Demenz-Service NÖ: Erweiterte Beratung ab 2020 flächendeckend angeboten

(v.l.n.r.): NÖGUS-Vorsitzender und Landesrat Martin Eichtinger, Andreas Schneider, Leiter Demenz-Service NÖ, NÖGKK-Direktorin Martina Amler und Gabriele Nemeth, Demenz-Service NÖ
(v.l.n.r.): NÖGUS-Vorsitzender und Landesrat Martin Eichtinger, Andreas Schneider, Leiter Demenz-Service NÖ, NÖGKK-Direktorin Martina Amler und Gabriele Nemeth, Demenz-Service NÖ (Bildquelle: NLK Burchhart)

Zu Beginn des Jahres 2018 startete in der Pilotregion „NÖ Mitte“, also in den Bezirken Krems, Lilienfeld, St. Pölten und Tulln, der Ausbau der Demenz-Beratung. Bei einer Pressekonferenz in St. Pölten wurden am heutigen Mittwoch neue Details zu diesem Projekt vorgestellt und eine erste Bilanz präsentiert. Dabei berichteten Landesrat Martin Eichtinger, NÖGKK-Direktorin Martina Amler, Demenz-Expertin Gabriele Nemeth und Andreas Schneider, Leiter vom Demenz-Service Niederösterreich beim NÖGUS.

„Die Expertinnen und Experten vom Demenz-Service NÖ konnten mehr als 400 Menschen persönlich oder am Telefon helfen. In den Info-Points der NÖ Gebietskrankenkasse fanden 117 Sprechstunden statt, die vor allem eine Unterstützung für Angehörige darstellen“, zog Landesrat Eichtinger Bilanz. Derzeit gibt es in Niederösterreich 22.000 Menschen, die von Demenz betroffen sind. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl auf Grund der steigenden Lebenserwartung laut Prognosen verdoppeln.

„Unser Ziel ist es, dass Betroffene und ihre Familien bestmögliche Hilfe und Entlastung in dieser Lebensphase erhalten. Daher rollen wir das Angebot ab dem ersten Quartal 2020 landesweit aus. Das Land Niederösterreich und die NÖ Gebietskrankenkasse nehmen dafür 654.000 Euro in die Hand“, kündigte Eichtinger an. Investiert wird vor allem in Information und Betreuung: „Es werden kostenlose Einzelberatungen zu Hause angeboten und wir starten eine Veranstaltungs-Serie im September. Insgesamt finden zehn Termine in der Region NÖ Mitte unter dem Motto ,Miteinander ins Durcheinander des Alters‘ statt“, so Eichtinger. „Demenz-Service bedeutet auch Betreuung, dazu haben wir in Niederösterreich ein großes Netzwerk,“ sagte er und erinnerte an die psychiatrischen Abteilungen in den Landeskliniken Amstetten-Mauer, Baden, Hollabrunn, Neunkirchen, Tulln und Waidhofen an der Thaya, an die 48 Pflege- und Betreuungszentren sowie an verschiedene ambulante und mobile Strukturen.

Martina Amler, Direktorin der NÖGKK, sagte: „Das ‚Demenz Service NÖ‘ hilft schnell und direkt.“ Bei der Diagnose Demenz ändere sich das Leben der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen von Grund auf. „Sie benötigen deshalb dringend persönliche Unterstützung und eine wohnortnahe und niederschwellige Anlaufstelle“, hielt sie fest. Andreas Schneider vom NÖGUS sagte: „Angehörige und Betroffene waren bei der Projektentwicklung immer dabei. Ziel ist es, die ‚gute Zeit‘ eines an Demenz erkrankten Menschen zu verlängern. Zu Beginn dieser Erkrankung braucht es eine Testung. Die niederschwelligen Angebote sind ein wesentlicher Teil des Projektes.“

Der überwiegende Teil von Menschen mit Demenz wird zu Hause von Angehörigen betreut. Demenz-Expertin Gabriele Nemeth informierte über die Unterstützungsmöglichkeiten: „Es gibt die Möglichkeit einer Betreuung von außen, es gibt die Möglichkeit, die Menschen in einem Tageszentrum zu versorgen und es gibt die Möglichkeit, die von Demenz Betroffenen in einem Landespflegeheim unterzubringen.“