Reiseziel Modra: Keramikstadt lockt mit großem Flair

Reiseziel Modra: Keramikstadt lockt mit großem Flair
Weiße Glasur mit Weltruf: Auf die Verzierungen kommt es an (Bildquelle: Guten Tag Österreich)

Bei einem Abstecher in die slowakische Keramik- und Weinstadt Modra, mitten in der kleinen Karpatenregion, werden Schatzsucher eines bestimmten Lebensgefühls schnell fündig. 30 Minuten von Bratislava entfernt kann die Kleinstadt nicht nur den nahen Städtern Erholungs- und Erkundungsraum bieten, sondern mit traditionellem Handwerk und Weinkunst punkten. Neben Charme und Flair der unzähligen Weinkeller mit den ursprünglichen Gewölben gibt es eine Keramik-Manufaktur auf höchstem Niveau, die besonderen Verzierungen besitzen sogar Weltruf. Nicht umsonst haben sich hier auch viele Künstler, darunter Maler, Schriftsteller und Bildhauer angesiedelt. In Summe ein kleines Biotop, das es zu erforschen gilt. Künftig sollen dafür auch mehr und mehr Gäste aus der Grenzregion begeistert werden.

Hinter all den Aktivitäten Modras steckt auch ein von der EU gefördertes Gemeindeprojekt zusammen mit den burgenländischen Ortschaften am Neusiedlersee Purbach und Jois. “Wir haben uns gefunden und es verbinden uns viele Gemeinsamkeiten” erzählt Sabine Schwarz vom Stadtmarketing der Weinmetropole Purbach. Das Stichwort dazu lautet “integrativer Qualitätstourismus”. Ein wenig sperrig, aber schnell erklärt: dazu werden in der Grenzregion Slowakei-Österreich im Rahmen des Projekts Nemonet umfangreiche Investitionen durchgeführt, in Summe vier Millionen Euro. Der Fokus liegt auf Ökomobilität, Wassermanagement (etwa die Revitalisierung von Naturteichen) und natürlich Kultur. In Modra betrifft das etwa die Geschichte der deutschsprachigen Waldarbeiter.

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Eingebettet in ein Naturparadies

Zurück zur Töpferei: Statt einer Keramikschule findet sich zwar nur mehr eine Keramikwerkstatt vor Ort, doch hier wird die Tradition des alten slowakischen Handwerks, das bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, hochgehalten. Die Tonerde aus der Umgebung bietet ausgezeichnetes Ausgangsmaterial, und “nebenbei” reift hier auch der Wein (Riesling, Sauvignon Blanc) vortrefflich. Hier arbeitete das einstige Urmeer in beiden Regionen vortrefflich und hinterließ mit den Gesteinsarten Glimmerschiefer und Kalk hervorragende Ausgangslagen für kräftige Trauben und eine besondere Dichte des Weines.

Noch zwei Tipps: Eingebettet in ein Naturparadies mit sanften Hängen und Weinbergen kann Modra etwa beim traditionellen Tonfest vom 5. bis 7. September 2019 oder beim Weinlesefest (“Modranske Vinobranie”) vom 27. bis 29. September 2019 hautnah “erspürt” werden.