NÖ: Eine Milliarde Euro in Hochwasserschutz investiert

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf boten einen Rück- und Ausblick zum Hochwasserschutz in Niederösterreich (Bildquelle: Thomas Resch)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf boten einen Rück- und Ausblick zum Hochwasserschutz in Niederösterreich (Bildquelle: Thomas Resch)

Niederösterreich hat bereits 550 Hochwasserschutzprojekte in rund 300 Gemeinden umgesetzt

„Seit dem Jahr 2002 wurden in Niederösterreich eine Milliarde Euro in Hochwasserschutz-Maßnahmen investiert und damit 550 Hochwasserschutzprojekte in rund 300 Gemeinden umgesetzt“, informierten heute Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf bei einer gemeinsamen in St. Pölten. Zusätzlich zu den großen baulichen Maßnahmen habe man auch rund 190 Renaturierungs-Projekte umgesetzt, ausgeweitete Rückhalteflächen geschaffen und die Prognosestellen ausgebaut. „Gab es im Jahr 2002 vier Prognosestellen entlang der Donau, sind es heute bereits 53 Messegeräte, die an Flüssen wie Donau, Kamp, Traisen, Thaya, March, Ybbs und Erlauf eingesetzt werden“, so die Landeshauptfrau.

Der Ausbau des Hochwasserschutzes und damit der Schutz der Bevölkerung in Niederösterreich werde weiter fortgesetzt, so Mikl-Leitner. „Im kommenden Jahr werden weitere 55 Hochwasserschutzmaßnahmen fertiggestellt; in den kommenden fünf Jahren sind weitere 145 Projekte geplant.“

Hochwasser-Katastrophen hätten in der Vergangenheit immer wieder großes Leid und großen Schaden verursacht. „Durch Hochwasser wurde in Niederösterreich in den vergangenen 16 Jahren ein finanzieller Schaden von 1,2 Milliarden Euro verursacht“, sagte Mikl-Leitner. „Das ist für uns auch ein klarer Auftrag gewesen zu handeln und konkrete Maßnahmen zu setzen.“

Dank sprach die Landeshauptfrau unter anderem den Behörden, Blaulicht-Organisationen und den vielen Freiwilligen im Land aus, die im Ernstfall den Betroffenen „kompetent zur Seite stehen“. Vor zwei Wochen habe auch die „größte Bundesländer übergreifende Hochwasser-Übung“ gemeinsam mit den Bundesländern Wien und Oberösterreich stattgefunden, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Mikl-Leitner: „Es war eine Demonstration, wie wir uns schützen können.“ Bei aller Kraftanstrengung bleibe aber immer auch ein Restrisiko.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf erinnerte an die verheerenden Hochwässer in den Jahren 2002 und 2013 mit 75.000 bzw. 50.000 Einsatzkräften und informierte über abgeschlossene Großprojekte wie die Sanierung des Marchschutzdammes mit Investitionen von 110 Millionen Euro, den Hochwasserschutz am Kamp Unterlauf (30 Millionen Euro) und in Weißenkirchen in der Wachau (28,5 Millionen Euro).

70 Projekte befänden sich aktuell im Bau, 55 werden 2019 fertiggestellt, so Pernkopf. Im kommenden Jahr werden auch wieder 60 Projekte gestartet, unter anderem das Hochwasserschutzprojekt in Triesting mit einer Investitionen von 43,3 Millionen Euro. Derzeit würden auch Verhandlungen mit Bundesminister Norbert Hofer laufen, betreffend Fixierung des Donau-Ausbauplanes von 2022 bis 2030 und der Sanierung des Marchfeldschutzdammes.

„Zusätzlich zum technischen Hochwasserschutz investieren wir auch in Renaturierungen, um den Flüssen wieder mehr Platz zurückzugeben. Neben verschiedenen Renaturierungs-Projekten werden 25 EU-LIFE-Projekte umgesetzt und 120 Millionen Euro investiert; der EU-Anteil liegt hier bei 46 Millionen Euro“, so Pernkopf. Dazu kämen die Ausweisung von Gefahrenzonen und strenge Richtlinien in der Raumordnung. Pernkopf: „In Summe sind wir mit unseren Maßnahmen Vorreiter.“ Wichtig sei auch die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden.