Niederösterreich sucht aktive Freizeitangebote für über 80-Jährige

Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Professor Franz Kolland bei der Präsentation in St. Pölten (Bildquelle: Thomas Resch)
Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Professor Franz Kolland bei der Präsentation in St. Pölten (Bildquelle: Thomas Resch)

Das Thema „Aktiv ins hohe Alter – Hochaltrige in Niederösterreich“ stand heute im Mittelpunkt einer Pressekonferenz in St. Pölten, bei der Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Universitätsprofessor Franz Kolland vom Kompetenzzentrum für Gerontologie und Gesundheitsforschung (KLU Krems) über die demographische Entwicklung informierten.

Im Detail ging es bei der Präsentation um Angebote für hochaltrige Landsleute und Best-Practice-Beispiele aus Niederösterreich, mit welchen die Gesundheit und die Fitness im hohen Alter gefördert werden können.

Die demographische Entwicklung zeigt, dass die Menschen in Niederösterreich durchschnittlich eine immer höher werdende Lebenserwartung haben. „Der demographische Wandel besagt, dass wir in Niederösterreich im Jahr 2035 etwa 35.000 Menschen mehr haben werden, die älter als 80 Jahre sind“, sagte Teschl-Hofmeister, die auch betonte: „Diesen Personen müssen wir natürlich auch Bildungsangebote und Freizeitangebote zur Verfügung stellen. Aus diesem Grund sind auch die Bedürfnislagen in den jeweiligen Altersgruppen genau zu analysieren. Hochaltrige Personen sollen als aktiv Mitgestaltende in die Angebote eingebunden werden. Es sollen Möglichkeiten von sozialen Aktivitäten geschaffen werden, die der Gemeinschaft einen Mehrwert bringen.“

Professor Kolland führte aus: „Gemeinden, bei denen der Anteil der über 80-Jährigen sehr hoch ist, sind in Niederösterreich beispielsweise Langau, Mitterbach am Erlaufsee und Krumau am Kamp. In diesen Ortschaften sind über zehn Prozent der Bewohner über 80 Jahre alt. International gesehen sind solche ‚Oasen der Langlebigkeit‘ beispielsweise Japan und Sardinien.“

Im Hinblick auf Projekte und Angebote für Senioren hob er hervor: In Reichenau an der Rax ermögliche die Initiative „Post für dich“ viele Brieffreundschaften zwischen Senioren und Volksschulkindern. Mittlerweile gebe es sogar gemeinsame Aktivitäten und Turnstunden. „In Arbesbach geht es in Kooperation mit der Caritas um ein spezielles Gedächtnistraining. Durch gemeinsames Kochen werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kognitiv gefordert“, führte Kolland weiter aus. In St. Peter in der Au gibt es einen „Tauschkasten“, der von über 80-Jährigen betrieben wird. In der Stadtbibliothek Pressbaum erzählen ältere Personen ihre Geschichten, die von einem Historiker moderiert werden. In Bad Traunstein im Waldviertel existiert ein Projekt zur besseren nachbarschaftlichen Vernetzung. In mehr als 100 niederösterreichischen Gemeinden existieren „Tratschbankerl“ für eine bessere Kommunikation unter den Menschen.

In diesem Zusammenhang startet das Land Niederösterreich einen Aufruf, um Best-Practice-Projekte vor den Vorhang zu holen. „Aufgerufen sind Seniorenorganisationen, Gemeinden und auch ältere Personen in Niederösterreich. Wir werden mit dieser Ausschreibung ab Mitte Oktober starten und wollen noch heuer die besten Einreichungen prämieren“, so die Landesrätin.

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