Niederösterreichs Skigebiete auf Öffnung bestens vorbereitet

(v.l.n.r.): Michael Reichl (Fachvertretung Seilbahnen WKNÖ), Tourismuslandesrat Jochen Danninger, Projektleiterin der Taskforce Isabella Hinterleitner und Matthias Cernusca (Landesleiter der Bergrettung Niederösterreich/Wien) bei der Pressekonferenz im St. Pöltner Landhaus (Bildquelle: Thomas Resch)
(v.l.n.r.): Michael Reichl (Fachvertretung Seilbahnen WKNÖ), Tourismuslandesrat Jochen Danninger, Projektleiterin der Taskforce Isabella Hinterleitner und Matthias Cernusca (Landesleiter der Bergrettung Niederösterreich/Wien) bei der Pressekonferenz im St. Pöltner Landhaus (Bildquelle: Thomas Resch)

Am 24. Dezember dürfen die Skigebiete in ganz Österreich öffnen, Gastronomie und Hotellerie müssen allerdings weiterhin bis 7. Jänner geschlossen halten. Diese Kombination aus geschlossenen Hotels in ganz Österreich, offenen Skigebieten und mangelnden alternativen Freizeitbeschäftigungen stellt Niederösterreichs Bergregionen vielleicht vor ihre herausforderndste Wintersaison.

Aus diesem Grund präsentierte heute Tourismuslandesrat Jochen Danninger in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Michael Reichl, Vorsitzender der Fachvertretung Seilbahnen in der WKNÖ, Isabella Hinterleitner, Projektleiterin der Taskforce, und Matthias Cernusca, Landesleiter der Bergrettung Niederösterreich/Wien das Maßnahmenpaket unter dem Motto „Sicher skifahren in Niederösterreich“.

„Ich bin sehr froh, dass wir dem Druck aus halb Europa, unsere Skigebiete zu schließen, nicht nachgegeben haben. Skifahren gehört für viele von uns Niederösterreichern zu Weihachten dazu wie das Christkind und der Weihnachtsbaum.  Uns muss aber auch klar sein, dass unsere Pisten unter internationaler Beobachtung stehen. Aufgrund der Regelungen des Bundes sind Après-Ski-Partys sowieso unmöglich. Aber dicht gedrängte Menschenansammlungen gilt es heuer um jeden Preis zu vermeiden. Darauf haben sich unsere Liftbetreiber akribisch vorbereitet, es gilt aber auch an die Eigenverantwortung der Gäste zu appellieren“, so Tourismuslandesrat Jochen Danninger.

Im Umfeld der rund 30 Bergbahnen und Schleppliftbetriebe gibt es mehr als drei Millionen potenzielle Gäste von denen viele nach Wochen der Ausgangsbeschränkungen große Lust verspüren, die eigenen vier Wände zu verlassen und Skifahren zu gehen. Viele Wintersport-Begeisterte werden heuer wohl erstmals in Niederösterreich skifahren, weil ihnen eine Anreise in die großen Skigebiete der westlichen Bundesländer für einen Tagesausflug zu weit ist. „. Die Weihnachtsferien bringen große Herausforderungen für Liftbetreiber und Einsatzkräfte mit sich. Aber nach vielen Wochen daheim unter Ausgangsbeschränkungen brauchen wir alle Aktivität in der freien Natur. Skisport an der frischen Luft und meist auch im Familienkreis ist ein wichtiger Faktor für Körper und Geist, hebt die Stimmung und stärkt das Immunsystem. Wichtig ist aber auch, dass sich unsere Gäste auf den Pisten besonders verantwortungsvoll verhalten, um unsere Spitäler nicht noch weiter zu belasten“, betont der Tourismuslandesrat. Für die Gäste wird es in den „Sicher skifahren“-Gebieten daher drei Verhaltensregeln geben:

  1. Nicht ohne Ticket oder Reservierung in ein Skigebiet anreisen. Es gibt auf der Plattform sicher-skifahren.at eine Übersicht über alle Skigebiete in unserem Bundesland, bei denen Gäste die Tickets auch vorab kaufen oder reservieren können.
  2. Während des Aufenthaltes in den Skigebieten soll immer ein Schlauchschal verwendet werden. Sollten die Gäste keinen Schlauchschal mitführen, dann kann dieser vor Ort erworben werden.
  3. Abstand halten, was in den Bergen in der Regel im „weiten Land“ einfach einzuhalten ist. In den Skigebieten herrscht auch „Open-Air-Garantie“ – 98 Prozent der Liftanlagen bestehen aus Sesselliften und Schleppliften – aber gerade in Anstellbereichen bei der Kassa oder beim Lift wird mit zusätzlichem Personal und organisierten Anstellbereichen darauf geachtet, dass die Abstände passen.

Michael Reichl, Vorsitzender der Fachvertretung Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Niederösterreich: „Die Skigebiete arbeiten zur COVID-19-Prävention eng zusammen. Unsere Ziele sind klare und einheitliche Verhaltensregeln, damit sich die Gäste gut orientieren können. Wir brauchen aber auch die Bereitschaft der Gäste, die notwendigen Maßnahmen einzuhalten sowie die Einsatzbereitschaft und das Durchhaltevermögen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dann sind aus heutiger Sicht die Weichen für eine erfolgreiche und sichere Wintersaison gestellt.“

Die Bergrettung Niederösterreich/Wien empfiehlt angesichts der heurigen besonderen Umstände, mit Bedacht und großem Verantwortungsbewusstsein in die Wintersaison zu starten. In den vergangenen Jahren waren es rund 500 Wintereinsätze, die die Bergrettung pro Jahr zu absolvieren hatte. „Das Spektrum der Einsätze ist sehr weit und reicht von den klassischen Pistenunfällen, hin zu Bergungen von verunfallten Skitourengehern, Schneeschuhwanderern, Winterbergsteigern und Eiskletterern. Nicht zuletzt sind es auch die Lawineneinsätze, die leider in den letzten Jahren mit Regelmäßigkeit aufgetreten sind“, so der Landesleiter der Bergrettung, Matthias Cernusca, der deshalb an alle Wintersportbegeisterten appelliert: “Gerade im heurigen Winter zieht es viele nach draußen in die heimischen Berge. Ganz wichtig ist es, abseits der gesicherten Pisten an die Lawinengefahr zu denken und entsprechend vorbereitet zu sein. Das heißt: Die Lawinensituation ist selbst einzuschätzen. Dazu sind der Lawinenlagebericht, die eigenen Beobachtungen vor Ort und das Mitführen der standardmäßigen Lawinenausrüstung (LVS-Gerät, Sonde, Schaufel, ev. Lawinenairbag) ein Muss. Wenn man glaubt, bei uns in Niederösterreich gäbe es keine Lawinen, ist das ein großer Irrglaube, wie die tragischen Unglücke der letzten Jahre eindrücklich zeigen.” Für den Ernstfall ist die Bergrettung heuer mit einem speziellen
COVID-Konzept gerüstet. Aber, so Cernusca: “Prävention schreiben wir groß. Als Bergretter wünschen wir uns, dass möglichst wenige Unfälle passieren und die Sportler mit vielen schönen Erlebnissen unfallfrei unsere Berge genießen können.”

Projektleiterin Isabella Hinterleitner: „Wir unterstützen die Skigebiete in Niederösterreich seit einigen Monaten intensiv bei der Erstellung von Präventionskonzepten gemeinsam mit allen Stakeholdern im Skigebiet. Diese Präventionskonzepte werden nun an die neuen Rahmenbedingungen angepasst und entsprechend neue bzw. weitere Maßnahmen festgelegt.“