25 Jahre Erwachsenenbildungsforum OÖ

(v.l.n.r.): Mag.a Iris Ratzenböck-Höllerl, Vorsitzende des EB-Forums Oberösterreich und Landesrätin Mag.a Christine Haberlander (Bildquelle: Land OÖ/ Ehrengruber)
(v.l.n.r.): Mag.a Iris Ratzenböck-Höllerl, Vorsitzende des EB-Forums Oberösterreich und Landesrätin Mag.a Christine Haberlander (Bildquelle: Land OÖ/ Ehrengruber)

Seit einem Vierteljahrhundert kümmert sich das Erwachsenbildungsforum OÖ um passende Programme für lebenslanges Lernen. „Seit 20 Jahren gibt es auch ein eigenes Qualitätssiegel“, berichtete LRin Mag.a Haberlander am heutigen Dienstag bei einer Pressekonferenz in Linz. Im Vorjahr wurden 49.000 Bildungsveranstaltungen mit über einer Million Teilnahmen durchgeführt.

Wer glaubt, dass Lernen nach der Schule vorbei ist, liegt mit Sicherheit falsch! Wer heute in Österreich in der ersten Klasse einer Volksschule beginnt, wird das formale Bildungssystem im Durchschnitt nach ca. 16 Jahren, also im Alter von etwa 22 Jahren, verlassen. Die Lebenserwartung in Österreich steigt jedoch bis 2030 bei Männern auf 81 Jahre und bei Frauen auf 86 Jahre. Die formale Bildung macht also nur ca. ein Viertel des Lebens aus. Trotzdem haben die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher nach 22 Jahren nicht ausgelernt! Denn auch die verbleibenden 60 Lebensjahre sollen im Sinne eines Lebenslangen Lernens für die Weiterbildung genutzt werden. Um den eigenen Fortbildungsansprüchen gerecht zu werden, stehen den Oberösterreicherinnen und Oberösterreichern zahlreiche Angebote im Bereich der Erwachsenenbildung zur Verfügung. Seit 25 Jahren kümmert sich das Erwachsenenbildungsforum OÖ um die passenden Programme, und seit 20 Jahren gibt es für Bildungseinrichtungen auch ein eigenes Qualitätssiegel.

Die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher sind sehr bildungsaktiv und nehmen
die Angebote der Erwachsenenbildung vermehrt an. Im Vorjahr wurden 49.088
Bildungsveranstaltungen mit 1.003.890 Teilnahmen durchgeführt. Es wurden somit durchschnittlich 944 Bildungsveranstaltungen pro Woche in Oberösterreich durchgeführt. Rund 60 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren Frauen. In etwa die Hälfte der besuchten Weiterbildungen dienten vorwiegend beruflichen Zwecken. Die andere Hälfte widmete sich allgemeinen Bildungsthemen, die im alltäglichen Leben unterstützen wie zum Beispiel gesunde Lebensführung, Persönlichkeitsbildung, Beziehungsthemen, Kindererziehung, sinnvolle Freizeitgestaltung etc.

„Nichts ist so veraltet wie der Satz: „was Hänschen nicht gelernt hat, lernt Hans nicht mehr.“ Ein zeitgemäßes Update müsste wohl heißen: „Was Hänschen gelernt hat, wird für Hans mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr reichen.“ Lebenslanges Lernen ist also in einer Wissensgesellschaft notwendig geworden und es soll – gerade dafür stehen die Erwachsenenbildungseinrichtungen – auch Freude machen. Über all dem steht ein großer gesellschaftlicher Auftrag. Nämlich den Übergang von einer Informationsgesellschaft – die wir fraglos bereits sind – zu einer echten Wissensgesellschaft zu gestalten. Denn Informationen ersetzen nicht Wissen. Dafür brauchen wir die Bildung. Bildung bedeutet Unterscheiden und Erkennen. Wer nicht unterscheiden kann, der merkt, denkt und erkennt nichts“, so Haberlander.

„Die Allgemeinbildung erhält oft nicht die Anerkennung, die ihr zusteht, weil häufig in unserer Gesellschaft nur das zählt, was tatsächlich einen wirtschaftlichen Nutzen bringt.
Die Wirkung der Allgemeinbildung lässt sich jedoch nicht so einfach messen. Themen wie Persönlichkeitsentwicklung oder der Erwerb von lebenspraktischen Fähigkeiten kommen im formalen Bildungssystem oft zu kurz. Eine wichtige Aufgabe der allgemeinen Erwachsenenbildung ist es auch die Menschen in Stadt und Land zu befähigen, ihre staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten zu erfüllen und sie zu unterstützen, politische Entwicklungen, wirtschaftliche Zusammenhänge sowie Neuerungen von Technik und Wissenschaft zu verstehen aber auch kritisch zu hinterfragen“, so Mag.a Iris Ratzenböck-Höllerl, Vorsitzende des EB-Forums.

„Die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher können sich glücklich schätzen, denn
Oberösterreich ist der Hotspot der Erwachsenenbildung: neben den größten beruflichen
Bildungsanbietern besteht ein breites, regionales Angebot im Allgemeinbildungsbereich.
Finanzielle Förderungen wie etwa das Bildungskonto des Landes OÖ machen Erwachsenenbildung preiswert und leistbar“, so Haberlander.