„Rettungsgipfel“ für Rettungsorganisationen in NÖ

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Pressekonferenz zum Rettungsgipfel in St. Pölten (Bildquelle: Thomas Resch)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Pressekonferenz zum Rettungsgipfel in St. Pölten (Bildquelle: Thomas Resch)

Teuerung, Inflation und steigende Energiepreise treffen nicht nur private Haushalte und die Wirtschaft, sondern auch die Rettungsorganisationen.

„Jene Organisationen, die sonst 24 Stunden am Tag Hilfe und Unterstützung leisten, brauchen in dieser Situation selbst Unterstützung, denn Inflation und Preissteigerungen treffen auch sie in voller Wucht“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner heute bei einer Pressekonferenz im Landhaus in St. Pölten. Gemeinsam mit den Landesregierungsmitgliedern Ludwig Schleritzko, Martin Eichtinger und Ulrike Königsberger-Ludwig hatte sie zuvor die Rettungsorganisationen zu einem „Rettungsgipfel“ geladen. Mit dabei: das Rote Kreuz Niederösterreich, vertreten durch Präsident Josef Schmoll, der Samariterbund Niederösterreich, vertreten durch Präsident Hannes Sauer, die Johanniter Niederösterreich-Wien, vertreten durch Geschäftsführer Robert Brandstetter, Sanitätsrat Anton More vom Sozialmedizinischen Dienst, Landesgeschäftsführer Lukas Turk von der Bergrettung NÖ-Wien, der Landesleiter von der Höhlenrettung NÖ, Stephan Wolfram, der Präsident der Wasserrettung NÖ Markus Schimböck sowie der Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung Reinhard Kraxner.

Im Zuge des Rettungsgipfels habe man intensiv über Themen wie die Preissteigerungen beim Diesel oder die Teuerung beim Einkauf von medizinischen Gütern diskutiert, so Mikl-Leitner, die sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Rettungsgipfels bedankte: „Wir haben jetzt ein finanzielles Unterstützungspaket geschnürt, denn wer schnell hilft, hilft doppelt.“ Die Landeshauptfrau zu den Details: „Für 2022 werden wir einen Teuerungsausgleich in der Höhe von 2,5 Millionen Euro auszahlen. Das entspricht einer Pauschale in der Höhe von 35 Prozent der bestehenden Verträge bzw. Förderungen.“ Diese Auszahlung soll „so schnell wie möglich“ erfolgen, die zuständige Abteilung habe den Auftrag erhalten, einen entsprechenden Regierungsbeschluss vorzubereiten, der in der nächsten Regierungssitzung in zwei Wochen beschlossen werden soll. In den 2,5 Millionen Euro inkludiert seien auch 130.000 Euro für die Flugrettung sowie 31.000 Euro für die Bettenintensiv-Transporte des ASBÖ, erläuterte Mikl-Leitner weiters.

(v.l.n.r.): Präsident der Wasserrettung NÖ Markus Schimböck, Landesrat Ludwig Schleritzko, Präsident des Roten Kreuzes NÖ Josef Schmoll, Landesrat Martin Eichtinger, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Präsident des Samariterbundes NÖ Hannes Sauer, Landesleiter der Höhlenrettung NÖ Stephan Wolfram, Landesrätin UIrike Königsberger-Ludwig, Geschäftsführer der Johanniter NÖ-Wien, Robert Brandstetter, Sanitätsrat Anton More von den Sozialmedizinischen Diensten, Landesgeschäftsführer Lukas Turk von der Bergrettung NÖ-Wien und der Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung Reinhard Kraxner <small> (Bildquelle: Thomas Resch) </small>
(v.l.n.r.): Präsident der Wasserrettung NÖ Markus Schimböck, Landesrat Ludwig Schleritzko, Präsident des Roten Kreuzes NÖ Josef Schmoll, Landesrat Martin Eichtinger, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Präsident des Samariterbundes NÖ Hannes Sauer, Landesleiter der Höhlenrettung NÖ Stephan Wolfram, Landesrätin UIrike Königsberger-Ludwig, Geschäftsführer der Johanniter NÖ-Wien, Robert Brandstetter, Sanitätsrat Anton More von den Sozialmedizinischen Diensten, Landesgeschäftsführer Lukas Turk von der Bergrettung NÖ-Wien und der Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung Reinhard Kraxner (Bildquelle: Thomas Resch)

Für 2023 wolle man „vorausschauend agieren, weil wir den Rettungsorganisationen Planbarkeit geben wollen und den Menschen die Sicherheit, dass sie sich weiterhin auf die Rettungsorganisationen verlassen können“, so die Landeshauptfrau. Für 2023 werde es daher eine „Liquiditäts-Vorauszahlung“ geben, und zwar in Höhe von 75 Prozent der jährlichen Vertragssumme, wofür seitens des Landes rund sieben Millionen Euro zur Verfügung gestellt würden. Um den Sinn und Zweck dieser Maßnahme dokumentieren zu können, werde dies von einem Wirtschaftsprüfer begleitet. Wie schon für 2022 werden auch 2023 die Sondermittel für die Flugrettung mit rund zwei Millionen Euro und die Bettenintensiv-Transporte mit rund 65.000 Euro berücksichtigt. Gesondert unterstützt wird darüber hinaus der notärztliche Dienst des Roten Kreuzes, hier wird es 730.000 Euro zur Verbesserung der Situation an den 15 Notarzt-Stützpunkten geben, etwa für die Bezahlung an Sonn- und Feiertagen, für Nachtdienste sowie für Bereitschaftsdienste.

„Wenn man all das addiert, haben wir im Rahmen des Rettungsgipfels ein Paket von zusätzlichen zehn Millionen Euro für die Jahre 2022 und 2023 geschnürt“, hielt die Landeshauptfrau dazu fest: „Wir helfen damit unseren Rettungsorganisationen, damit sie ihren Fokus darauf legen können, den Menschen rasch zu helfen.“ Für das Land sei es einfach „das Gebot der Stunde“, hier rasch zu helfen, betonte sie: „Alleine im Jahr 2021 wurden von den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der vier Rettungsorganisationen Rotes Kreuz, Samariterbund, Sozialmedizinischer Dienst und Johanniter 2,3 Millionen Stunden geleistet.“

„Herausfordernde Zeiten brauchen auch ganz besondere Lösungen und verlässliche Partnerinnen und Partner“, meinte Landesrätin Königsberger-Ludwig in ihrer Stellungnahme. In Niederösterreich gebe es ein „gutes Sicherheitsnetz“ an Rettungsorganisationen, die „verlässliche Partnerinnen und Partner für das Land Niederösterreich“ seien. Gleichzeitig sei auch das Land für die Einsatzorganisationen „ein verlässlicher Partner“, verwies sie u. a. etwa auf die Vorauszahlungen im Bereich der Covid-Transporte. Beim heutigen Rettungsgipfel habe man beschlossen, dieses Paket zu schnüren, „um die Teuerung für die Rettungsorganisationen abzufedern und den Menschen in Niederösterreich weiterhin Versorgungssicherheit zu geben“, so Königsberger-Ludwig.

Die steigenden Kosten seien für die Rettungsorganisationen eine große Herausforderung, betonte der Präsident des Roten Kreuzes, Josef Schmoll. So brauche das Rote Kreuz Niederösterreich alleine 300.000 Liter Diesel im Monat, rund eine Million Menschen werden pro Jahr durch das Rote Kreuz transportiert. Nun habe man „auf Augenhöhe und im Miteinander“ ein Paket geschnürt, „das nicht nur die Steigerungen für 2022, sondern auch vorausschauend für 2023 abdeckt“, bedankte sich Schmoll.

„Wir haben in Niederösterreich ein gutes Sicherheitsnetz gespannt, und damit das nicht kleiner wird, hat es heute diesen Rettungsgipfel gegeben“, sagte der Präsident des Samariterbundes, Hannes Sauer, der auch betonte: „Gemeinsam mit der Unterstützung des Landes und mit der Leistung unserer Freiwilligen und Hauptberuflichen werden wir auch weiter jedem Menschen, der Hilfe benötigt, diese Hilfe zukommen lassen.“

Vorheriger ArtikelLeistbares Eigentum soll auch junge Niederösterreicher entlasten
Nächster ArtikelHimberg: Teileröffnungsfeier im PBZ