Fronius eröffnet erste grüne Wasserstoff-Betankungsanlage Österreichs

Der Fronius SOLH2UB ist die erste grüne, innerbetriebliche Wasserstoff-Betankungsanlage Österreichs (Bildquelle: Fronius International GmbH)
Der Fronius SOLH2UB ist die erste grüne, innerbetriebliche Wasserstoff-Betankungsanlage Österreichs (Bildquelle: Fronius International GmbH)

Die Mobilität der Zukunft basiert auf grünen Antriebslösungen. Das oberösterreichische Hightech-Unternehmen Fronius treibt diese Entwicklung aktiv voran und eröffnet am Standort Thalheim bei Wels die erste grüne, innerbetriebliche Wasserstoff-Betankungsanlage Österreichs. Die Anlage erzeugt aus Sonnenenergie sauberen Wasserstoff, der zum Antrieb von Fahrzeugen mit Brennstoffzelle genutzt werden kann.

Im Zuge der Energiewende sollen fossile Brennstoffe nach und nach durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden. Ziel ist es, den weltweiten Bedarf für Strom, Wärme und Mobilität ausschließlich aus nachhaltigen Quellen zu decken. Die Fronius International GmbH ist aus diesem Grund seit vielen Jahren im nachhaltigen Photovoltaik-Bereich tätig und sorgt für ausgeklügelte Lösungen zur Umwandlung und Speicherung von Sonnenenergie. Alle bislang installierten Fronius Wechselrichter erzeugen beispielsweise in einem Jahr eine Gesamtenergiemenge von 17 TWh, was der 1,5-fachen Energiemenge aller Donaukraftwerke zusammen entspricht.

Der Name Fronius ist allerdings nicht nur weltweit bei 1,6 Millionen Photovoltaik-Lösungen zu finden, sondern taucht auch in Zusammenhang mit der Technologie rund um Wasserstoff auf. Für die effiziente Nutzung verschiedener Energiesysteme ist Wasserstoff als Speichermedium ein wichtiger Baustein. Fronius forscht seit vielen Jahren in diesem Gebiet, um der Vision „24 Stunden Sonne“ einen Schritt näher zu kommen – einer Vision von einer Zukunft, in welcher der weltweite Energiebedarf aus 100 % Erneuerbaren gedeckt wird. Mit der Eröffnung der ersten grünen, innerbetrieblichen Wasserstoff-Betankungsanlage gelingt dem Unternehmen nun ein großer Wurf.

„Nachhaltiges Denken ist bei Fronius tief verwurzelt. Es stand bereits ganz am Anfang der Firmengeschichte, ist doch der Startschuss vor über 70 Jahren aus dem nachhaltigen Gedanken heraus gefallen, die kurze Lebensdauer von Autobatterien durch die effizientere Nutzung von vorhandener Energie zu verlängern. Heute bauen wir mehr denn je auf klima- und umweltschonende Lösungen, so auch in Sachen Mobilität. Die Zukunft der Fortbewegung kann nur auf eine Art stattfinden: ohne fossile Brennstoffe. Und genau hier setzen wir mit unserer Wasserstofftechnologie an“, erläutert Fronius Geschäftsführerin Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß.

(v.l.n.r.): Fronius Geschäftsführerin Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß und Leiter der Business Unit Solar Energy Martin Hackl (Bildquelle: Fronius International GmbH)
(v.l.n.r.): Fronius Geschäftsführerin Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß und Leiter der Business Unit Solar Energy Martin Hackl (Bildquelle: Fronius International GmbH)

Nachhaltige Pilotanlage mit Zukunftspotential

Mit dem sogenannten Fronius SOLH2UB geht eine Pilotanlage am Entwicklungsstandort in Thalheim bei Wels an den Start, die neue Maßstäbe setzt. Die Anlage ist als dezentraler Knotenpunkt für Sonnenenergie in der Lage grünen Wasserstoff zu erzeugen, zu speichern, für mobile Anwendungen zur Verfügung zu stellen oder wieder in Strom und Wärme umzuwandeln. Die hierfür benötigten Komponenten zur Umwandlung von überschüssigem Solarstrom in Wasserstoff mittels Elektrolyse sowie die stationären Brennstoffzellen entwickelt Fronius selbst.

„Der SOLH2UB ermöglicht eine innovative Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität. Wir sind überzeugt, dass Wasserstoff das Potential hat, einer der Energieträger der Zukunft zu werden und die Sektorenkopplung und damit auch die Energiewende massiv voranzutreiben“, erklärt Martin Hackl, Leiter der Business Unit Solar Energy bei Fronius.

Interessante Lösung für Kommunen und Unternehmen

„Mit dem SOLH2UB lässt sich erstmals wirklich grüner Wasserstoff aus Sonnenstrom gewinnen – und zwar genau dort, wo er gebraucht wird“, ergänzt Thomas Rührlinger vom Business Development Hydrogen Solutions. Das bietet Unternehmen, Gewerbebetrieben und Kommunen zahlreiche Vorteile: Wasserstoff lässt sich problemlos speichern und steht dann zum Betrieb von Fahrzeugen mit Brennstoffzelle vor Ort zur Verfügung oder lässt sich zukünftig bei Bedarf mit einer stationären Brennstoffzelle rückverstromen. Und auch die Wärme, die bei der Produktion und bei der Rückverstromung entsteht, kann vor Ort wieder genutzt werden.

Im Bereich Mobilität hat Wasserstoff insbesondere dort enormes Potential, wo Fahrzeuge große Energiemengen benötigen. Dies ist speziell bei kommunalen Fahrzeugen, Transportern, Bussen oder LKW der Fall. Der Energieträger verspricht große Reichweiten und kurze Betankungszeiten – und entsteht bei der Fronius SOLH2UB aus 100 % erneuerbaren Quellen. „Es ist somit genau genommen Sonnenenergie, die die Fahrzeuge antreibt. Und hinten kommt nur Wasserdampf raus“, stellt Martin Hackl abschließend fest.