Historische Schau zum Jahr 1848 im Palais Niederösterreich eröffnet

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Kuratorin Michaela Maier beim Ausstellungsrundgang (Bildquelle: NLK Reinberger)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Kuratorin Michaela Maier beim Ausstellungsrundgang (Bildquelle: NLK Reinberger)

LH Mikl-Leitner: „Ehemaliges Landhaus ist ein guter Boden für eine derartige Ausstellung“

In den historischen Räumlichkeiten des Palais Niederösterreich wurde gestern Abend von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die Ausstellung „1848 Die vergessene Revolution“ eröffnet. Für die Landeshauptfrau gebe es keinen besseren Ort für eine derartige Ausstellung als „unser ehemaliges Landhaus“ in der Wiener Herrengasse.

Das heurige Gedenkjahr erinnere nicht nur an das Jahr 1848, es erinnere auch an das Ende des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. 2018 stehe auch im Zeichen von 100 Jahre Frauenwahlrecht sowie der dramatischen Ereignisse des Jahres 1938 und des Jahres 1968. „Unsere Aufgabe ist es, eine Erinnerungskultur zu pflegen“, so Mikl-Leitner. Denn nur wer seine Geschichte kenne und verstehe, der könne auch aus der Geschichte lernen. Diese Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sei wichtig, um „unsere Geschichte wach zu halten“. Als Beispiel nannte Mikl-Leitner das „Haus der Geschichte“ im Museum Niederösterreich in St. Pölten, das Geschichte „spürbar, sichtbar und erlebbar“ mache.

Man setze auch auf die „Kraft von Kunst und Kultur“, um die Geschichte wach zu halten. Die Eröffnung des „Grafenegg Festivals“ sei deshalb auch im Zeichen einer Gedenkveranstaltung gestanden, mit einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion und mit Benjamin Brittens „War Requiem“. Auch Ausstellungen wie im Palais Niederösterreich würden einen Beitrag leisten, aus der Geschichte zu lernen.

Für Heinz Fischer, Bundespräsident a. D. und Regierungsbeauftragter für das Jubiläumsjahr 2018, werden mit dieser Ausstellung die Ereignisse des Jahres 1848 „entsprechend ihrer Bedeutung“ gewürdigt. Vor 170 Jahren sei die Grundlage für den Rechts- und Verfassungsstaat gelegt worden. Die Ereignisse von damals seien „ein Synonym“ für das Ende des feudalen Herrschaftssystems sowie für die Bauernbefreiung. Das „Aufbegehren“ der Reichshaupt- und Resistenzstadt Wien sei geradezu „exemplarisch“ gewesen – mit der Mobilisierung und dem vorläufigen Sieg der demokratischen Kräfte. Zur Ausstellung meinte Fischer: „Einmal sehen ist besser als hundert Mal hören.“

In einer anschließenden Diskussionsrunde informierten Kuratorin Michaela Maier, Kurator Wolfgang Maderthaner, der wissenschaftlichen Leiter des „Hauses der Geschichte“ in St. Pölten, Christian Rapp, und Ausstellungsgestalter Hans Hoffer zu den Inhalten der Ausstellung.

Der ehemalige Präsidialchef im Bundeskanzleramt, Manfred Matzka, skizzierte in einem pointierten Vortrag den Minoritenplatz zur Zeit Metternichs und erläuterte detailgetreu die Ereignisse des Jahres 1848 und die Dramatik und Zuspitzung des 13. März 1848. Sein Resümee: „Metternich erkannte die Zeichen der Zeit nicht.“

Die Ausstellung „1848 Die vergessene Revolution“ ist von 4. September bis 31. Oktober 2018 bei freiem Eintritt Dienstag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr und am Samstag von 11 bis 15 Uhr im Palais Niederösterreich, Herrengasse 13, 1010 Wien, zu sehen.