Positive Entwicklung am NÖ Arbeitsmarkt setzt sich weiter fort

(v.l.n.r.): VPNÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner, Landesrat Martin Eichtinger und VPNÖ-Arbeitsmarktsprecher Franz Rennhofer bei der Pressekonferenz in St. Pölten. (Bildquelle: Thomas Resch)
(v.l.n.r.): VPNÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner, Landesrat Martin Eichtinger und VPNÖ-Arbeitsmarktsprecher Franz Rennhofer bei der Pressekonferenz in St. Pölten. (Bildquelle: Thomas Resch)

Das Thema Arbeit ist für uns in Niederösterreich der wichtigste Arbeitsschwerpunkt in den nächsten Jahren. Arbeit ist die Grundlage für Wohlstand, die persönliche Entwicklung, die gesamte Volkswirtschaft und auch unseres Sozialstaates”, so der für den Arbeitsmarkt zuständige Landesrat Martin Eichtinger heute bei einer Pressekonferenz in St. Pölten.

„Anhand von zwei Fakten möchte ich betonen, warum Arbeit, Wohlstand und Sozialstaat in NÖ eine besonders gute Wirkung erzielen. Niederösterreich liegt an der Spitze der Kaufkraft in Österreich. Mit 22.600 Euro pro Jahr liegt unser Bundesland um 1.000 Euro über dem Bundesschnitt. Gleichzeitig weist das Land NÖ die geringste Armutsgefährdung auf. Mit 9,7% ist Niederösterreich um 4% besser als der Bundesschnitt. Zahlreiche Faktoren zeigen, dass der positive Trend der vergangenen Monate nachhaltig sein wird. Am Ende des Jahres 2017 verzeichnete NÖ einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 3,1% – der erste seit 2011. Auch die Prognosen für das Wirtschaftswachstum 2018 wurden mehrmals erhöht, aktuell liegt die Prognose für NÖ bei 3,3%, deutlich über den Bundesschnitt von 2,8%. Seit Jahresbeginn verzeichnet NÖ durchgehend einen Rückgang der Arbeitslosigkeit, im April sogar um 10,9% – der drittbeste Wert Österreichs. Zudem steigt die Zahl der offenen Arbeits- und Lehrstellen massiv – aktuell sind 11.400 offene Stellen beim AMS gemeldet, 34,7% mehr als im Vorjahr und 685 Lehrstellen, 47,9% mehr als im Vorjahr. Und gerade auch in schwierigen Bereichen, können Verbesserungen festgestellt werden – so ist zum Beispiel die Langzeitarbeitslosigkeit zuletzt um 12,2% gesunken, die Arbeitslosigkeit bei den über 50-jährigen um 6,1%“, betont Landesrat Martin Eichtinger.

Arbeitsmarktmaßnahmen werden im Miteinander erarbeitet

„Wir in NÖ sind jedenfalls stolz darauf, dass alle Maßnahmen die wir setzen im Miteinander erarbeitet und beschlossen werden. Im Miteinander von Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Industrie, Gewerkschaft, AMS, Landesschulrat, Bund, Land und den NÖ Gemeinden. Denn klar ist, die Entwicklung des Arbeitsmarktes hängt von vielen Faktoren ab – es geht um eine Summe vieler Hebel die über Jahre wirken, ständig evaluiert und verbessert werden müssen“, so der Landesrat. Als Beispiel für die Wirkung nannte der Landesrat die NÖ Wirtschaftsagentur. „In den vergangenen 20 Jahren sind in NÖ rund 100.000 neue Arbeitsplätze entstanden, wodurch im Vorjahr erstmals mit 607.000 Beschäftigten im Schnitt, die 600.000er Marke im Jahresschnitt überschritten wurde. Ebenfalls in den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl an Betriebsstandorten auf 115.000 fast verdoppelt. Die NÖ Wirtschaftsagentur hat im selben Zeitraum die Ansiedelung von 1.600 Betrieben mit 31.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen begleitet, also fast jeden 3. neuen Arbeitsplatz im Land“, so Eichtinger.

Auch 2019 rund 17 Mio. Euro für Jobprojekte

Klar gestellt wurde, dass es, wie von Landeshauptfrau Mikl-Leitner angekündigt, im Bereich Beschäftigung, zu keinen Einsparungen kommt. Der Anteil des Landes NÖ für Jobprojekte bleibt mit rund 17 Mio. Euro unverändert. „Mehr Qualifikation bringt mehr Einkommen und höhere Arbeitsplatzsicherheit. Denn Bildung und Ausbildung sind entscheidende Faktoren. Wir sehen in den Statistiken, dass 45% aller Arbeitslosen keine Berufsausbildung haben. Auch die Arbeitslosenquote unter jenen, die nur die Pflichtschule vorweisen können, liegt bei 25%. Daher unterstützt das Land NÖ im Rahmen der NÖ-Bildungsförderung, Arbeitnehmer die sich weiterbilden möchten. So erhielten im Vorjahr 3.600 Personen eine Förderung. Für den beruflichen Wiedereinstieg fördert das Land NÖ insgesamt 14 unterschiedliche Beschäftigungsprojekte, um vor allem Langzeitarbeitslose auf ihrem Weg zurück in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Das Ziel der Projekte ist, dass man am Ende einen normalen Job findet und nachgeht“, erklärt VPNÖ-Arbeitsmarktsprecher Franz Rennhofer.

Arbeitszeitflexibilisierung statt Verkürzung

„Die NÖ Arbeitsmarktdaten zeigen eine äußerst positive Entwicklung. Und wir haben mehrmals klargestellt, dass wir im Miteinander die besten Ideen für NÖ finden und umsetzen möchten – aber manche Forderungen gefährden diese positive Entwicklung“, erklärt VPNÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner der auf die Forderung einer Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden der SPÖ NÖ verweist. „Wir brauchen eine Arbeitszeitflexibilisierung und keine Verkürzung. Denn wie man in Frankreich feststellen konnte, sind alle positiven Effekte, die man sich bei der Reduktion auf 35 Wochenstunden erhofft hat, ausgeblieben – in allen Vergleichswerten hat Frankreich massiv eingebüßt, die Arbeitslosigkeit ist hoch, Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit niedrig. Wenn eine Reduktion auf 35h eine Volkswirtschaft in Bedrängnis bringt, muss man kein Prophet sein, um einzuschätzen, was eine Reduktion auf 30h mit sich bringt. Durch eine Arbeitszeitflexibilisierung würden vor allem Pendler und Familien profitieren. Ein 12 Stunden Tag bedeutet nicht, dass man 5 Tage die Woche 12 Stunden arbeiten muss, denn die Normalarbeitszeit von 8 Stunden am Tag und 40 Stunden die Woche bleibt. Ein 12 Stunden Tag würde eine Arbeitswoche mit 3,5 Tagen ermöglichen, wodurch man einen zusätzlichen Tag pro Woche frei hätte. Das bedeutet ein Tag weniger, an dem man Pendeln muss, ein Tag mehr an dem man keine Kinderbetreuung braucht und mehr Zeit mit der Familie verbringen kann“, so der Landesgeschäftsführer.