Die blau-gelbe Wohnbaustrategie bietet nun auch Betreuungspakete für einkommensschwächere Menschen

Die blau-gelbe Wohnbaustrategie bietet nun auch Betreuungspakete für einkommensschwächere Menschen
Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Wohnbau-Landesrat Martin Eichtinger bei der Pressekonferenz (Bildquelle: Thomas Resch)

„Seit 2006 förderte das Land 6.500 Wohneinheiten der Sonderwohnform ‚Betreutes Wohnen‘ mit insgesamt rund 700 Millionen Euro. Das bisherige Modell ‚Betreutes Wohnen‘ wird erneuert und in die Modelle ‚Begleitetes Wohnen‘ und ‚Barrierefreies Wohnen‘ geteilt“, betonte Landesrat Eichtinger. „Das Programm ‚Begleitetes Wohnen‘ soll insbesondere Menschen mit Behinderung und Menschen, die altersbedingte Einschränkungen in Kauf nehmen müssen, eine selbstständige Lebensführung ermöglichen“, informierte er. Dieses Modell beinhaltet ein Grundbetreuungspaket und findet in einem barrierefreien Gebäude statt. Es gibt einen Gemeinschaftsraum für die Bewohnerinnen und Bewohner und die Wohnungsgrößen liegen zwischen 45 und 65 Quadratmetern. „Erstmals geben wir einen Zuschuss für die Kosten der Betreuungspakete, abhängig vom Einkommen. So wollen wir besonders Menschen mit schwachem Einkommen helfen“, so der Landesrat.

Die Form „Barrierefreies Wohnen“ wird ohne verpflichtendes Grundbetreuungspaket und ohne Gemeinschaftsraum in einem barrierefreien Gebäude angeboten und umgesetzt. „Alle diese Wohnungen sind Mietwohnungen und liegen in der Nähe von Nahversorgern. Jede Wohnung verfügt auch über ein Notrufsystem“, so Eichtinger.

Für Landesrätin Teschl-Hofmeister stellen diese Modelle einen wichtigen „Lückenschluss“ in der Pflege- und Betreuungssituation in Niederösterreich dar. „Wir müssen uns auf die demographischen Veränderungen einstellen“, sagte sie und erinnerte an die steigende Lebenserwartung. „Die Menschen bleiben länger gesund und die Zahl der Personen, die über 60 Jahre alt sind, wird bis zum Jahr 2030 bei über 30 Prozent liegen“, erläuterte sie.

„Es geht darum, dass die Senioren eine hohe Lebensqualität und Selbstständigkeit bewahren können, und so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Deswegen gibt es diese Unterstützungsangebote, wo man beispielsweise bei kleineren Reparaturarbeiten unterstützt wird und sich die Tages-oder Kurzzeitpflege besser organisieren kann. Auch gibt es Unterstützung, wenn man auf ein Amt muss“, fuhr die Landesrätin fort. „Die Organisation der Betreuung obliegt der Gemeinde und kann von ehrenamtlichen oder sozialen Einrichtungen erbracht werden. Für das Betreuungspaket braucht es eine schriftliche Vereinbarung, die auch genehmigt werden muss. Diese Genehmigung, die von einer Abteilung beim Amt der NÖ Landesregierung erfolgt, ist Voraussetzung für die Gewährung der entsprechenden Wohnbauförderung“, sprach sie einen weiteren Aspekt an.