Samstag, 7. Februar 2026

Verlässlich, kompetent, unkompliziert…

NÖ: Kliniken wachsen enger zusammen

In der Region Waldviertel und Thermenregion werden bereits seit Jahren die Kooperationen zwischen Klinikstandorten gelebt – diese positive Zusammenarbeit wird nun mit Anfang 2026 auf andere Regionen ausgeweitet. Dadurch ergeben sich zahlreiche Vorteile für Patientinnen und Patienten als auch für die Mitarbeitenden. Ziel ist, ein Gesundheitssystem, das nicht nur aktuellen Herausforderungen standhält, sondern auch langfristig zukunftsfit ist.

Anfang des Jahres wurde der Gesundheitsplan 2040+ ins Leben gerufen, der eine zukunftssichere Gesundheitsversorgung mit höchster Qualität – heute, morgen und für kommende Generationen garantieren soll. Darunter finden sich einige Maßnahmen, die bereits erfolgreich umgesetzt wurden wie beispielsweise die neue Abteilung für Akutgeriatrie und Remobilisation im LK Stockerau oder das Projekt „HNÖ hilft“, bei dem die Wartezeiten für HNO Operationen für Kinder verkürzt werden. Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz wurde nun eine weitere Maßnahme, die Vernetzung weiterer Klinikstandorte, vorgestellt.

„Das heißt konkret, dass Klinikstandorte zukünftig noch enger zusammenarbeiten als bisher. Diese Zusammenarbeit und verstärkte Kooperation ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg in die Zukunft: Wir profitieren in Niederösterreich maßgeblich davon, dass wir alle Kliniken und auch die Pflegezentren unter einem Dach haben. Durch Verbünde innerhalb der Landesgesundheitsagentur bündeln wir zudem die Expertise, sichern dadurch Qualität und schaffen zukunftsfitte Strukturen für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für das gesamte Gesundheitswesen“, erklärt der für Kliniken zuständige Landesrat Anton Kasser.

Im Waldviertel gibt es bereits seit dem Jahr 2000 das Prinzip der engen Kooperationen zwischen den Kliniken zum Beispiel am LK Horn-Allentsteig und auch in der Thermenregion wird die Zusammenarbeit bereits im Landesklinikum Baden-Mödling gelebt. „Diese Vernetzung bringt viele Vorteile mit sich. Unter anderem, dass Spezialisierungen auf die Standorte verteilt werden, es gibt keine Doppelstrukturen, Abteilungen werden standortübergreifend geführt – das heißt eine Leitung für zB. zwei Standorte mit einer gemeinsamen Strategie. Ärztliche, pflegerische und administrative Teams arbeiten standortübergreifend zusammen, was wiederum die Expertise stärkt, Personal, Geräte, und Know-how werden gemeinsam genutzt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich spezialisieren und sichern Arbeitsprozesse durch höhere Fallzahlen und natürlich profitieren die Patientinnen und Patienten von der Gesundheitsversorgung bei gleichbleibend hoher Qualität und von der koordinierten Behandlung über die Standorte hinweg“, so Kasser.

Konkret sind mit Anfang 2026 folgende Zusammenschlüsse geplant: Im Weinviertel die Kliniken Stockerau-Korneuburg-Hollabrunn, in der Thermenregion UK Wr. Neustadt- UK Hochegg und in der Region Mitte UK Tulln-LK Klosterneuburg. Zudem werden das UK Krems und das LK Melk in den kommenden Jahren noch enger miteinander kooperieren. „Ab 1.1.2026 werden die Standorte Klosterneuburg und Tulln als ein gemeinsamer Standort auftreten. Durch die Bündelung von Expertise entsteht ein breiteres medizinisches Leistungsangebot. Das UK Tulln wird eine Klinik mit regionalen Schwerpunktfunktionen wie beispielsweise die Bündelung der Gynäkologie und Geburtshilfe, die bereits umgesetzt wurde, die Anästhesie sowie die Innere Medizin. Zudem planen wir einen Aufbau einer Pädiatrischen Überwachungsstation. Das LK Klosterneuburg wird eine Klinik mit Sonderfunktionen, dabei werden wir bestehende tagesklinische Leistungen weiterführen, die Etablierung einer Akutgeriatrie und Remobilisation mit gesamt 36 Betten und die Weiterführung der Notfall- /Erstversorgung“, erklärt der Kaufmännische Direktor Andreas Mikl (UK Tulln).

„Das Landesklinikum Melk und das Universitätsklinikum Krems werden künftig noch enger zusammenarbeiten, um die medizinische Versorgung langfristig zu sichern und weiter auszubauen. Ein wichtiger Schritt in diesem Zusammenhang ist die Verlagerung der Gynäkologie und Geburtshilfe von Melk nach Krems. Wichtig zu erwähnen ist: die im Bereich Endometriose in Melk aufgebaute Expertise geht dabei nicht verloren, sondern wird vollständig nach Krems transferiert und weiter ausgebaut. Die Zusammenarbeit im Bereich der Schlafmedizin wird forciert und bleibt weiterhin am Standort Melk bestehen, sowie auch die Abteilung für Innere Medizin, das Wundmanagement sowie auch die Erstversorgung am Standort. Der Notarztstützpunkt wird zum Teil vom LK Melk bespielt. Auch die Medinklusions-Ambulanz (MIA-Ambulanz) bleibt bestehen und wird kontinuierlich weiterentwickelt, sodass Patientinnen und Patienten mit besonderen Bedarfen weiterhin professionell und optimal versorgt werden. Gleichzeitig startet der Probebetrieb der neuen Akutgeriatrie und Remobilisation in Melk, wo ältere Patientinnen und Patienten multiprofessionell versorgt werden. Planbare Operationen, ambulante und stationäre Versorgung bleiben gesichert. Offene Kommunikation und Transparenz für Mitarbeitende sind uns besonders wichtig, damit alle über die nächsten Schritte informiert sind. Alle Maßnahmen erfolgen koordiniert, schrittweise und im Dialog – mit einem klaren Zielbild bis 2030. Im Mittelpunkt steht dabei eines: eine verlässliche, qualitativ hochwertige und menschliche Medizin für unsere Region“, erklären die beiden Ärztlichen Direktoren Leopold Wanderer (LK Melk) und Andrea Zauner-Dungl (UK Krems).

„Als Pflegedirektorin bin ich seit sieben Jahren an den Standorten Wr. Neustadt und Hochegg tätig und habe beide Häuser stets als gemeinsame Einheit gesehen. Mir war immer wichtig, die Stärken beider Kliniken sinnvoll zu bündeln und weiterzuentwickeln – vieles ist bereits gelungen und zeigt das Potenzial der standortübergreifenden Zusammenarbeit. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dabei war, dass wir alle Beteiligten kontinuierlich in den gesamten Prozess einbezogen haben. Ich habe das Privileg, mit engagierten und hochkompetenten Teams zusammenzuarbeiten und das gewachsene Vertrauen stärkt unseren gemeinsamen Weg in die Zukunft“, erklärt Pflegedirektorin Christa Grosz (UK Wr. Neustadt-Hochegg).

„Die konsequente Umsetzung der strukturellen Veränderungen gemäß des Gesundheitsplans 2040+ bringt auch eine Bündelung der ärztlichen und pflegerischen Ressourcen in der Region Weinviertel mit sich. Die Zusammenführung der Landeskliniken Hollabrunn und Korneuburg-Stockerau ist die Basis für eine erhöhte Planbarkeit klinischer Abläufe, setzt neue fachliche Impulse und stärkt das Angebot im medizinischen und pflegerischen Bereich nachhaltig. Zusätzlich zum Vorteil der Synergienutzung in vielen Bereichen überzeugt auch die nachhaltige Konzentration der fachärztlichen Ressource sowie die damit einhergehende Sicherstellung der Versorgungsqualität“, erklärt auch der Ärztliche Direktor Rainer Ernstberger (LK Stockerau-Korneuburg-Hollabrunn) und hält zusätzlich fest: „Als gelernter Chirurg kann ich sagen: Wir brauchen die große Operation, wenn wir ein Multiorganversagen im Gesundheitswesen vermeiden wollen, dann muss die Operation jetzt durchgeführt werden und daher ist meine Überzeugung, dass die Umsetzung des Gesundheitsplan 2040+ alternativlos ist.“

„Alle Maßnahmen erfolgen koordiniert und schrittweise mit einem Zielbild 2040+, um die medizinische und pflegerische Versorgung langfristig zu sichern. Ziel ist, ein Gesundheitssystem zu schaffen, das nicht nur aktuellen Herausforderungen standhält,
sondern auch langfristig zukunftsfit ist“, erklärt Anton Kasser abschließend.

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