ÖAMTC: Unerwünschte Fundstücke im „neuen“ Gebrauchtwagen

Unerwünschte Fundstücke im „neuen“ Gebrauchtwagen (Bildquelle: Michaela Resch)
Unerwünschte Fundstücke im „neuen“ Gebrauchtwagen (Bildquelle: Michaela Resch)

Auto vor Kauf genau inspizieren – spätere Funde rasch bei Polizei melden

Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf: „Bevor man sich einen Gebrauchtwagen zulegt, sei es privat oder über einen Händler, sollte man diesen einer gründlichen Untersuchung unterziehen. So lassen sich böse Überraschungen und eventuelle Probleme vermeiden“, rät ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Man geht zwar davon aus, dass das Fahrzeug leer geräumt ist – bei näherer Durchsicht kann man jedoch durchaus auf Spuren des Vorbesitzers stoßen. Diese sollten zurückgegeben werden, noch bevor man den Kaufvertrag signiert.

Hat man das Fahrzeug bereits gekauft, zählen zu den eher erfreulichen Fundstücken noch gültige Parkscheine oder ein Verbandskasten. „Es kann jedoch auch vorkommen, dass man in einer Nische oder unter dem Reserverad besorgniserregende Dinge wie eine Schusswaffe oder ein Messer findet“, sagt die Expertin. Eventuell findet man in Spalten oder unter Ablagen auch Kapseln oder gar Päckchen, die sich nur mühsam „aus ihrem Versteck“ herausziehen lassen. Aber auch „wertvolle“ Fundstücke wie Dokumente, Kreditkarten, Schmuck oder Schlüssel können unerwartet beim Reinigen im Fahrzeug auftauchen.

Bei gefährlichen oder wertvollen Gegenständen nicht zögern, Fund nicht entsorgen

„Findet man gefährliche oder wertvolle Gegenstände in einem kürzlich erworbenen Gebrauchtwagen, sollte man rasch handeln und die Polizei verständigen“, empfiehlt ÖAMTC-Expertin Seidenberger. “Am besten fährt man gleich samt Auto und Kaufvertrag zur nächsten Polizeiinspektion – dort lässt sich der Fund zeigen und man hat gleich die Daten des Verkäufers parat.“ Insbesondere bei Waffen läuft man beim Angreifen Gefahr, Spuren zu verwischen oder gar sich zu verletzen.

„Keinesfalls sollte man aus Angst vor Befragung oder Involvierung in unangenehme Sachverhalte zu schnell und unüberlegt reagieren und das Fundstück entsorgen“, so die Verkehrspsychologin weiter. „Bei Tatwaffen beispielsweise ist der Fund von allgemeiner Bedeutung und kann zur Verbrechensaufklärung herangezogen werden.“ Bei Schmuckstücken, Dokumenten oder Kreditkarten wiederum wird der eigentliche Besitzer sehr dankbar sein, das Fundstück endlich wieder zu bekommen.