in St. Pölten den Gesundheitsberuf „Operationstechnische Assistenz“ (Bildquelle: Thomas Resch)
(v.l.n.r.): Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Susanne Gröschel (NÖ Landesgesundheitsagentur), Elisabeth Klang (Pflegedirektorin LK Horn) und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf präsentierten in St. Pölten den neuen Gesundheitsberuf „Operationstechnische Assistenz“ (Bildquelle: Thomas Resch)

In Bezug auf die Medizinstudienplätze erneuerte Pernkopf seine Forderung auf eine massive Aufstockung – „dass 90 Prozent nicht genommen werden, ist nicht zu verantworten“ – und sprach davon, dass in den letzten Jahren durchschnittlich 450 Ärzte und Ärztinnen pro Jahr neu aufgenommen worden seien. Zudem fingen aktuell jährlich rund 1.000 junge Menschen die Ausbildung in den NÖ Gesundheits- und Krankenpflegeschulen an. Das entspreche zwar einer Verzwei- bis –dreifachung, in Zukunft werde das aber noch mehr werden müssen.

„Das neue Berufsbild ‚Operationstechnische Assistenz‘, dessen rechtliche Grundlage am 1. Juli in Kraft tritt und dessen erste Ausbildung bereits im Herbst in Horn startet, soll Menschen ansprechen, die sich zwar für einen medizinischen Beruf interessieren, aber nicht zwingend in die klassische Pflege gehen wollen. Zum Einsatz kommen sie künftig in allen Kliniken im OP-Bereich, der Notfallambulanz, dem Schockraum, der Endoskopie etc. Sie werden dort die Patientinnen und Patienten vor und nach ihren Operationen betreuen, den Ärztinnen und Ärzten bei den Operationen assistieren und die Operationen für die weitere Behandlung dokumentieren“, betonte der LH-Stellvertreter und verwies auf die um sich greifende Spezialisierung, die auch eine OP-Assistenz erforderlich mache. „Damit entlasten wir auch das bestehende Personal, in der Regel Gesundheits- und Krankenpfleger, im OP“, so Pernkopf abschließend.

Landesrätin Teschl-Hofmeister unterstrich ebenfalls die Entlastung der Gesundheits- und Pflegekräfte: „Mit der OTA signalisieren wir den jetzt schon im Beruf Stehenden, dass Unterstützung kommt, erleichtern jenen, die sich für diesen Beruf interessieren, die Entscheidung und bringen die Ausbildung zu den Menschen. Nach der Dislozierung des Bachelor-Studiums an der IMC FH Krems nach Mistelbach ist die OTA-Ausbildung in Horn ein zweiter Regionalisierungsschritt. Wir sprechen damit auch eine neue Zielgruppe an, muss man dafür doch weder die Matura noch eine pflegerische Grundausbildung haben“. Ungeachtet des „blau-gelben Pflegepakets“ und der OTA-Ausbildung brauche man dennoch eine Finanzierung des Gesamtsystems, hier müssten endlich Ergebnisse auf den Tisch, meinte die Soziallandesrätin.

Susanne Gröschel präzisierte, dass die dreijährige Ausbildung am 20. Oktober in Horn mit 24 Plätzen starten werde und 2023 flächendeckend auf ganz Niederösterreich ausgerollt werden solle; mit 3.000 zu 1.600 Stunden dominiere die praktische gegenüber der theoretischen Ausbildung. Bewerbungen dazu würden ab sofort am Standort Horn entgegengenommen, Unterlagen dazu gebe es auf der Homepage der Landesgesundheitsagentur www.landesgesundheitsagentur.at.

Elisabeth Klang hob hervor, dass mit diesem neuen Berufsbild den Herausforderungen einer gewandelten Situation bei der Pflege und des Fortschritts bei Medizin und Technik begegnet werden könne. Mit seiner schon lange praktizierten klinikübergreifenden und interdisziplinären Zusammenarbeit verfüge das Waldviertel über das nötige Rüstzeug für die Pilotphase.