Schulschluss: Ein außergewöhnliches Schuljahr ist zu Ende

Schulschluss 2020: Ein außergewöhnliches Schuljahr geht zu Ende
Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsdirektor Johann Heuras mit den Schulkindern Anna, Rosa, Dorian und Emely (Bildquelle: Thomas Resch)

Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsdirektor Johann Heuras ziehen Bilanz über das Schuljahr 2019/20

Mit dieser Woche Freitag beginnen in Niederösterreich für 196.199 Schülerinnen und Schüler und 54.749 Kindergartenkinder die Sommerferien. Mit dem Ferienbeginn geht auch ein außergewöhnliches Schuljahr zu Ende, wie Bildungs-Landerätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsdirektor Johann Heuras heute Vormittag bei einer Pressekonferenz berichteten.

(v.l.n.r.): Bildungsdirektor Johann Heuras und Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister berichten über das außergewöhnliche Schuljahr 2020 (Bildquelle: Thomas Resch)

„Die Ausbreitung des Coronavirus im Frühjahr 2020 hat den gesamten niederösterreichischen Bildungsbereich vor zahlreiche neue und noch nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Es war ein Schuljahr, in dem zu Spitzenzeiten der Krise weniger als 400 Schülerinnen und Schüler sowie weniger als 340 Kindergartenkinder in den Einrichtungen betreut wurden. Die Krise ist keinesfalls durchstanden, aber zu Ferienbeginn und Schulschluss können wir nun das erste große Resümee ziehen und die Chance nutzen um nochmal ein großes Danke an alle Beteiligten auszusprechen. In lediglich 10 Schulen und 8 Kindergärten von jeweils über 1.000 Einrichtungen in Niederösterreich mussten Maßnahmen seitens der Gesundheitsbehörden gesetzt werden, das zeigt den disziplinierten Umgang mit der Krise im Bundesland“, so die Landesrätin.

Mit dem Beginn der Pandemie wurde das gesamte Bildungssystem innerhalb nur weniger Tage völlig neu organisiert. „Dass der Schulbetrieb, auch in Form von Distance Learning, weiterhin nahezu problemlos funktioniert hat ist nicht selbstverständlich. Ohne den Einsatz der Behörden, der Eltern und der Lehrerinnen und Lehrer wäre uns das keinesfalls so gut gelungen“, bedanken sich Teschl-Hofmeister und Heuras eingangs. Anfängliche Schwierigkeiten konnten in enger Zusammenarbeit von Land, Bildungsdirektion, Behörden und Schulen gut gelöst werden. „In dieser Ausnahmesituation sind natürlich auch Problemstellungen aufgetreten, die wir aber mithilfe unserer regelmäßigen Abstimmungsrunden und durch den enormen Einsatz aller Beteiligten gut lösen konnten“, erklärt Teschl-Hofmeister. So wurde etwa über die sechs Bildungsregionen ermittelt, wie viele Kinder mit technischen Hilfsmitteln so schlecht ausgestattet waren, dass dies über längere Zeit gesehen einen Nachteil bedeuten hätte können. Den Ergebnissen entsprechend wurden dann bis zu 1.000 Endgeräte zur Verfügung gestellt.

Schulerfolge 2020

„Die Ergebnisse und die Noten in diesem Schuljahr sind besser als in den letzten Jahren. Sie belegen eindrucksvoll, dass wir alles unternommen haben, dass diese Krise nicht den Bildungsweg und die weitere schulische Entwicklung der Kinder behindert“, so Bildungsdirektor Johann Heuras. 62% (im Vorjahr waren es 60,9%) der Schülerinnen und Schüler haben heuer die AHS Reife erreicht. 44,4% der Schülerinnen und Schüler haben die Mittelschule mit ausgezeichnetem oder gutem Erfolg abgeschlossen (im Vorjahr waren es 42,5%). In den AHS haben 56,56% (im Vorjahr waren es 48,8%) der Schülerinnen und Schüler und in den BMHS 28,44% (im Vorjahr waren es 24,8%) der Schülerinnen und Schüler das Schuljahr mit ausgezeichnetem oder gutem Erfolg abgeschlossen. Die Maturaergebnisse 2020 werden derzeit vom Bildungsministerium ausgewertet und liegen in den nächsten Tagen vor.

Ferienbetreuung 2020

Die Erfahrungswerte der letzten Wochen und Monate möchte man nun auch für die Sommerferien heranziehen. So liegt der Fokus in diesem Sommer vor allem auf entsprechenden Betreuungsangeboten. „Viele Eltern haben bereits einen Großteil ihres Urlaubs aufgebraucht und möchten nun gerne außerfamiliäre Hilfe in Anspruch nehmen. Das Land Niederösterreich hat sich deshalb gemeinsam mit den Gemeinden dazu entschieden, dass die Kindergärten heuer bei Bedarf durchgehend für die Ferienbetreuung geöffnet sein werden“, erklärt die Bildungs-Landesrätin. Die NÖ Familienland GmbH wird zudem an einem Viertel ihrer rund 90 Ferienbetreuungs-Standorte sogenannte Lernwerkstätten anbieten. Teilnehmende Kinder werden im Rahmen dieser Werkstätten gemeinsam mit den Pädagoginnen und Pädagogen die Inhalte des letzten Schuljahres wiederholen und vertiefen. Seitens des Bundes wird es für außerordentliche Schülerinnen und Schüler außerdem das Angebot der Sommerschule geben. In Niederösterreich haben sich dazu bereits 3.423 Schülerinnen und Schüler, das entspricht rund 62% der Zielgruppe, angemeldet.