Tier des Jahres 2018 erwacht aus Winterschlaf

Der Igel erwacht aus dem Winterschlaf (Bildquelle: M. Wenighofer)
Der Igel erwacht aus dem Winterschlaf (Bildquelle: M. Wenighofer)

Der Igel wurde vom Naturschutzbund zum Tier des Jahres 2018 gewählt. Das Maskottchen der Aktion „Natur im Garten“ ist ein erklärter Liebling vieler Gärtner. Wohl auch deshalb, weil Schnecken und verschiedene Insekten von seinem Speiseplan nicht wegzudenken sind. Nach einem langen Winterschlaf erwachen die ersten Igel aus ihrem Winterschlaf und begeben sich auf Nahrungssuche. „Natur im Garten“ verrät, wie Sie dem Igel ein gutes Quartier verschaffen können.

Ein „wildes Eck“ hilft bei der Suche nach Nahrung, Nistmaterial oder einem Schlafplatz. Als Bewohner reichstrukturierter und kleinräumiger Landschaften sind nahrungsreiche Hecken oder Blumenwiesen, Gebüsche mit dichtem Unterwuchs, aber auch offene Flächen in naturnahen Gärten, Bäche und Waldränder für Igel lebensnotwendig. Hier finden sie, was sie zum Leben brauchen: Schlafplätze und Nahrung. Als Insektenfresser stehen neben Käfern und anderen Insekten Würmer, Raupen und Schnecken auf ihrem Speiseplan. Je nach Angebot fressen Igel aber auch Aas, Eier oder Fallobst, allerdings nicht als Hauptnahrung. „Igel sind standorttreu, was bedeutet, wenn möglich bleiben sie im Laufe ihres Lebens im selben Gebiet. Reisig-, Laub- oder lockere Steinhaufen, Plätze unter Gartenhütten und Baumwurzeln oder ein hohler Stammabschnitt in einem ungestörten Garteneck bieten im Sommer ein sicheres Tagesversteck“, so Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“.

Naturgarten als Igelparadies

Mit kurzgeschnittenem Zierrasen und naturfernen Nadelgehölzpflanzungen finden sich die stacheligen Gesellen dagegen nicht zurecht. Insbesondere die Verwendung von chemisch-synthetischen Pestiziden, wie Schneckengift, wirkt sich negativ auf den Igelbestand aus, weil die Giftstoffe sich in der Nahrungskette anreichern. Auch niedrig gesetzte Maschendrahtzäune können ihm, ebenso wie Pappbecher mit süßen Saftresten im wahrsten Sinne des Wortes zum Verhängnis werden. Teiche mit steilen Kanten lassen sich hingegen leicht durch innenliegende Blumenkästen mit Wasser- und Sumpfpflanzen entschärfen. Zu den wenigen Fressfeinden gehören Uhu, Fuchs und Dachs. Im Siedlungsgebiet kaum bedrohlich, lauern hier andere Gefahren, wie Autos, gegen die Einrollen einfach nicht wirkt.

Der Winterschlaf dauert von Ende Oktober/ Anfang November bis in den April oder Mai hinein. „Ein quer über den Eingang geklebtes WC-Papier- ,Siegel‘ verrät, ob noch Schlafenszeit ist oder das Nest bereits verlassen wurde. Lassen Sie die Tiere bis zum Verlassen ungestört, denn jedes Aufwachen kostet sie viel Kraft“, so Batakovic. Igel riechen und hören sehr gut, sehen ist nicht ihre Stärke. Daher sind Igel vorwiegend nachts unterwegs.

Geruch- und Gehörsinn helfen, weithin hörbar, bei der Orientierung. So hört man einen Igel meist, bevor man ihn sieht. Igel interessieren sich mit etwa zwei Jahren fürs andere Geschlecht, insbesondere zur Paarungszeit von April bis August. Je nach Bedingungen gibt es  zweimal pro Jahr vier bis sieben Igelbabys. Drei Wochen später starten deren erste Streifzüge und es gibt erstmals feste Nahrung. Mit sechs Wochen sind die Jungen dann auf sich alleine gestellt und entdecken die Gartenwelt für sich. Wenn alles gut geht, wird ein Igel meist vier Jahre alt.