Digitalisierung als Chance für Gemeinden und Regionen

(v.l.n.r.): Mag. (FH) Reinhard HAIDER (E-Government-Beauftragter des OÖ Gemeindebundes), Dr.in Bettina WILLIGER (Fraunhofer-Gesellschaft Nürnberg) und Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer (Bildquelle: Land OÖ / Denise Stinglmayr)
(v.l.n.r.): Mag. (FH) Reinhard HAIDER (E-Government-Beauftragter des OÖ Gemeindebundes), Dr.in Bettina WILLIGER (Fraunhofer-Gesellschaft Nürnberg) und Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer (Bildquelle: Land OÖ / Denise Stinglmayr)

Die Digitalisierung ist einer der großen Megatrends und Zukunftsfaktoren unserer Zeit. Wir stehen mitten in einer digitalen Transformation, die immer mehr Lebensbereiche erfasst. Für die Zukunft von Wirtschaft, Bildung, Gesundheit, Verwaltung etc. wird die Digitalisierung eine entscheidende Rolle spielen. Die Bandbreite an Möglichkeiten ist groß: intelligente Infrastrukturen, digital unterstützte Pflege- und Gesundheitsdienste sowie Kultur- und Sportangebote, digitale Nahversorgung, E-Government, E-Learning, Co-Working, Smart Home-Lösungen, etc.

Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer: „Oberösterreich soll zum Land der digitalen Möglichkeiten werden. Gerade im ländlichen Raum ist die Digitalisierung ein wesentlicher Innovationstreiber und entscheidend für das Wirtschaftswachstum Oberösterreichs.“

Eine leistungsfähige Breitbandanbindung, vor allem in ländlichen Regionen, ist dabei Grundvoraussetzung für die Digitalisierung. Mit einer Breitband-Offensive setzt das Land OÖ aktuell ganz bewusst einen Schwerpunkt: in den kommenden Jahren sollen 100 Millionen Euro aus Landesmitteln in den Breitbandausbau investiert werden.

Aber auch darüber hinaus wurden zahlreiche weitere, ganz unterschiedliche, Digitalisierungs-Initiativen und Ideen mit Unterstützung des Landes gestartet bzw. umgesetzt (Auswahl):

  • „Leitinitiative Digitalisierung“: Ein 20-Punkte-Programm des Landes OÖ für die digitale Zukunft Oberösterreichs. Die Umsetzung wird von der oö. Wirtschaftsagentur Business Upper Austria koordiniert. Mehrere Projekte – bspw. im Bereich der Kunststofftechnik, des Maschinenbaus oder im 3D-Druck – sind bereits im Laufen.
  • Jahr der digitalen Bildung im Schuljahr 2017/18: Digitalisierung darf kein Thema von einzelnen Schulen sein, sondern es ist eine Auseinandersetzung in allen Schulen erforderlich – das beginnt bei der nötigen Infrastruktur (Breitband) und einer moderne, zuverlässige IT-Ausstattung, die sich an den jeweiligen pädagogischen Zielsetzungen der Schulstandorte orientiert (Bsp. Start der Tablett-Klassen). Seit Herbst 2017 sind darüber hinaus alle 15 landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen in Oberösterreich mit Breitband versorgt.
  • DigiTrans: Oberösterreich wird die zweite vom Bund geförderte Testregion für Automatisierten Güterverkehr. Das Projektvolumen umfasst bis zum Jahr 2023 7,5 Millionen Euro, von denen die FFG und das Land Oberösterreich gemeinsam 3,75 Millionen Euro als Förderung beisteuern.
  • Logistik-Innovationszentrum: Gemeinsam mit dem Land Oberösterreich und Fachhochschule wird die Hofer KG Logistik-Lösungen der Zukunft entwickeln. Ergänzend dazu startete mit Oktober ein neuer berufsbegleitender Studiengang der Fachhochschule OÖ unter dem Titel „Digitales Transport- und Logistik-Management“.
  • DigiCamps: Das JugendService des Landes OÖ veranstaltete im Sommer 2018 erstmals ein digitales Feriencamp. Dabei hatten Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahre die Möglichkeit, das weite Feld der Digitalisierung kennenzulernen. Rund 100 „Digital-Experts“ von Morgen waren beim ersten digitalen Feriencamp Oberösterreichs dabei.

Digitalisierung als Chance begreifen

Digitale Lösungen können bei der Bewältigung der zentralen Herausforderungen ländlicher Regionen mitwirken. Sie bietet vollkommen neue Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten für Themen wie Alterung der Gesellschaft, Gesundheitsversorgung, Handel und Nahversorgung etc. Dabei ist es wichtig, sich nicht in theoretischen Diskursen, Utopien oder Schreckensbildern zu verlieren, sondern die Dinge konkret in Angriff zu nehmen und voranzutreiben. Zahlreiche niedrigschwellige Lösungen sind sofort umsetzbar und können neue Zugänge zu Lebensqualität und Wertschöpfung eröffnen.

„Wenn wir einen modernen Lebensstandort gestalten wollen, dürfen wir uns die Chancen der Digitalisierung flächendeckend, in allen Regionen unseres Bundeslandes, nicht entgehen lassen. Es braucht Regionen und Gemeinden, die dieses Thema gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern aktiv in Angriff nehmen und vorantreiben. Indem wir an den konkreten Bedürfnissen der Menschen ansetzen, stärken wir Akzeptanz und Eigeninitiative“, so der Landeshauptmann.

Kommunale Zukunftsgespräche:

Die Oö. Zukunftsakademie und der OÖ Gemeindebund kooperieren bei diesem zentralen Zukunftsthema. Die Veranstaltungsreihe „Kommunale Zukunftsgespräche“ zeigt zahlreiche Beispiele aus Österreich und Bayern, Chancenfelder und Anknüpfungspunkte. Sie soll Verantwortliche und Multiplikator/innen in den Gemeinden und Regionen inspirieren, konkrete Schritte für einen modernen ländlichen Raum in Angriff zu nehmen. Die vorliegende Broschüre „Chance Digitalisierung – Ideen für Gemeinden und Regionen“ mit ihren mehr als hundert praxisnahen Beispielen setzt genau hier an: sie soll digitale Schwellenangst nehmen und zum konkreten Tun inspirieren.