Niederösterreich wird pestizidfrei

(v.l.n.r.): Mag. Wolfgang Sobotka, Initiator der Aktion „Natur im Garten“ und Landeshauptmann-Stellvertreter, DI Katharina Haider stv. Geschäftsführerin „Natur im Garten“ und Manfred Schuh, Bürgermeister von Edlitz, eine der ersten Gemeinden, die das Bekenntnis zum Verzicht auf Pestizide unterzeichnete. (Bildquelle: NLK / Filzwieser)

LH-Stv. Sobotka: “164 Gemeinden in NÖ bekennen sich zur Pestizidfreiheit”

Im Mai 2015 hat die Aktion „Natur im Garten“ eine Maßnahme – das Bekenntnis zum Verzicht auf Pestizide für öffentliche Grünflächen – ins Leben gerufen. 164 Gemeinden sind diesem Aufruf gefolgt. Darunter sind auch 38 „Natur im Garten“ Gemeinden. Ein Plus von 18 Gemeinden im Jahr 2015.

Seit über 15 Jahren setzt sich die Aktion „Natur im Garten“ für die Ökologisierung von Gärten und Grünräumen ein. Ein wichtiges Kriterium ist neben dem Verzicht auf Torf und chemisch-synthetischen Dünger – der Verzicht auf Pestizide. Diese gelangen durch Auswaschung und Versickerung in den Boden, in Gewässer, in Flüsse und Seen. Eine Studie der WHO (World Health Organization) zeigt die potentielle Gefährlichkeit eines der bekanntesten Pestizid-Wirkstoffen, dem Glyphosat, auf. Darum wurde das „Bekenntnis zum Verzicht auf Pestizide“ ins Leben gerufen. „Der öffentliche Grünraum in den Gemeinden ist Treffpunkt, Aufenthaltsort und Erholungsraum für die Bürgerinnen und Bürger. Bis dato haben 164 NÖ Gemeinden das Bekenntnis zum Verzicht auf Pestizide in öffentlichen Grünräumen, wie Kinderspielplätze und Parks unterzeichnet. Wir möchten jedoch alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in NÖ dazu auffordern, Ihre Gemeinden dementsprechend naturnah zu pflegen und auf Pestizide zu verzichten“ erklärt Initiator der Aktion „Natur im Garten“ und Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka.

Einen weiteren Schritt können Gemeinden anhand eines Gemeinderatsbeschlusses setzen und darin festlegen, bei ihren Gemeindegrünflächen auf Torf, Pestizide und chemisch-synthetische Dünger zu verzichten. „Aktuell pflegen 38 NÖ-Gemeinden ihre Grünräume nach den Kriterien der Aktion ‚Natur im Garten‘. Diese bietet unterstützend Informationsmaterialen und ist zentrale Anlaufstelle bei allen Fragen rund um Garten und Grünraume“, ergänzt Sobotka.

Die Aktion konnte im Jahr 2015 neben dem Zuwachs bei den Gemeinden weitere positive Erfolge verzeichnen: über 13.800 private GartenbesitzerInnen haben eine „Natur im Garten“ Plakette, rund 15.000 Personen nahmen persönliche Beratungen in Anspruch oder besuchten Workshops und Vorträge von „Natur im Garten“ auf der GARTEN TULLN oder in den fünf Regionen Niederösterreichs. 35.000 Anfragen wurden am „Natur im Garten“ Telefon bearbeitet und über 1.300 naturnahe Gestaltungsberatungen wurden vor Ort durchgeführt. Rund 120.900 Haushalte erhielten das „Natur im Garten“ Magazin.

Auch die jüngste Zielgruppe wurde 2015 durch zahlreiche Angebote erreicht: 2.700 Schul- & Kindergartenkinder besuchten ökopädagogische Programme von „Natur im Garten“ auf der GARTEN TULLN, ein neues Kindertaschenbuch „Igel Nig entdeckt den Boden“ wurde bei den Gartenfesten an die jüngsten Gäste verteilt und 98 Kinder absolvierten in den Sommerferien fünf erlebnisreiche Tage bei der Kinder UNI Tulln. Highlights waren auch die „Natur im Garten“ Feste mit rund 17.000 BesucherInnen.