Wechselland Rallye: Mayr-Melnhof könnte sich zum Staatsmeister krönen

Matchball für Niki Mayr-Melnhof bei der OBM Wechselland Rallye (Bildquelle: Harald Illmer)
Matchball für Niki Mayr-Melnhof bei der OBM Wechselland Rallye (Bildquelle: Harald Illmer)

Die OBM Wechselland Rallye könnte für den Steirer zur Bühne für seinen ersten Staatsmeistertitel werden

Die OBM Wechselland Rallye (31. August / 1. September) bietet für Niki Mayr-Melnhof die Möglichkeit, den Sack schon vorzeitig zuzumachen. Holt der Steirer im Ford Fiesta R5 19 Punkte (das wäre z. B. ein zweiter Platz plus ein Powerstage-Zusatzpunkt), dann ist er auch rechnerisch nicht mehr einzuholen und kann seinen ersten Rallye-Staatsmeistertitel feiern. „Natürlich lassen sich diverse Rechenspiele nicht ausblenden“, sagt der Titelfavorit, „aber in erster Linie möchte ich im Wechselland natürlich gewinnen. Das wird schwer genug, weil ich einige Prüfungen überhaupt nicht kenne. Aber das macht’s natürlich auch umso interessanter. An den Titel denke ich natürlich, das ist ganz klar, der letztendlich vielleicht erfolgreiche Kampf gegen starke Gegner macht diesen jedoch noch viel wertvoller für mich. Also ist das erklärte Ziel der Rallye-Sieg!“

Dann würden Mayr-Melnhofs erstem Verfolger, dem Oberösterreicher Gerhard Aigner selbst zwei Siege inklusive jeweils drei Zusatzpunkte nicht mehr reichen. Aber damit rechnet dieser sowieso nicht wirklich. „Ich fahre diesmal mit einem Skoda Fabia R5 statt mit  meinem gewohnten Ford Fiesta World Rallye Car. Erstens aus finanziellen Gründen, zweitens hat mein italienisches Team nur dieses Auto zur Verfügung. Das heißt aber auch, dass ich sicher eine gewisse Umgewöhnungszeit brauche werde.“

Eine kleine Titelchance hat auch noch der Oberösterreicher Johannes Keferböck im Skoda Fabia R5, der wie Aigner momentan bei 67 Punkten hält. Er ist der einzige der Spitzenpiloten, der bislang alle heurigen Rallyes beendet hat. Allerdings muss er dadurch auch am Ende sein schlechtestes Ergebnis aus der Wertung streichen. Hoch gerechnet könnte er im Idealfall also auf 116 Punkte kommen. Keferböck dazu: „Realistischer Weise ist der Titel-Zug für mich abgefahren, wenngleich endgültig abgerechnet erst am Schluss wird. Aber ich muss ehrlich sagen, dass Niki ein absolut verdienter Meister wäre. Hinsichtlich der Wechselland-Rallye habe ich zuletzt bei der Mühlstein-Rallye in Perg einen guten Test absolviert und viel von dem umsetzen können, was ich mir vorgenommen habe.“

Wie bei Aigner steht das Thema Gewöhnung auch bei Raimund Baumschlager groß geschrieben. Der 14-fache Staatsmeister bringt seinen Skoda Fabia R5 im Wechselland erstmals nach seinem schweren Unfall bei der Rebenland-Rallye wieder in Österreich zum Einsatz. Dass ein Start nach so einem traumatischen Erlebnis nicht ganz so einfach ist, gesteht der Routinier, der sich damals einen Wirbelbruch zuzog, durchaus ein. „Ich hoffe, nach meinem Unfall das Vertrauen in mich selber wieder zu finden. Das war bei meinem letzten Start bei der Bohemia-Rallye in Tschechien nämlich überhaupt noch nicht der Fall. Wenn du weißt, dass der Crash wegen einer Unaufmerksamkeit von dir passiert ist, dann ist das im Kopf gar nicht so einfach. Körperlich bin ich voll fit, auch der Speed ist beim Testen da, aber im Rennen selber gelingt es mir noch nicht, zu hundert Prozent auf das zu reagieren, was ich höre. Irgendwie konzentriere ich mich noch zu sehr aufs Konzentrieren. So ungefähr kann man das beschreiben. Darum freue ich mich auf die Wechselland-Rallye, weil mir alle, mit denen ich gesprochen habe und denen es auch schon so gegangen ist, gesagt haben, dass es das Beste ist, soviel als möglich unter Wettkampfbedingungen zu fahren.“

Die wohl weiteste Anreise aller Teilnehmer an den Wechsel hat Peter Scharmach vor sich. Der 54-jährige Deutsche, der einen Ford Fiesta R5 lenkt, lebt in Christchurch in Neuseeland. Er begann seine Karriere im Rallye-Sport in den 80er Jahren. In den 1990er Jahren war Scharmach in zahlreichen Tourenwagen-Rennserien in Deutschland und Neuseeland unterwegs . 2005 fuhr er beim Saisonfinale der World Touring Car Championship in Macau für Engstler Motorsport. Er wurde Dritter in der Neuseeländischen Mini Challenge in 2006/07 bzw, auch Vierter beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2007 und fuhr u. a auch 2009 im ADAC GT Masters.

Einen Angriff auf die bärenstarken R5-Boliden wagt auch der Steirer Gernot Zeiringer mit seinem Skoda Fabia S2000 genauso wie der Italiener Andrea Maselli, der wie schon zuletzt in Weiz wieder seinen interessanten wie attraktiven Abarth 124 Rallye (in der eigens dafür eingerichteten RGT-Klasse) an den Start bringt.