Austria „Off-Grid 2021“: Notfunkübung am 2. Oktober 2021

Austria Off-Grid 2021
Austria Off-Grid 2021 (Bildquelle: Getty Images / aydinmutlu)

Funkamateure üben die Kommunikation bei „vernetzen Krisen“ wie jene einer Strom-Mangellage

Mit der Alarmierung im Zuge der Sirenenprobe am 2. Oktober werden die rund 6.000 Funkamateurinnen und Funkamateure Österreichs auf ihren zugewiesenen Frequenzen mit einer großangelegten, österreichweiten Kommunikationsübung starten, der Austria Off-Grid 2021. Übungsannahme ist eine Strom-Mangellage welche sich nach einem völligen Stromausfall in Wien über ganz Österreich ausbreitet.

Ein Kommunikationsnetzwerk, auch wenn der Strom ausfällt

Die energieautarken VHF- und UHF-Relaisstationen für die regionale Sprachübertragung bilden mit der überregionalen Kurzwellenkommunikation ein österreichweites Sprachnetz. Zusammen mit dem notstromversorgten digitalen Backbone HAMNET, dem digitalen Kurzwellen PACTOR-System und geostationären Satelliten QO-100 haben die Amateurfunkstellen eine Sprach- und Datenkommunikationsebene, wenn nichts mehr geht.

Neue Herausforderungen brauchen innovative Herangehensweise

Die linearen Verbindungen der bisherigen Behördenkommunikation kommen bei Black-Out Szenarien an ihre Leistungsgrenze. Die Funkamateure bieten mit ihrer Vernetzung innerhalb der Gesellschaft neue und innovative Kommunikationswege im Katastrophenschutz. In den Übungen der Funkamateure mit stochastischen Kommunikationspunkten entsteht ein leistungsfähiges neuronales Kommunikationsnetz, welches mit unterschiedlichen Übertragungswegen und Betriebsarten – Kurzwelle, VHF, UHF und Satellit / digital und analog / Sprache und Daten – ein Ziel verfolgt: Die Nachrichten erfolgreich zu übermitteln.

Im Chaos der Strom-Mangel-Krise wird ein „Darwinistischer Ansatz in der Kommunikation“, bei dem adaptive, resiliente Kommunikationswege beschritten werden, zum Erfolg führen. Dipl.-Ing. Koblmiller