Österreichs Landesbildungsreferenten tagten in Laa an der Thaya

Österreichs Landesbildungsreferenten tagten in Laa an der Thaya
(v.l.n.r.): Landeshauptmann Peter Kaiser (Kärnten), Landesrätin Daniela Winkler (Burgenland), Landesrätin Andrea Klambauer (Salzburg), Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (Niederösterreich), Landesrätin Maria Hutter (Salzburg), Landesrätin Ursula Lackner (Steiermark), und Landeshauptmann-Stv. Christine Haberlander (Oberösterreich) bei der Pressekonferenz in Laa/Thaya (Bildquelle: NLK / Burchhart)

Teschl-Hofmeister: „Wertvoller Dialog für gemeinsames Vorgehen“

Auf Einladung von Niederösterreichs Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister tagten Österreichs LandesbildungsreferentInnen und LandeselementarpädagogikreferentInnen in Laa an der Thaya um sich über aktuelle Themenfelder aus Bildung und Elementarpädagogik auszutauschen. „Im Bildungs- und im Elementarpädagogikbereich haben sich in den letzten Wochen und Monaten wichtige und teilweise umfassend diskutierte Themenfelder aufgetan. Diese haben wir heute gründlich diskutiert und behandelt. Der regelmäßige Dialog und Austausch zwischen den Ländern ist aufrechtzuerhalten, um Erfahrungen auszutauschen und um, wenn notwendig, gemeinsame Linien für das weitere Vorgehen zu finden“, so Teschl-Hofmeister im Rahmen der anschließenden Pressekonferenz.

Im Bereich der Elementarpädagogik ist es den Ländern ein großes Anliegen, gemeinsame Strategien zur Bekämpfung des drohenden Fachkräftemangels in der Kinderbetreuung zu entwickeln, denn in einigen Ländern wird es vermehrt schwierig, ausreichend pädagogisches Personal für qualitativ hochwertige Betreuung zu lukrieren. „In Niederösterreich stehen wir noch nicht vor diesem Problem, doch auch wir erachten es als notwendig, frühzeitig länderübergreifend zu reagieren. Daher haben wir heute den Beschluss gefasst, dass den Ländern die Möglichkeit gegeben werden soll, künftig zusätzliche Berufsgruppen mit adäquaten pädagogischen Ausbildungen in Kinderbetreuungseinrichtungen einsetzen zu dürfen“, erklärte die niederösterreichische Bildungs-Landesrätin.

Die Länderreferentinnen und –referenten haben sich auch mit der aktuellen Diskussion rund um den Verein ‚Original Play‘ auseinandergesetzt. „Für mich war seit dem Aufkommen der Vorwürfe klar, dass der Verein vorläufig in keinem niederösterreichischen Kindergarten und in keiner niederösterreichischen Schule tätig sein darf. Diese Weisung haben wir aufgrund der bekannt gewordenen Verdachtsmomente schnellstmöglich veranlasst. Und auch meine Kolleginnen und Kollegen in den anderen Bundesländern haben bereits reagiert“, erklärt Teschl-Hofmeister. Parallel zum raschen Handeln wolle man für die Zukunft koordinierte Vorgehensweisen erarbeiten: „Wir haben uns darauf geeinigt, dass ein gegenseitiger Erfahrungsaustausch über neue pädagogische Konzepte und Ansätze dringend notwendig erscheint. Und so werden wir regelmäßige Konferenzen der Kindergarteninspektorinnen und –inspektoren und der pädagogischen Fachberaterinnen und –berater auf Länderebene in Zukunft dafür nützen, Angebote rund um die Pädagogik in unseren Kinderbetreuungseinrichtungen zu beleuchten, neu auftretende Initiativen und Projekte vorzustellen und auf fachlicher Ebene zu diskutieren und bewerten“, so die Bildungs-Landesrätin. Mit diesem Vorgehen wolle man eine österreichweite Abstimmung und einen laufenden Informationsaustausch im Bereich der Elementarpädagogik sicherstellen.

Im Bildungsbereich brachte die Konferenz drei zentrale Themen hervor. Eines davon war die Zusammenarbeit mit den neuinstallierten Bildungsdirektionen, weshalb erstmals auch die Bildungsdirektorinnen und Bildungsdirektoren zur Tagung eingeladen waren. „Seit 1. Jänner 2019 sind die Bildungsdirektionen als serviceorientierte Behörden für alle schulischen Belange aktiv. Im Zentrum steht dabei das Wohl der Kinder. Es geht uns darum, die besten Rahmenbedingungen für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen und zukunftsweisende Konzepte im Bildungsbereich zu entwickeln“, so Teschl-Hofmeister.

Ein weiteres wichtiges Thema war den Landesreferentinnen und –referenten jenes des Lehrpersonals und der Ressourcen. Einige Länder berichten bereits von einem Mangel an Lehrpersonal. In Niederösterreich sei die Situation vor allem im Mittelschulbereich und dort in den Fachbereichen Mathematik, Physik, Chemie und Bildnerische Erziehung angespannt. „Um dem Bedarf künftig gerecht werden zu können, fordern wir Länder vom Bund, das Studienangebot an den Pädagogischen Hochschulen zu erweitern und gezielte Imagekampagnen zu setzen, um den Beruf der Lehrerin bzw. des Lehrers ausreichend zu bewerben“, erklärte Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

Drittes zentrales Beratungsthema war jenes der Schwerpunktsetzung an den Mittelschulen. Um die Bedeutung der MINT-Ausbildung an den Schulen österreichweit zu heben, schlagen die Länder vor, einen Schwerpunkt genauso gesetzlich zu verankern wie es bisher bereits mit den Sonderformen Sport und Musik passiert ist.

„Viele Kinder kommen mit einem großen Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Inhalten an die Mittelschulen und die offensive Einführung des Schwerpunkts ‚Naturwissenschaft & Technik“ hatte von Beginn an hohe Attraktivität. Deshalb werden wir in Niederösterreich das Angebot ab dem kommenden Schuljahr 2020/21 auch verdoppeln – statt sechs Schulstandorten, werden 12 den beliebten Schwerpunkt anbieten“, erklärte Teschl-Hofmeister die Situation in Niederösterreich.