Die „Wachauer Marille“ ist ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor

Die „Wachauer Marille“ ist ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor
Die Marille hat eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Wachau (Bildquelle: Thomas Resch)

Ihrer großen Bedeutung als Wirtschaftsfaktor für Landwirtschaft, Gastronomie und Tourismus wird die Marille auch heuer wieder gerecht. In der Wachau, dem bekanntesten Anbaugebiet, rechnet man nach dem mäßigen Vorjahr in dieser Saison mit einer mengenmäßig guten und qualitativ sogar hervorragenden Ernte. „Wir erwarten zwischen drei und 3,5 Millionen Kilogramm“, teilt Franz Reisinger, Obmann des rund 230 Mitgliedsbetriebe umfassenden Vereins „Wachauer Marille“, dem NÖ Wirtschaftspressedienst auf Anfrage mit.

„Der Regen im Mai und die viele Sonne im Juni haben den Früchten gut getan“, berichtet Reisinger, der bei der heurigen Ernte, die Mitte Juli starten wird, von ausgezeichneter Qualität ausgeht. Zwei Drittel der Marillenmenge kaufen die Kunden direkt bei den Obstbauern zwischen Melk und Krems ein, ein Drittel der Früchte wird zu Destillaten und Likören, Marmeladen und Marillennektar verarbeitet. In der Wachau wachsen auf 350 Hektar geschätzte 100.000 Marillenbäume.

Schon 1995 hatte die Europäische Union der Wachauer Marille wegen ihres einzigartigen Geschmacks eine geschützte Ursprungsbezeichnung bewilligt. Auch der Verein „Wachauer Marille“ will die Unverwechselbarkeit des Edelobsts kommunizieren: Seit 2004 kennzeichnen die Mitgliedsbetriebe die Früchte mit einem eigenen Markenzeichen – dem für die Region typischen Pflückkorb, versehen mit dem Schriftzug „Original Wachauer Marille“.

Große wirtschaftliche Bedeutung hat die Marille in ihren zu den verschiedensten Speisen und Getränken weiterverarbeiteten Formen und damit in weiterer Folge auch für die Gastronomie und den Tourismus. Die Wachauer Mitgliedsbetriebe der Vereinigung „Niederösterreichische Wirtshauskultur“ – eine Qualitätsgemeinschaft von Restaurants und Gasthöfen – setzen daher auch heuer wieder einen besonderen saisonalen Schwerpunkt, indem sie die ursprünglich aus China stammenden Früchte in allen erdenklichen Zubereitungsformen servieren: Auf den Speisekarten der Lokale finden sich dann kulinarische Köstlichkeiten, wie Marillenknödel, Strudel, Kuchen, Marmeladen, Liköre oder Marillenbrand