Erfolgreiche Bilanz für „Erasmus+“

Erfolgreiche Bilanz für „Erasmus+“
(v.l.n.r.): EU-Landesrat Martin Eichtinger, Jugendlandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Gemeindebund - Präsident Alfred Riedl und OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice bei der Pressekonferenz im NÖ Landhaus (Bildquelle: Thomas Resch)

EU-Landesrat Martin Eichtinger, Jugendlandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Gemeindebund – Präsident Alfred Riedl und OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice zogen heute in St. Pölten eine erfolgreiche Bilanz über das europäische Mobilitätsprogramm „Erasmus+“.

„Um die europäische Identität zu stärken und Skepsis abzubauen, müssen wir den internationalen Austausch weiter ausbauen. Das Programm ‚Erasmus+‘ ist dabei ein wichtiger Hebel für den ‚European Spirit‘: Seit 2014 haben in Niederösterreich rund 9.500 Schüler, Studenten, Angestellte und Lehrlinge ein Erasmusprogramm in Anspruch genommen. 18 Millionen Euro konnten wir von der EU dafür nach Niederösterreich holen“, betonte dabei Eichtinger.

Als weitere Programme, um die Menschen und vor allem die Jugend vom Sinn der Europäischen Idee zu überzeugen, nannte der Landesrat die W-LAN-Offensive für Gemeinden, durch die sich – von 348 ausgewählten Gemeinden in Österreich – 101 Gemeinden aus Niederösterreich je 15.000 Euro W-LAN-Förderung der EU zur Errichtung eines Gratis-W-LAN-Hotspots abholen konnten, sowie das Gratis-Interrail-Ticket für 18-Jährige: „Im letzten Jahr konnte so 123 junge Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher kostenlos durch ganz Europa reisen, für heuer haben 79 junge Menschen aus Niederösterreich eine Ticketzusage erhalten und können nun von April bis Oktober gratis durch Europa touren“.

Auch „Erasmus+“ sei eines dieser „Überzeugungsprogramme für Europa“, Ziel des Programmes sei eine Stärkung der europäischen Identität und Mobilität, die auch ein wesentliches Ergebnis der Europa Forum Wachau Salons gewesen sei, fuhr Eichtinger fort und ergänzte: „‚Erasmus+‘ funktioniert aber nicht als Einbahnstraße. Bereits beim letzten Europa Forum Wachau hatten wir so 80 interessierte Jugendliche aus Frankreich, Polen, Rumänien, Tschechien, Ungarn und dem restlichen Österreich zu Gast, auch heuer sollen über ‚Erasmus+‘ wieder internationale Jugendliche teilnehmen“.

Angesichts der im nächsten EU-Budgetvorschlag möglichen Verdoppelung der Erasmus-Finanzmittel bzw. Verdreifachung der Plätze forderte Teschl-Hofmeister, dass Niederösterreich seinem Ruf gerecht werden müsse, keinen Cent in Brüssel liegen zu lassen: „Wir müssen den jungen Menschen die bestmöglichen Chancen auf Internationalität und Engagement für die Gesellschaft geben. Insbesondere im Bereich Bildung und Jugend eröffnet ‚Erasmus+‘ vielfältige Möglichkeiten von Mobilität und internationaler Zusammenarbeit“.

„2019 wurden über ‚Erasmus+‘ und das Europäische Solidaritätskorps ESK bei uns 36 Projekte mit insgesamt 480.000 Euro gefördert. Von den zwischen 2014 und 2019 österreichweit ausbezahlten 201 Millionen Euro Förderung konnte Niederösterreich 17,9 Millionen Euro einsetzen. Niederösterreich ist auch das einzige Bundesland, bei dem Jugendliche aus dem Ausland über das ESK zum Beispiel schon in Pflege- und Betreuungszentren im Einsatz waren“, so die Bildungs- und Jugendlandesrätin.

Riedl hob die Rolle der Europa-Gemeinderäte als Multiplikatoren hervor: „Die österreichischen Gemeinden verfügen über 11.500 Bildungseinrichtungen mit 55.000 Beschäftigten. Auch diese sind Multiplikatoren für Offenheit, den Blick über den Tellerrand und die Möglichkeit, voneinander zu lernen, was für die Jugend ganz besonders wichtig ist“.

Für den Österreichischen Austauschdienst OeAD, die nationale Agentur für „Erasmus+ Bildung“, hob deren Geschäftsführer Jakob Calice hervor, dass „Erasmus+“ nicht nur die Antwort auf EU-Skepsis sei, sondern auch hinsichtlich Sprache und interkultureller Kompetenz ein großes Plus für Qualifizierungen und den weiteren Karriereweg sei: „Insgesamt waren mit ‚Erasmus+‘ bereits 10 Millionen Europäer im Ausland, aus Österreich waren es 250.000. Zudem wurden allein im Vorjahr bei uns über 550 Projekte zur Weiterentwicklung von Bildungseinrichtungen gefördert, etwa am Bundesgymnasium Wiener Neustadt ein mit Schulen in Ungarn und der Slowakei gemeinsamer Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Globalisierung“. Durch die in Aussicht stehende Erhöhung der Mittel würden Studierende, die mit „Erasmus+“ im Ausland wären, in Zukunft auch noch mehr Zuschuss bzw. Studienhilfebezieher eine zusätzliche Auslandsbeihilfe erhalten, so Calice abschließend.