Globale Konflikte und deren Wirkung auf Europa und Wirtschaft

Globale Konflikte und deren Wirkung auf Europa und Wirtschaft
(v.l.n.r.): HYPO NOE Vorstand Udo Birkner, Landesrat Ludwig Schleritzko, Gastvortragende und Nahostexpertin Antonia Rados und HYPO NOE Vorstand Wolfgang Viehauser (Bildquelle: HYPO NOE / Jovic)

Zum 10-Jahres-Jubiläum des HYPO NOE INVEST CLUB diskutierten Landesrat Schleritzko, Nahost-Expertin Rados und Vorstand Viehauser über globale Konflikte und deren Wirkung auf Europa und Wirtschaft.

Die HYPO NOE Landesbank für Niederösterreich und Wien AG lud am Dienstag zur bereits 13. Auflage des HYPO NOE INVEST CLUB. Im Wiener Palais Niederösterreich begrüßten die Vorstände Wolfgang Viehauser und Udo Birkner rund 200 Gäste, unter ihnen Finanzlandesrat Ludwig Schleritzko und die preisgekrönte Journalistin Antonia Rados.

„Wir haben 2009 diese Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, über den Tellerrand zu blicken und auch aktuelle Entwicklungen kontroversiell zu diskutieren, vor denen wir uns nicht verstecken können“, betonte Viehauser eingangs. Nachdem im Vorjahr Zukunftsforscher Matthias Horx mit seinen Digitalisierungs-Thesen begeisterte, stand der HYPO NOE INVEST CLUB heuer im Zeichen globaler Konflikte.

Viehauser: „HYPO NOE steht auf sehr stabilen Beinen“

„Geopolitische Spannungen beeinflussen uns als HYPO NOE nicht direkt, indirekte Effekte sind aber nicht auszuschließen“, erklärte Viehauser. So könnten die Refinanzierungskosten für Banken in Europa ansteigen und sich das Risiko auf Kreditausfälle erhöhen. „Die HYPO NOE ist jedoch kerngesund und bereit für die Zukunft. 2018 haben wir mit einem Konzernüberschuss vor Steuern von 47,9 Millionen Euro abgeschlossen, das entspricht einem Plus von rund 24 Prozent. In Anbetracht unserer risikoarmen Strategie und mit dem Land als 100-Prozent-Eigentümer stehen wir auf sehr stabilen Beinen.“

Ähnlich bewertete Ludwig Schleritzko die Sachlage: „In einer global vernetzten Welt müssen wir uns laufend mit den wirtschaftlichen Entwicklungen anderer Regionen beschäftigen. Was am Ende des Tages zählt, ist, dass wir den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern gute Rahmenbedingungen bieten können. Erst kürzlich hat dazu die Statistik Austria neue Daten über den Budgetvollzug 2018 veröffentlicht. Diese zeigen, dass wir sorgsam mit den uns anvertrauten Steuergeldern umgehen. Wir konnten erneut einen Maastricht-Überschuss erwirtschaften und unsere Schulden senken.“

Diesbezüglich befinde sich NÖ auf einem positiven Weg. „Ich bin mit dem Ziel angetreten, den Schuldenstand weiter zu verringern und Spielraum für Zukunftsinvestitionen zu schaffen. Wir haben alle europäischen Vorgaben erfüllt und das trotz eines ambitionierten Programmes mit Investitionen in den Öffentlichen Verkehr, Gesundheit, Arbeit und Familie“, so Schleritzko.

Schleritzko: „HYPO NOE ist ein Gewinn für Niederösterreich“

Ein wichtiger Partner an der Seite des Landes ist dabei die HYPO NOE. „Die HYPO NOE ist ein Gewinn für Niederösterreich. Als Bank in der Region versteht sie, wo der Schuh drückt und liefert entsprechende Angebote. Das tut sie auch äußerst erfolgreich, wenn man die Bilanz der letzten Jahre betrachtet.“

Weiters hob Schleritzko positiv hervor: „Jedes Jahr erhalten wir Geld für unser Landesbudget als Ausschüttung – die HYPO NOE ist finanzieller Gewinn und wichtige Partnerin. Sie versteht, welche Anliegen Öffentliche Hand, die Menschen und ansässige Unternehmen haben.“

Rados: „Umbruch im Nahen Osten betrifft uns alle“

Diese Analysen griff auch Rados in ihrem Vortrag auf: „Alles, was wir heute auf der Welt sehen und haben – Finanzkrise 2008/09, Ukraine, und vieles mehr – das lässt sich in einem Satz beschreiben: Wir leben alle in einer Zeit des Umbruchs, dieser betrifft uns alle und greift in unser aller Leben ein.“ Diese Vernetzung sei auch zu beobachten, wenn man die Bilder des Arabischen Frühlings sehe: „Zwei Drittel der Bevölkerung im Nahen Osten ist unter 30 Jahre alt. Die meisten Herrscher sind im Vergleich dazu alt.“ Noch dazu besitze jeder ein Handy und könne so sehen, wie es sich in anderen Ländern unter demokratischen Strukturen lebt. Dieser Unmut führte etwa zum Arabischen Frühling.

2015, im Jahr der Flüchtlingskrise, sei zu bemerken gewesen, wie sich die USA vom Nahen Osten abwende. „Das Machtvakuum, das die USA hinterlässt, verstärkt das Chaos und beeinträchtigt auch Europa“, so Rados. Europa sei ohne Schutzschild der USA den Veränderungen ausgeliefert und sei nun gefordert, selbstständig zu agieren, nicht nur gen Westen sondern auch Osten zu blicken.

Rados, die mitunter vom Irak-Krieg 2003 sowie den politischen Umstürzen in Nordafrika und dem Nahen Osten im Frühjahr 2011 berichtet hatte, lieferte den zahlreich anwesenden Kunden und treuen Wegbegleitern der HYPO NOE interessante Einblicke. Moderiert wurde das 10-Jahres-Jubiläum des HYPO NOE INVEST CLUB von Robert Ziegler, Chefredakteur des ORF Niederösterreich.