Kürzere Tage, wechselhaftes Wetter und schwierige Wegverhältnisse: Gerade im Wanderherbst ist eine gute Tourenplanung besonders wichtig. Die Naturfreunde Niederösterreich und Notruf Niederösterreich setzen deshalb gemeinsam auf Prävention und zeigen, wie sich kritische Situationen vermeiden lassen – und was zu tun ist, wenn trotz guter Vorbereitung etwas passiert.
Viele alpine Notlagen können bereits durch entsprechende Vorbereitung verhindert werden. Entscheidend ist, eine Tour zu wählen, die den eigenen Fähigkeiten und der körperlichen Verfassung entspricht. Wetterentwicklung, verfügbare Zeit, Wegverhältnisse und die notwendige Ausrüstung sollten bereits vor dem Aufbruch berücksichtigt werden.
„Viele kritische Situationen lassen sich bereits durch gute Vorbereitung vermeiden. Die Tour muss zum eigenen Können passen, Wetter, verfügbare Zeit und Ausrüstung müssen berücksichtigt werden“, betont Tamara Ladinger, Geschäftsführerin der Naturfreunde Niederösterreich.
Ausreichend Getränke, geeignete Kleidung, Orientierungsmöglichkeiten und ein geladenes Mobiltelefon gehören ebenso zur Vorbereitung wie eine realistische Selbsteinschätzung. Gerade im Herbst können sich die Bedingungen rasch verändern. Die Tage werden kürzer, das Wetter kann umschlagen und nasse oder rutschige Wege können zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen.
Digitale Hilfsmittel unterstützen – ersetzen aber keine alpine Kompetenz
Digitale Karten, GPS und Touren-Apps bieten heute zahlreiche Möglichkeiten, eine Wanderung vorzubereiten und unterwegs die Orientierung zu erleichtern. Sie können einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit leisten, ersetzen jedoch weder Erfahrung noch das für die jeweilige Tour erforderliche Wissen.
„Apps sind eine gute zusätzliche Unterstützung, werden aber nie die für die jeweilige Tour notwendige alpine Kompetenz ersetzen können“, erklärt Roland Groll, Bergführer, Alpinpolizist und Mitglied des Ausbildungsteams der Naturfreunde Österreich.
Neben der richtigen Nutzung technischer Hilfsmittel ist es deshalb wichtig, sich bereits vor einer Tour mit der geplanten Strecke, möglichen Gefahrenstellen, dem Wetter und alternativen Routen auseinanderzusetzen.
Wenn doch etwas passiert: Rasch Hilfe holen
Trotz sorgfältiger Vorbereitung kann es zu einem Sturz, einer Verletzung oder einer anderen alpinen Notlage kommen. Dann ist rasches und überlegtes Handeln gefragt. In Österreich führt die Notrufnummer 140 direkt zur Bergrettung.
Besonders wichtig ist im Ernstfall eine möglichst genaue Angabe des eigenen Standortes. GPS-Koordinaten oder ein genauer Punkt auf einer digitalen Karte können wesentlich dazu beitragen, den Einsatzort schneller zu bestimmen und die erforderlichen Einsatzkräfte gezielt auf den Weg zu bringen.
„Wenn es trotz guter Vorbereitung zu einem Notfall kommt, zählt vor allem, rasch Hilfe zu holen und den eigenen Standort möglichst genau angeben zu können. Moderne Technik kann uns dabei unterstützen, den Einsatzort schneller zu bestimmen. Wichtig ist aber auch, sich bereits vor einer Tour damit auseinanderzusetzen, wie man im Ernstfall einen Notruf absetzt“, betont Josef Schmoll, Geschäftsführer von Notruf Niederösterreich.
Notruf-App übermittelt wichtige Informationen – rettungsnotruf.online
Unterstützung bietet auch die kostenlose, österreichweit verfügbare Notruf App. Wird darüber ein Notruf ausgelöst, können unter anderem die aktuelle Position und zuvor hinterlegte Informationen an die Rettungsleitstelle übermittelt werden. Gleichzeitig wird ein Sprachanruf aufgebaut. Fehlt die Datenverbindung, können wichtige Notfalldaten auch per SMS übertragen werden.
Zusätzlich bietet die App Funktionen wie Tracker, Tourenbuch und eine Schutzengelfunktion. Damit stehen Nutzerinnen und Nutzern weitere Möglichkeiten zur Verfügung, um Touren zu dokumentieren und die persönliche Sicherheit unterwegs zu unterstützen.
Entscheidend bleibt jedoch, sich nicht ausschließlich auf technische Hilfsmittel zu verlassen.
„Technik ist eine Unterstützung. Gute Tourenplanung, Orientierung, passende Ausrüstung und alpine Kompetenz kann sie jedoch nicht ersetzen“, so Josef Schmoll.
Gemeinsame Prävention rund um die Ochsenburgerhütte
Um die wichtigsten Sicherheitstipps möglichst praxisnah zu vermitteln, haben die Naturfreunde Niederösterreich und Notruf Niederösterreich rund um die Ochsenburgerhütte mehrere gemeinsame Social-Media-Beiträge produziert.
Dabei werden typische Situationen beim Wandern aufgegriffen: Was ist nach einer Verletzung zu tun? Welche Folgen können mangelhafte Tourenplanung oder unpassende Ausrüstung haben? Wie lässt sich der eigene Standort im Ernstfall möglichst genau bestimmen? Und welche einfachen Vorbereitungen können dazu beitragen, dass eine Wanderung sicher und entspannt endet?
Die Beiträge werden im Laufe des Wanderherbstes über die Social-Media-Kanäle von Notruf Niederösterreich und den Naturfreunden Niederösterreich veröffentlicht.
Die Kooperation verbindet dabei zwei wesentliche Aspekte der Sicherheit im alpinen Bereich: Notfälle durch Information, Wissen und gute Vorbereitung möglichst zu vermeiden und gleichzeitig sicherzustellen, dass im Ernstfall rasch und richtig professionelle Hilfe angefordert werden kann.
Die gemeinsame Botschaft von Naturfreunde Niederösterreich und Notruf Niederösterreich lautet daher:
Gut vorbereitet unterwegs sein, Risiken frühzeitig erkennen und im Ernstfall wissen, wie man rasch und richtig Hilfe bekommt.

