LK Neunkirchen: KOALA – künstliche Intelligenz unterstützt Radiologen und Orthopäden

(v.l.n.r.): Prim. Univ.-Doz. Dr. Martin Uffmann, LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf und (hinten) Abgeordneter zum NÖ Landtag Hermann Hauer
(v.l.n.r.): Prim. Univ.-Doz. Dr. Martin Uffmann, LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf und (hinten) Abgeordneter zum NÖ Landtag Hermann Hauer (Bildquelle: NÖ Landeskliniken-Holding)

KOALA (Knee OsteoArthritis Labeling Assistant) ist ein Software-Programm, welches bei Knieabnützungen zusätzlich unterstützend zu einer Einschätzung für die Dringlichkeit einer Operation herangezogen werden kann. Dieses Programm kommt wurde in Niederösterreich entwickelt und kommt erstmalig im Landesklinikum Neunkirchen zur Anwendung. LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf: „Niederösterreich bietet internationale Spitzenmedizin, und das in allen Regionen des Landes.“

Der Zeitpunkt für einen Kniegelenksersatz muss gut gewählt werden. Bei Auftreten von Kniegelenksschmerzen ist ein sofortiger Kniegelenksersatz in der Regel nicht gegeben. Neben adäquater Schmerztherapie im niedergelassenen Bereich gibt es eine Vielzahl von nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten, die Besserung bringen, und daher eine Operation entweder nicht mehr oder erst zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt notwendig machen können. Andererseits sollte mit einem Kniegelenksersatz auch nicht zu lange zugewartete werden, denn wenn der Bewegungsapparat schon nachhaltig geschädigt ist, könnte eine Mobilisierung mit dem künstlichen Kniegelenk erschwert oder nur eingeschränkt möglich sein.

Um noch optimaler den richtigen Zeitpunkt für eine Operation stellen zu können, kommt im Landesklinikum Neunkirchen erstmals „KOALA“, eine ständig weiter lernende Unterstützungssoftware auf Basis künstlicher Intelligenz, zum Einsatz. „Derzeit befinden wir uns noch in der „Test- und Kennenlernen-Phase des Systems. Dieses trägt anhand von konventionellen Kniegelenksaufnahmen zu einer objektivierbaren Einschätzung des Schweregrades einer Arthrose bei. Die Software ermittelt die Weite von Gelenksspalten, die verschleißbedingten Veränderungen und die Anpassungsvorgänge des Knochens. So kann der Arzt/die Ärztin in Zusammenschau aller Befunde eine fundiertere Entscheidung treffen, wobei die ärztliche klinische Einschätzung unverändert den höchsten Stellenwert hat“, erklärt Prim. Univ.-Doz. Dr. Martin Uffmann.

„Wir werden im folgenden Jahr die Ergebnisse des KOALA Systems mit MR tomographischen Untersuchungen und intraoperativen Befunden vergleichen. Damit sind wir in der Lage die Validität der Ergebnisse zu überprüfen und die praktische Aussagekraft zu beurteilen“, erklärt Prim. Dr. Alfred Ungersböck.

„Die neue Software „KOALA“ ist ein hervorragendes Beispiel für die technologische Entwicklung im medizinischen Bereich. Ich freue mich, dass dieses System nun im Landesklinikum Neunkirchen getestet und angewendet werden kann und somit die Versorgung der niederösterreichischen Bevölkerung verbessert wird“, so LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf.