NÖ Bauernbund: Schritt für Schritt zur Selbstversorgung mit heimischen Lebensmitteln

Milchbäuerin Marianne Butzenlechner mit NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek
Milchbäuerin Marianne Butzenlechner mit NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek (Bildquelle: NÖ Bauernbund)

Auch bei der Herbst-Kampagne des NÖ Bauernbunds steht das „Staatsziel Versorgungssicherheit“ im Mittelpunkt

Seine im Frühsommer erfolgreich angelaufene „Für Dich, für Alle, für Österreich“-Kampagne setzt der Niederösterreichische Bauernbund im September mit neuen Großflächen-Sujets mit Titel wie „Ernten was gut ist“, „Das Beste vom Feld holen“ und „Wissen, wann die Zeit reif ist“ fort und dabei auf die Themen Regionalität und qualitätsvolle Lebensmittel. Schritt für Schritt stellt die größte politische Teilorganisation der ÖVP dabei das angepeilte Staatsziel einer Selbstversorgung Österreichs mit heimischen Lebensmitteln im Verfassungsrang erneut in den Mittelpunkt des Medieninteresses.

Selbstversorgung in der österreichischen Verfassung garantieren

„Klimawandel und Corona-Krise haben uns vor Augen geführt, dass die zentrale Grundaufgabe des Staates die Versorgung seiner Bürgerinnen und Bürger ist. Unsere Verfassung garantiert viele wertvolle Rechte – auch die Versorgungssicherheit mit hochqualitativen, heimischen Lebensmitteln muss zum Staatsziel im Verfassungsrang erhoben werden“, erklärt NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek. Das Vertrauen und die wachsende Sympathie der Konsumenten zur Landwirtschaft sieht der Bauernbund nämlich als Versicherungspolizze für eine dauerhafte Versorgungssicherheit, besonders in Krisenzeiten.

Der Spätsommer ist für Niederösterreichs Landwirte auch die Erntezeit, unter anderem werden in Niederösterreich aktuell Getreide, Kartoffeln und Mais oder auch Zwiebeln, Bohnen, Knoblauch und Erbsen geerntet und damit die Versorgung mit diesen wichtigen Lebensmitteln sichergestellt.

Herbstzeit ist Erntezeit

„Ernte und Herbstaussaat gehen dabei Hand in Hand. Schon jetzt wird die Saat für das nächste Jahr gelegt, damit unsere Landwirte auch im Frühjahr wieder Qualität, Regionalität und den Geschmack der Heimat auf die Teller der Konsumenten liefern können“, bringt es Nemecek auf den Punkt. „Die Bäuerinnen und Bauern übernehmen Verantwortung für alle Lebensbereiche in der Gesellschaft. Sie sorgen für wertvolle Lebensmittel, einzigartige Lebensräume und sichern damit die Lebensqualität in unserer Heimat“, sagt Nemecek: „Und wenn im Herbst im ganzen Land wieder das Erntedankfest  gefeiert wird, braucht es auch das Danke an unsere Bäuerinnen und Bauern, die ihre Leistungen an 365 Tagen im Jahr erbringen und die sich, so wie es in einem unserer Sujets heißt, sprichwörtlich – ‘mit sauberer Arbeit die Hände dreckig machen’“.

Nagelprobe für die Zuckerselbstversorgung

Besonders im Fokus ist aktuell die gefährdete österreichische Zuckerselbstversorgung. Klimawandel, fehlende Werkzeuge und Weltmarktpreise drohen diese 200 Jahre währende Selbstversorgung zu beenden. „Es braucht einen nationalen Schulterschluss aller Beteiligten, damit die notwendigen Anbauflächen bereitgestellt werden können. Die österreichischen Rübenbauern wie die Betreiber benötigen in erster Linie Planungssicherheit. Nur so kann die Selbstversorgung mit heimischem Zucker ermöglicht und die unabhängige Zuckerversorgung für die Zukunft gesichert werden“, so Paul Nemecek.

Niederösterreich ist das Agrarbundesland Nummer 1

Wie sehr die heimische Landwirtschaft systemrelevant ist, hat die Corona-Krise vor Augen geführt. Trotz schwieriger Witterungsbedingungen erzielt etwa die heurige Getreideernte gute Qualitäten und liegt mengenmäßig im langjährigen Mittel. Aktuell braucht sich niemand in Bezug auf Lebensmittel Sorgen zu machen: Ein Viertel aller landwirtschaftlichen Betriebe und die Hälfte der Ackerfläche Österreichs, das sind 676.000 Hektar, liegen im flächenmäßig größten Agrarbundesland Nummer 1.

Mit ihren rund 100.000 Milchkühen liefern die niederösterreichischen Milchbäuerinnen- und –bauern rund 20 Prozent der österreichischen Gesamtliefermenge an „weißem Gold“, das macht im Jahresschnitt 660.000 Tonnen Qualitätsmilch. Diese Menge reicht aus um Niederösterreich und den Großteil von Wien sicher zu versorgen. So versorgt etwa jeder niederösterreichische Milchbauer im Schnitt gezählte 1546 Einwohner mit Milch und Milchprodukten wie Butter, Käse und Joghurt. Ebenso reicht beispielsweise die in Niederösterreich geerntete Erdäpfelmenge auch heuer um die Bundeshauptstadt Wien zwei Jahre lang damit versorgen zu können.

„Sicherheit in der Krise“ durch unsere Familienbetriebe

Flächendeckend, regional und familiär, das sind die niederösterreichischen Betriebe: 38.000 Land- und Forstwirte, davon 94 Prozent als Familienbetrieb, pflegen dabei im Durchschnitt 43 Hektar. Zum Vergleich: in Deutschland sind es 62 Hektar und in Tschechien sogar durchschnittlich 133 Hektar und damit mehr als 3-mal so viel wie in Niederösterreich. Dabei ernährt heute ein österreichischer Bauer 120 Personen, 1970 waren es noch 12.

„Diese Zahlen zeigen die große wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Landwirtschaft in Niederösterreich auf. Gerade im ländlichen Raum sind die Bauernhöfe und Direktvermarkter oftmals die letzte Möglichkeit zur Nahversorgung. Die Konsumenten profitieren von diesem vielfältigen Angebot, denn frischer und regionaler als vom Bauernhof vor der Haustür geht es nicht“, resümiert Nemecek.