Grillunfälle: Einfache Tipps für mehr Sicherheit

Bereits mit einigen einfachen Sicherheitsvorkehrungen können dramatische Grillunfälle verhindert werden (Bildquelle: Thomas Resch)
Bereits mit einigen einfachen Sicherheitsvorkehrungen können dramatische Grillunfälle verhindert werden (Bildquelle: Thomas Resch)

Sommerzeit ist Grillzeit und damit Hochblüte für Grillunfälle. Jährlich landen hunderte Menschen deshalb im Spital. 40 Prozent der Verletzungen
sind hierbei Brandverletzungen, 38 Prozent Schnittverletzungen. Allen gemeinsam: sie könnten in den meisten Fällen verhindert werden.

„Unachtsamkeit, ungeeignete Ausrüstung oder falsche Anwendung von Grillanzündern
zählen zu den häufigsten Grillfehlern“, weiß Dr. Michael Schwab, Unfallchirurg und Notarzt
vom LKH Rohrbach. Die gefährlichsten Situationen beim Grillen entstehen fast immer durch
die Benützung von Brandbeschleunigern. Besonders dramatisch wird es, wenn statt
Brennspiritus Benzin verwendet wird. Die Benzindämpfe sind schwerer als Luft und breiten
sich schnell rund um den Grill am Boden aus. Es bildet sich sozusagen eine „unsichtbare
Wolke“ und es kann beim Anzünden zur ausgebreiteten Explosion kommen.

Erste Hilfe bei Brandverletzungen

Grundsätzlich heißt es bei Brandverletzungen: Sofort aus der Hitze raus und ablöschen.
Die verbrannten Stellen anschließend mit Leitungswasser kühlen. Achtung: Kühlen Sie dabei nicht zu lange und zu kalt, um Unterkühlungen zu vermeiden. Die Wassertemperatur sollte um die 20 C haben – besondere Vorsicht ist in diesem Zusammenhang bei Kindern geboten. Viele Betroffene sind beim Grillen alkoholisiert und unterschätzen den Schweregrad der Wunde. Ein Arztbesuch ist daher ratsam“, so der Experte.

Schnittverletzungen richtig erstversorgen

Schon bevor es beim Grillen gefährlich wird, kann man sich im Zuge der Vorbereitungen
Schnittverletzungen zuziehen – vor allem wenn es hektisch ist. Hier gilt: Kleine, schwach blutende Wunden kurz ausbluten lassen, um sie von Keimen zu befreien. „Stark verschmutzte Wunden sollten vorsichtig mit Wunddesinfektionslösungen behandelt
werden. Ist eine solche nicht vorhanden, kann die Wunde alternativ unter kaltes, klares
Leitungswasser gehalten werden“, weiß Notarzt Dr. Schwab und ergänzt: „Generell ist zu
beachten: Berühren Sie die Wunde nicht. Auch Puder oder Salben sind tabu. Am besten
werden kleinere Wunden mit einem Pflaster abgedeckt.“

Bei tieferen Wunden können Nerven oder Sehnen verletzt sein, es kann zu
Bewegungseinschränkungen, Lähmungen oder Gefühlsstörungen kommen. Ist die Wunde
außerdem verschmutzt, haben Keime leichtes Spiel und erschweren die Wundheilung oder
führen im schlimmsten Fall zur Blutvergiftung. In diesen Fällen sollte nach der
Erstversorgung – wie oben geschildert – jedenfalls ein Arzt beigezogen werden, der den
Tetanus-Impfstatus klärt und über die weiteren nötigen Behandlungsschritte entscheidet.
Der Impfstatus gehört laufend aktualisiert. Dr. Schwab rät dazu, den Impfpass regelmäßig zu überprüfen.

Kleine Tipps – große Wirkung

Bereits mit einigen einfachen Sicherheitsvorkehrungen können dramatische Grillunfälle
verhindert werden. So eignen sich zum Anzünden der Grillkohle ausschließlich
Sicherheitsbrennpasten oder feste Anzündhilfen wie z.B. Anzündriegel und Trockenspiritus.
Zudem sollte der Griller standsicher aufgestellt werden. Nach dem Grillen sollte die Kohle
gänzlich mit Wasser bedeckt werden, denn bis zu 72 Stunden ist die Glut noch in der Lage
zu zünden. Und ein Kübel Wasser neben dem Griller sollte eine Selbstverständlichkeit sein,
besser wäre natürlich ein geeigneter Feuerlöscher.