Ernährungsbildung in OÖ – Landwirtschaft, Bildung und Gesundheit ziehen an einem Strang

(v.l.n.r.): Landesrätin Mag.a Christine Haberlander, Landesrat Max Hiegelsberger und Landesbäuerin LAbg. ÖRin Annemarie Brunner zeigen: Landwirtschaft, Bildung und Gesundheit ziehen an einem Strang (Bildquelle: Land OÖ / Schaffner)
(v.l.n.r.): Landesrätin Mag.a Christine Haberlander, Landesrat Max Hiegelsberger und Landesbäuerin LAbg. ÖRin Annemarie Brunner zeigen: Landwirtschaft, Bildung und Gesundheit ziehen an einem Strang (Bildquelle: Land OÖ / Schaffner)

Kinder und Jugendliche sind die Konsumentinnen und Konsumenten der Zukunft, denn in der Kindheit werden die Weichen für die Ernährungsgewohnheiten und das Essverhalten gestellt. Ihr Umgang mit unseren Ressourcen und ihr Bezug zur Landwirtschaft und der Natur prägt unsere Landschaft und unser Klima von morgen. Doch sich zu ernähren ist in unserer heutigen Gesellschaft zu einer komplexen Aufgabe geworden. Der Lernort Familie hat sich verändert und immer weniger praktische Kompetenzen in Bezug auf Haushaltführung bzw. Ernährungsbildung werden an die nächste Generation weitergegeben. Wachsen Kinder und Jugendliche nur noch mit Fertiggerichten auf, verlieren sie den Bezug zu heimischen Lebensmitteln, der Saisonalität, der Regionalität und letzten Endes zu einer bewussten Ernährung und der Landwirtschaft. Daher muss Ernährungsbildung nicht nur das gesunde Essen, sondern die ganzheitliche Thematik Lebensmittel, verschiedene Bereiche wie Bildung, Gesundheit und die Landwirtschaft und auch den nachhaltigen Konsum erfassen. Eine bessere Aufklärung der jungen Verbraucherinnen und Verbraucher soll ein Bewusstsein für die Qualität und Wertschätzung gegenüber heimischen Lebensmitteln erzeugen.

„Wir brauchen wieder mehr Bewusstsein für den Einfluss der Ernährung auf unsere Gesundheit und mehr Bewusstsein für den Wert und die Verarbeitung unserer Lebensmittel, von der Landwirtschaft über den Transport, die Verarbeitung, den Verkauf bis hin zu Gastronomie. Unser Ziel muss es sein die Ernährungskompetenz bereits frühzeitig und spielerisch zu fördern und sie gleichzeitig ein Leben lang zu begleiten“, sind sich Landesrat Max Hiegelsberger, Landesrätin Mag.a Christine Haberlander und Landesbäuerin LAbg. ÖRin Annemarie Brunner einig. Mit zahlreichen und vielfältigen Initiativen zeigen das Land Oberösterreich und die Landwirtschaftskammer Oberösterreich, dass Landwirtschaft, Bildung und Gesundheit beim Thema Ernährungsbildung in Oberösterreich an einem Strang ziehen.

Ernährungsbildung in der Schule

Unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen und familiären Rahmenbedingungen nimmt die Schule oftmals eine Schlüsselposition in der Wissensvermittlung von Kindern und Jugendlichen ein. Deshalb ist das Thema gesunde Ernährung/Ernährungsbildung essentiell für die nachhaltig gesunde Entwicklung der Schülerinnen und Schüler.

Ernährungsthemen und ein gesundheitsförderlicher Lebensstil werden als Querschnittsmaterie verstanden, die sich nicht auf ein Fach beschränkt vermitteln lassen, sondern sich über viele verschiedene Fächer erstrecken. Das heißt, dass in den Lehrplänen der Volksschule und der NMS Themen zur Ernährungsbildung verankert sind. Die Integration von Ernährungs- und Alltagskompetenzen im Lehrplan durch das Schulfach Ernährung und Haushalt in der NMS ist ein Bestandteil der erfolgreichen Wissensvermittlung. Schülerinnen und Schülern wird dort im Rahmen des Unterrichtfaches das praktische Rüstzeug rund um Lebensmittel, deren Zubereitung, sowie Verbraucherbildung und Tischkultur näher gebracht.

Eine der wichtigsten Säulen der Gesundheitsförderung an Schulen in Oberösterreich ist das Gütesiegel Gesunde Schule. Dieser ganzheitliche Ansatz einer gesunden Entwicklung der Schülerinnen und Schüler, aber auch der Lehrerinnen und Lehrer bedingt, dass im Projekt „Gesunde Schule“ viele verschiedene Akteure und Experten zusammenarbeiten.

Förderung der Ernährungsbildung durch die Landwirtschaftskammer OÖ

Engagierte Pädagoginnen und Pädagogen nutzen die Weiterbildungsangebote der Landwirtschaftskammer seit Jahrzehnten und setzen Projekttage und Projektwochen rund um bewusstes Essen und Trinken für Schulkinder gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer und den Seminarbäuerinnen um. „Wir wollen nichts verbieten, in unseren Programmen geht es darum, aufzuklären und kreative Angebote umzusetzen, damit Kinder und Jugendliche bessere Wahlmöglichkeiten haben und lernen, sich bewusster zu entscheiden. Doch das sind Puzzleteile verglichen mit der Werbung der Lebensmittelindustrie, die von den Konsumentinnen und Konsumenten oft mit Information verwechselt wird“, betont Brunner. Die Erfahrungen der Bäuerinnen zeigen, dass das was unter dem Begriff „gesund“ angeboten wird von Kindern und Jugendlichen aufgrund dieses Werbedrucks nicht immer als schmackhaft und gut empfunden wird. „Wir Bäuerinnen schlagen deshalb vor auf Formulierungen wie bewusst, bunt oder abwechslungsreich bzw. essen um fit zu bleiben, zurückzugreifen um die Attraktivität der Angebote bei den Kindern zu steigern“, so Brunner.