Sommergespräch mit Landeshauptfrau Mikl-Leitner

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (Bildquelle: Guten Tag Österreich)

Im aktuellen Sommergespräch mit Guten Tag Österreich spricht Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, kommende Landesausstellungen und den Kampf um EU-Regionalförderungen.

Guten Tag Österreich: Frau Landeshauptfrau, Sie sind neben Ihren Aufgaben als Landeshauptfrau unter anderem auch noch für die Ressorts Kunst und Kultur, sowie Wissenschaft und Forschung in Niederösterreich zuständig. Wie schafft man dieses riesige Aufgabengebiet noch dazu als Ehefrau und Mutter zweier Kinder?

Johanna Mikl-Leitner: Kunst, Kultur, Wissenschaft und Forschung sind die Zukunftsthemen und Grundvoraussetzung für eine dynamische Entwicklung einer Region. Und deswegen setzen wir hier auch entsprechende Schwerpunkte, weil das auch die Basis  ist für zukünftige neue Arbeitsplätze. Und wenn man mit einer Begeisterung, einer Freude und einem Verantwortungsbewusstsein dabei ist und dabei auch die Unterstützung der Familie hat, schafft man das.”

Guten Tag Österreich: Kommen wir zur Kultur: 2019 geht die NÖ-Landesausstellung in Wiener Neustadt über die Bühne. Herzstück ist die Renovierung der Kasematten. Welche Erwartungen knüpfen Sie daran?

Johanna Mikl-Leitner: Ich glaube gerade die Landesausstellung 2019 ist wieder eine riesige Chance für weitere Impulse und für die Weiterentwicklung Wiener Neustadts und der gesamten Region. Und die Kasematten spielen da eine wesentliche und zentrale Rolle, wo jetzt gerade ein Nachnutzungskonzept im Detail entwickelt wird. Was wir wollen ist natürlich auch, dass wir in der Region den Tourismus weiterentwickeln und da sind die Kasematten eine wichtige Voraussetzung dafür.”

Guten Tag Österreich: Die nächste Landesausstellung findet unter dem Arbeitstitel “Wunderwelt der Natur” erst 2022 in Marchegg statt. Normalerweise gibt es in Niederösterreich alle zwei Jahre eine Landesschau. Warum liegen hier drei Jahre dazwischen?

Johanna Mikl-Leitner: „Für uns in Niederösterreich spielt das Jahr 2024 eine ganz besondere Rolle, weil wir uns gemeinsam mit der Landeshauptstadt St. Pölten als europäische Kulturhauptstadt bewerben. Wir wollen den Titel einer Kulturhauptstadt nach Niederösterreich holen und das bedarf einer guten Vorbereitung. Rund um diese Bewerbung für das Jahr 2024 haben wir uns dazu entschieden, den 2-Jahres Rhythmus bei unseren Landesausstellungen beizubehalten. Das heißt die nächste Landesausstellung findet 2022 in Marchegg im Weinviertel statt, was auch hilft mehr Vorbereitungszeit zu gewinnen. Und dann im Jahr 2026 die Landesausstellung im Mostviertel.”

Guten Tag Österreich: Stichwort Wissenschaft und Forschung: Die Wissenschaft hat für Niederösterreich einen hohen Stellenwert. Welche Initiativen des Landes sind hier in Zukunft zu erwarten?

Johanna Mikl-Leitner: Wir werden weiterhin in den Bereich Wissenschaft und Forschung investieren. Mir persönlich ist wichtig, die Wissenschaft vor allem unseren Jugendlichen näher zu bringen. Deswegen gibt es auch verschiedene Initiativen, wie die Lange Nacht der Forschung, die Forschungswochen oder die Science School. Das soll zeigen, dass Wissenschaft ein wichtiger Teil unseres Lebens ist und nicht etwas, das weit weg ist.”

Guten Tag Österreich: Für Kultur und Wissenschaft müssen die Budgettöpfe gut gefüllt sein. Jetzt drohen Kürzungen bei Regionalförderungen durch die EU. Muss Niederösterreich mit Einschränkungen rechnen?

Johanna Mikl-Leitner: Niederösterreich ist ja ein starker Kämpfer für die Beibehaltung der Regionalförderpolitik der EU. Unserer Initiative haben sich mittlerweile über 340 Regionen und Städte angeschlossen. Einen ersten Teilerfolg haben wir bereits erzielt, dass es auch in der nächsten Periode für alle Regionen Europas regionale Fördermittel geben wird. Und jetzt geht es noch darum, in welcher Höhe diese Regionalmittel sein werden. Ich glaube die EU-Kommission ist hier gut beraten, diese Fördermittel beizubehalten, weil gerade durch die Impuls- und Leitprojekte in den Regionen – Europa spürbar und fühlbar ist. Und gerade durch die Migrationskrise hat die europäische Union sehr viel an Vertrauen verloren – durch die Regionalpolitik kann dieses Vertrauen wieder aufgebaut werden.”

Guten Tag Österreich Chefredakteur Thomas Resch im Gespräch mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (Bildquelle: Guten Tag Österreich)
Guten Tag Österreich Chefredakteur Thomas Resch im Gespräch mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (Bildquelle: Guten Tag Österreich)