Gestern fand am Gelände der Waldschule Wiener Neustadt die feierliche Eröffnung des neu gestalteten Schulfreiraums durch Familien-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bürgermeister Klaus Schneeberger statt. An diesem besonderen Schulstandort treffen mit der Landessonderschule, der Volksschule und der Mittelschule gleich drei Schultypen aufeinander.
Im Rahmen einer vorangegangenen Pressekonferenz erklärte die Landesrätin die Bedeutung attraktiver, naturnaher und inklusiv gestalteter Bewegungs- und Begegnungsräume für die Gemeinden: „Dem Land Niederösterreich ist es seit vielen Jahren ein großes Anliegen, das Schaffen von bedürfnisgerechten und naturnahen Schulfreiräumen und Spielplätzen zu unterstützen. Den Anspruch an diese Spielräume haben wir in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt und um die Anforderungen der Inklusion und Barrierefreiheit erweitert.“
Neuer inklusiver Schulfreiraum für die Waldschule Wiener Neustadt
Um den Bedürfnissen aller Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, entstand am Schulstandort Waldschule der Wunsch, einen inklusiven, naturnahen und bedürfnisgerecht gestalteten Schulgarten zu schaffen – einen Raum, der allen Kindern sowie Pädagoginnen und Pädagogen der drei Schulen offensteht. „Wiener Neustadt setzt als Bildungsstadt, die Chancengleichheit und hohe Bildungsqualität vereint, gezielt auf Maßnahmen, die gelebte Inklusion verwirklichen. Spielplätze und Schulfreiräume sind jene Orte, an denen Kinder lernen, was kein Unterrichtsfach vermitteln kann: Freiheit, Begegnung und Vertrauen in die eigene Welt“, führt Klaus Schneeberger, Bürgermeister der Stadt Wiener Neustadt, aus.
Wie diese Haltung am Schulstandort seit vielen Jahren erfolgreich umgesetzt wird, betont auch Helmuth Sturm, Abteilungsleiter Kindergärten und Schulen: „Inklusion wird an diesem Standort seit jeher gelebt und zeichnet die Schule besonders aus. Die Landessonderschule, Volksschule und Mittelschule Föhrenwald bilden gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Förderbedarf eine starke Gemeinschaft. Der neue Spielplatz schafft zudem einen weiteren Ort der Begegnung, an dem gelebte Inklusion im Alltag sichtbar wird.“
Das Team der Familienland*Spielräume der Familienland Niederösterreich GmbH begleitete den gesamten Prozess an der Waldschule – von der Idee über die Gestaltungsskizze bis hin zur Umsetzung. Auch wurden im Rahmen einer Pflanz- und Kreativwerkstatt mit den Schülerinnen und Schülern aller drei Schultypen nicht nur zahlreiche Sträucher und Bäume gepflanzt, sondern auch bunte Objekte und ein Sinnespfad gestaltet sowie in einer weiteren Kreativaktion der bestehende Weg farblich gestaltet. Neue Spielelemente fördern das gemeinsame Spiel und sind weitgehend barrierefrei gestaltet. Ein Mix aus Spielgeräten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, Sinneserfahrungen und Rückzugsbereichen bietet für jedes Kind die Möglichkeit, seine Fähigkeiten alters- und entwicklungsgerecht auszuprobieren.

200 Spielplätze und Schulfreiräume in zehn Jahren
Barbara Trettler, Geschäftsführerin der Familienland Niederösterreich GmbH, die für die Planung, Gestaltung und Umsetzung verantwortlich zeichnet, erläutert: „Die Familienland Niederösterreich GmbH unterstützt mit ihrem Beratungsprogramm ‚Schulhöfe und Spielplätze in Bewegung‘ Gemeinden und Schulen bei der Gestaltung zukunftsfitter Bewegungs- und Begegnungsräume für alle Generationen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der aktiven Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Sie werden sowohl in die Konzeptions- als auch in die Umsetzungsphase eingebunden und erhalten ein wesentliches Mitspracherecht.“ Das umfangreiche Beratungsprogramm ‚Schulhöfe und Spielplätze in Bewegung‘ der Familienland Niederösterreich GmbH kann von allen niederösterreichischen Gemeinden und Schulgemeinden in Anspruch genommen werden. In den vergangenen zehn Jahren wurden vom Team der Familienland*Spielräume bereits knapp 200 Projekte in Niederösterreich realisiert.
Abbau von Barrieren Inklusion und Teilhabe
Besonderes Augenmerk wird dabei auf Inklusion und die Förderung von selbstbestimmter sowie gleichberechtigter Teilhabe gelegt, wie die Landesrätin ausführt, denn „inklusive Gestaltung bedeutet weit mehr, als Spielplätze und Schulfreiräume für alle zugänglich zu machen. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander. Gemeinsames Spielen, Lernen und Begegnen hilft dabei, Barrieren in den Köpfen abzubauen, Berührungsängste zu überwinden und soziale Kontakte zu fördern. Von inklusiv gestalteten Schulfreiräumen und Spielplätzen profitieren nicht nur Kinder mit Behinderungen, sondern auch ihre Familien, Geschwister, Freundinnen und Freunde sowie Begleitpersonen. Ebenso sind ältere Menschen, Personen mit Mobilitätseinschränkungen oder Eltern mit Kinderwagen auf eine inklusive Gestaltung mit möglichst wenig Barrieren angewiesen. Ein Spielplatz sollte für alle zugänglich sein – ob mit Rollstuhl, mit Sehbehinderung, mit Bobbycar oder Kinderwagen oder auch mit Rollator. So müssen z.B. rollstuhlgerechte Spielgeräte entweder befahr- oder unterfahrbar sein, oder zum Umsetzen auf das Gerät animieren. Man kann oftmals herkömmliche Spielgeräte ohne großen Aufwand so gestalten bzw. adaptieren, dass sie diese Voraussetzungen erfüllen.
Informationen zum Beratungsprogramm und bisherigen Projekten im Rahmen der Familienland*Spielräume der Familienland Niederösterreich GmbH gibt es auf www.familienland.at.

