Mehr als 1.000 Einsatzkräfte bei Hochwasser-Übung an der Donau

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeister Michael Ludwig und den Vertreterinnen und Vertretern der Blaulicht- und Einsatzorganisationen in Korneuburg (Bildquelle: NLK / Burchhart)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeister Michael Ludwig und den Vertreterinnen und Vertretern der Blaulicht- und Einsatzorganisationen in Korneuburg (Bildquelle: NLK / Burchhart)

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Michael Ludwig über die bundesländer-übergreifende Übung „Donauhochwasser“

Die drei Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Wien proben heute den Ernstfall: Simuliert wird eine Hochwasser-Katastrophe größeren Ausmaßes als im Jahr 2013. Die Übung ist die größte Donauhochwasser-Übung in der österreichischen Geschichte. Mehr als 1.000 Einsatzkräfte sind involviert, hunderte Szenarien werden geprobt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und der Wiener Bürgermeister Landeshauptmann Michael Ludwig informierten am heutigen Vormittag gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Blaulicht- und Einsatzorganisationen im Zuge einer Pressekonferenz in Korneuburg über den Übungsablauf.

Die Landeshauptfrau bedankte sich zunächst bei allen Verantwortungsträgern für die Vorbereitung der „größten Donauhochwasser-Übung, die es jemals gegeben hat“. Sie erinnerte an die Hochwässer in den Jahren 2002 und 2013, die damals gesammelten Erfahrungen seien auch in die sehr realitätsnahe Übung eingearbeitet worden. Im Ernstfall gehe es um Sekunden, und daher sei es wichtig, „dass Informationskanäle und Alarmierungen so rasch wie möglich funktionieren“. Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Bundesländer entlang der Donau sei daher besonders wichtig, betonte sie.

Auch Bürgermeister Ludwig bedankte sich bei allen Mitwirkenden, der Katastrophenschutz sei „ein gemeinsames Anliegen“. Im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz in Wien verwies er auf die Donauinsel, die „eine der beeindruckendsten Einrichtungen im Bereich des Hochwasserschutzes“ sei. Bei Katastropheneinsätzen sei es wichtig, „dass wir über Bundesländer-Grenzen hinweg unsere Kräfte bündeln“.

Bei der „Stabsrahmenübung mit Echteinlagen“ sieht das Drehbuch hunderte Szenarien – vom Errichten mobiler Dämme bis zum Zugsunglück – vor, die von Schärding in Oberösterreich bis ins niederösterreichische Hainburg beübt werden: Die Donau tritt vom Bezirk Schärding bis Hainburg über die Ufer, eine Flutwelle schwappt über das Land. Auf der Linzer Traunbrücke entgleist ein Güterzug, seine giftige Fracht fließt ins Wasser. Treibgut schlägt ins Tanklager Korneuburg ein, wo drei Millionen Liter Diesel gelagert sind. Die Westbahnstrecke ist unterbrochen, weil die Eisenbahnbrücken  vom  Donaustrom  bedroht sind. Und dann kommt es auch noch zu einer Explosion in einer Chemiefabrik.

Die Szenarien werden dabei teilweise virtuell, teilweise real durchgespielt. Die Katastrophenschutzbehörden üben Hand in Hand mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsorganisationen sowie mit den Spezialisten des Bundesheeres.

Neben den Kraftwerks- und Dammbetreibern wirken auch Verkehrs-, Energie- und Telekommunikationsunternehmen an der großangelegten Hochwasser-Übung mit, um die Zusammenarbeit, Meldewege und Schnittstellen zu trainieren.

Die Gesamtübungsleitung mit den Übungsleitern der Länder, Ministerien, Einsatzorganisationen und Unternehmen befindet sich beim Rathaus in Wien. Außerdem gibt es sogenannte Landesübungsleitungen: für Oberösterreich im Landhaus in Linz, für Niederösterreich in der NÖ Landes-Feuerwehrschule in Tulln. Die Länder, die gesetzlich für den Katastrophenschutz zuständig sind, binden bei der Übung auch das Innen-, Verkehrs-, Nachhaltigkeits- und Verteidigungsministerium ein.