Schneeberger: “Landesschau ist unsere Trägerrakete”

Schneeberger:
Bürgermeister Klaus Schneeberger im Guten Tag Österreich - Gespräch (Bildquelle: Guten Tag Österreich)

Über die gerade eröffnete NÖ Landesausstellung “Welt in Bewegung” in der Allzeit Getreuen sprach Guten Tag Österreich mit Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) ebenso wie über neue Initiativen in der Innenstadt, der Nachnutzung der Kasematten und seine Wahlziele bei der Gemeinderatswahl 2020.

Guten Tag Österreich: Herr Bürgermeister, die NÖ Landesausstellung “Welt in Bewegung” in Wiener Neustadt legte einen fulminanten Start hin. Welche Erwartungen haben Sie für die Stadt und die Region?

Schneeberger:  In Wahrheit sind es zwei Dinge. Erstens soll und muss die Landesausstellung jetzt auch die Akzeptanz der Besucher und der Bewohner dieser Stadt bekommen. Das zweite Ziel ist, dass die Landesschau eine Trägerrakete für die künftige Entwicklung dieser Stadt ist. Speziell im touristischen Bereich erwarte ich mir eine nachhaltige Wirkung.

Guten Tag Österreich: Herzstück sind die Kasematten, die im Zuge der Landesschau aufwendig renoviert wurden. Welche Nutzung wird es für das unterirdische Gewölbe im Nachhinein geben?

Schneeberger: Die Kasematten werden neben dem Stadttheater eine ganz spezielle kulturelle Aufgabe haben. Das heißt, wir planen jetzt schon für das Jahr 2020 und danach. Mit der dortigen Bastei, nämlich dem modernen Zubau, haben wir die Möglichkeit neben Kongressen auch musikalische Veranstaltungen, etwa Orchesteraufführungen, durchzuführen. Und in den drei vorhandenen Röhren der Kasematten sind Theateraufführungen geplant. Wir geben nächstes Jahr die Kasematten, die ganzjährig genutzt werden sollen, quasi nach der Landesaustellung wieder an die Wiener Neustädter Bevölkerung zurück. Auch ein touristisches Büro wird dort eingerichtet.

Guten Tag Österreich: Kürzlich wurde auch ein weiterer Meilenstein für Wiener Neustadt präsentiert, der Neubau des Landesklinikums. Wie sieht hier der Zeitplan aus und was passiert mit dem jetzigen Standort?

Schneeberger: Parallel mit dem Wechsel des Klinikums 2028 an den Stadtrand ist vorgesehen einen europäischen Stadtentwicklungswettbewerb zu starten. Es gibt wahrscheinlich europaweit keine Stadt, die im Stadtkern plötzlich zehn Hektar freie Fläche hat, nämlich beliebig bebaubar. Es sollen dort jedenfalls keine Wohnbatterien entstehen, da muss es kreative Ansätze geben. Das wird eine äußerst spannende Sache.

Schneeberger: "Landesschau ist unsere Trägerrakete"
Guten Tag Österreich Chefredakteur Thomas Resch im Gespräch mit Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger (Bildquelle: Guten Tag Österreich)

Guten Tag Österreich: Bleiben wir in der Innenstadt: Wann wird die neue Fachhochschule ihre Pforten öffnen?

Schneeberger: Die neue Fachhochschule wird am 16. September 2019 ihren Betrieb aufnehmen. Mit der Einrichtung kommen 1.400 Studierende und einige hundert Mitarbeiter in die Innenstadt. Damit soll die Stadt auch spürbar zur Studentenstadt werden. Wir bekommen so einen zusätzlichen Drive. Außerdem wird es  in der dortigen Karmeliterkirche ein zusätzliches Unikat geben, nämlich eine Bibliothek, die in einem ganz besonderen Ambiente platziert ist. Und erstmals im deutschsprachigen Raum werden eine Studentenbibliothek und eine öffentliche Bibliothek unter einem Dach beherbergt.

Guten Tag Österreich: Anderes Thema: Zuletzt gab es einige Geschäftsschließungen im Stadtzentrum. Mit welchen Strategien wollen Sie dagegen halten?

Schneeberger: Das ist wahrscheinlich die härteste Nuss, die es zu knacken gilt. Wir leiden wie viele andere Städte an der Ausdünnung der Innenstadt durch die am Stadtrand angesiedelten Einkaufszentren. Wiener Neustadt ist da besonders stark betroffen. Und der ganze Internethandel spielt natürlich auch eine Rolle. Jetzt überlegen wir, wie wir die Innenstadt nicht nur mit Handel versehen, so haben wir vor wenigen Tagen einen Kindergarten in der Fußgängerzone vorgestellt, ein Novum. Wir brauchen also kreative Ansätze wie wir die Innenstadt beleben. Da werden wir noch viel nachdenken, üben und probieren müssen. Wir werden heuer auch noch ein StartUp Projekt mit dem RIZ starten, wo Gründerunternehmen von ganz Niederösterreich hier im Zentrum auch Geschäfte machen können.

Guten Tag Österreich: Hat der neue Marienmarkt am Hauptplatz Ihre Hoffnungen für die Belebung der Innenstadt letztendlich erfüllt?

Schneeberger: Nicht zu 100 Prozent, da muss man ehrlich sein. Es ist nicht so, dass ich sage alles eitle Wonne und Waschtrog. Da ist man natürlich immer abhängig von den Mietern, da haben wir nicht immer ins Volle getroffen. Wir sind jetzt am Wege einer Besserung, es gibt eine positive Entwicklung, sind aber noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. Natürlich wird auch die Architektur des Marienmarktes kritisiert, nur Gusto und Ohrfeigen sind  bekanntlich verschieden, über das kann man immer unterschiedlicher Meinung sein.

Guten Tag Österreich: Zum Abschluss machen wir einen Blick nach vorne: Sie sind jetzt seit vier Jahren als ÖVP-Bürgermeister in Wiener Neustadt im Amt. 2020 wird wieder gewählt. Können Sie uns schon heute ihr Wahlziel verraten?

Schneeberger: Mein Wahlziel ist eigentlich ganz einfach: Ich will von der Bevölkerung bestätigt werden weiter Bürgermeister in dieser Stadt zu sein. Das erhoffe ich mir, weil ich schon viel erreicht habe, aber noch lange nicht alles. So gesehen ist das unmittelbare Ziel die relative Mehrheit zu schaffen und als Erster durchs Ziel zu gehen.