Mobilitätspaket Niederösterreich bis ins Jahr 2027 präsentiert

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrat Ludwig Schleritzko bei der Pressekonferenz zum Mobilitätspaket Niederösterreich 2023 bis 2027 (Bildquelle: Thomas Resch)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrat Ludwig Schleritzko bei der Pressekonferenz zum Mobilitätspaket Niederösterreich 2023 bis 2027 (Bildquelle: Thomas Resch)

In einer Pressekonferenz präsentierten heute Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrat Ludwig Schleritzko in St. Pölten das „Mobilitätspaket Niederösterreich 2023-2027“.

„Mobilität heißt für uns in Niederösterreich, allen Menschen in unserem Land jene Form der Mobilität anzubieten, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Wir wollen Mobilität auf höchstem Niveau für alle Landsleute“, hielt die Landeshauptfrau eingangs fest. Das Thema Mobilität unterliege aber nicht nur einem permanenten Wandel, sondern sei auch gerade in einem Flächenbundesland wie Niederösterreich „eine andere Herausforderung als im urbanen Raum“, betonte sie. Daher wolle man beim Thema Mobilität „nichts dem Zufall überlassen“, verwies sie auf das Strategiepapier „Mobilitätskonzept 2030+“, das die Grundlage sei für Arbeitsprogramme wie etwa das heute vorgestellte neue Mobilitätskonzept für die Jahre 2023 bis 2027. Dieses sei „ein ganz klarer Fahrplan, wie wir die Mobilität in Niederösterreich weiter ausbauen und entwickeln“, so Mikl-Leitner: „Unser Ziel muss es sein, alle Verkehrsarten miteinander zu denken und zu verbinden: von Bus und Bahn über das Auto bis hin zum Radfahren und zu Fuß gehen. Wir müssen es schaffen, auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen so weit wie möglich einzugehen“.

Dafür brauche es klare Schwerpunktsetzungen, betonte die Landeshauptfrau. So wolle man erstens eine leistungsfähige Infrastruktur für klimafreundliche Mobilität, also den Ausbau der Infrastruktur für Fußgänger, Radfahrer, aber auch auf Schiene und Straße. „Zum Zweiten wollen wir auf eine hohe Verfügbarkeit der Verkehrsträger setzen“, etwa durch mehr Züge, mehr Linien und flexible Angebote. Drittens brauche es „effiziente Schnittstellen zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln“, viertens auch „neue Formen der Mobilität“ wie zum Beispiel Sammeltaxis oder Sharing-Angebote, so Mikl-Leitner.

Zu den konkreten Planungen für die Jahre 2023 bis 2027 führte sie einige Kennzahlen an: „In den nächsten fünf Jahren werden wir 400 Kilometer Eisenbahn-Strecken ausbauen, modernisieren oder erneuern, wir werden 40 neue Doppelstock-Zuggarnituren anschaffen, das sind 8.000 Plätze, und es werden 16 neue Akkuzüge die alten Dieseltriebwägen ersetzen. Wir werden unsere Park-and-Ride-Stellplätze um 6.000 für Pkw und 4.000 für Fahrräder ausbauen, und wir werden auf der Bahn fünf Millionen zusätzliche Zugkilometer bestellen.“ Insgesamt werde somit seitens des Landes in den nächsten fünf Jahren eine Milliarde Euro in den Ausbau der öffentlichen Mobilitätsangebote investiert.

Das Mobilitätspaket sei „Richtschnur und Arbeitsanleitung“ für die kommenden Jahre, betonte auch Landesrat Schleritzko in seiner Stellungnahme. Im Blick zurück verwies er auf Maßnahmen wie den Ausbau des Marchegger Astes, der Pottendorfer Linie oder der inneren Westbahn. Rund 30 Bahnhöfe seien modernisiert und aufgerüstet worden, das Angebot auf der Schiene sei um vier Millionen Kilometer ausgeweitet worden, im Busbereich gebe es um neun Millionen Kilometer mehr als noch vor fünf Jahren. 4.000 neue Park-and-Ride-Plätze seien entstanden und im südlichen Weinviertel habe man ein Bussystem mit elektrisch betriebenen Bussen etabliert, fasste er zusammen und verwies auch auf die Umsetzung des Klimatickets, das erst vor kurzem noch günstiger gemacht worden sei.

„Fakt ist: Niederösterreich ist ein Flächenbundesland und setzt auf den Mobilitätsmix von Schiene, Straße und aktiver Mobilität zu Fuß oder mit dem Rad“, betonte der Landesrat. Im Straßenbereich verwies er etwa auf Projekte wie die Umfahrung Wieselburg, aber auch im Radbereich habe man etwa mit der neuen Radwegeförderung oder mit „Radland NÖ“ Meilensteine gesetzt.

Im Blick nach vorne führte Schleritzko z. B. die blau-gelbe Bahnoffensive an, die Investitionen von 2,3 Milliarden Euro in den nächsten 20 Jahren bringen werde. Damit werde man u. a. Regionalbahnen wie die Erlauftalbahn oder die Puchbergerbahn modernisieren und einen 30 Minuten Takt anbieten können; bei der Franz Josefs-Bahn wolle man durch die Modernisierung eine Fahrzeitverkürzung von zehn Minuten auf der Strecke Wien-Gmünd sowie durch die Direktanbindung von Horn eine Fahrzeitverkürzung von 15 Minuten auf der Strecke Horn-Wien erreichen. Auch an den Schnittstellen zu Wien (etwa bei der Nordbahn oder der Laaer Ostbahn) wolle man Transportkapazitäten erhöhen und Taktverdichtungen umsetzen.

Im Busverkehr gelte das Motto „Starke Achsen, flexibel in der Fläche“, so wolle man auf den Hauptachsen große Linienbusse und in weniger dicht besiedelten Gebieten oder zu Randzeiten kleinere Fahrzeuge zum Einsatz bringen. 40 Prozent des Öffentlichen Verkehrs werde auf der Straße abgewickelt, hielt der Landesrat fest und betonte: „Wir brauchen auch in Zukunft ein gut ausgebautes und sicheres Straßennetz in Niederösterreich.“

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