Das Genussland Oberösterreich feiert mit den „K&K“ Wochen 100 Jahre Republik Österreich

LR Hiegelsberger und DIin Margit Steinmetz-Tomala (GF Genussland Marketing OÖ - Kulinarik) präsentieren die Gastro-Schwerpunktwochen
LR Hiegelsberger und DIin Margit Steinmetz-Tomala (GF Genussland Marketing OÖ - Kulinarik) präsentieren die Gastro-Schwerpunktwochen "Gerichte mit Geschichte" bei 60 Genussland-Wirten (Bildquelle: Land OÖ / Lisa Schaffner)

Ausgewählte Gastronomiebetriebe servieren „Gerichte mit Geschichte“ und erzählen kulinarische Geschichten der vergangenen 100 Jahre.

Das Jahr 1918 stellte mit der Ausrufung der Republik Österreich eine historische Zäsur dar. Kulturell als auch kulinarisch kann das neue Österreich jedoch auf ein reiches Erbe zurückblicken, welches seine Wurzeln über Jahrhunderte aus dem gesamten Habsburgerreich nährte. Jenen „Gerichten mit Geschichte“, die ursprünglich aus monarchistischer Zeit kommen und bis in die Republik bestanden bzw. auch tatsächlich erst aus den letzten 100 Jahren stammen, ist das Jahresthema der bundesweiten Zusammenarbeit aus Vertreterinnen und Vertretern der Landwirtschaft, der Gastronomie und des Tourismus (Cluster Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und touristische Initiativen) gewidmet. Das 100jährige Jubiläum der Republik Österreich bietet nun den Anlass, kulinarische Narrative bundesweit vor den Vorhang zu holen und Gastronominnen und Gastronomen, Produzentinnen und Produzenten sowie den Gästen davon zu erzählen. Auch in Oberösterreich finden dazu Spezialitätenwochen statt und stellen die länder- und regionsspezifischen, kulinarischen Traditionen in den Mittelpunkt. Oberösterreichs Genussland-Partner in der Gastronomie kochen mit regionalen Rohstoffen „Gerichte mit Geschichte“, die auch in der Speisekarte gekennzeichnet werden.

„Gerichte mit Geschichte“ im Land ob der Enns

Oberösterreichs kulinarische Traditionen sind vielfältig und werden auch heute noch gelebt. So gehören Bratl und Knödl auch heutzutage zu den beliebtesten Traditionsgerichten und finden sich nach wie vor auf den Speiseplänen der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher wieder. Vor allem die Knödelkunst entwickelte sich in unserem Bundesland seit der Jungsteinzeit und brachte vielfältige Variationen zu Tage. Und so sind die kleinen, gefüllten, herzhaften Knödel vor allem im Innviertel noch heute eine regional tief verankerte Speise. Auch die Schweinezucht hatte in Oberösterreich seit jeher eine große Bedeutung, die sich in deftigen Fleischgerichten wie dem Leberbunkel oder dem Kotzngschroa äußerte. In den alpinen Regionen unseres Landes wurden Sterz und Nocken gekocht und die bescheidene Küche des Mühlviertels war durch Erdäpfel und Kraut geprägt. Auch das kulinarische Erbe der vormaligen Kronländer schlug sich in den Regionalküchen der Bundesländer nieder und so wandeln wir heute noch auf den kulinarischen Spuren historischer Genießer wie Anton Bruckner, Adalbert Stifter und Franz Stelzhammer, der dem heimischen Most und dem regionalen Bier auch in der Landeshymne ein Denkmal setzte.

Die Genussland Schwerpunktwochen vermitteln kulinarische Geschichten

Bereits von 01. April bis 31. Mai fand im Genussland Oberösterreich der kulinarische Genussland-Frühling statt, bei dem die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher aufgefordert wurden, ihre ganz persönlichen kulinarischen Geschichten einzureichen. Ziel dieser Aktion war es den Bogen bis hinein in den Herbst zu spannen, in dem die kulinarischen Geschichten im Zuge der „K&K“ Wochen bei den Genussland-Wirten erlebbar werden.

Von 14. September bis 28. Oktober 2018 legt das Genussland Oberösterreich seinen kulinarischen Schwerpunkt im Zuge der „K&K Wochen“ nun auf jene kulinarischen Geschichten. Diese Schwerpunktwochen werden von 60 heimischen Gastronomiepartnern des Genusslands gelebt, die die „Gerichte mit Geschichte“ in den Mittelpunkt ihrer Speisekarte stellen. „K&K“ dient zum einen als Hinweis auf die vielfältigen kulinarischen Traditionen, deren Wurzeln oft bis in die Monarchie zurückreichen, die Interpretation dieser beiden Buchstaben darf jedoch weiter gefasst werden. Sie stehen auch für die Verbindung von Kulinarik und Kulturlandschaft, denn die Regionalität der Rohstoffe spielt bei diesem Thema selbstverständlich eine wesentliche Rolle. „K&K“ kann aber auch Kraut und Knödel, Kalb und Karotte oder Kekse und Kuchen bedeuten, wenn es darum geht kulinarische Geschichten erneut zum Leben zu erwecken und sie weiter zu erzählen.

„Die teilnehmenden gastronomischen und landwirtschaftlichen Betriebe erzählen zu einem besonderen Gericht eine besondere kulinarische Geschichte, die für den Gast durch die Speisekarte oder Rezeptkarten erlebbar wird. Diese Geschichten repräsentieren einen Teil unseres kulinarischen Gedächtnisses der letzten 100 Jahre und erzählen von den Menschen und ihren unvergesslichen lukullischen Erlebnissen und Erinnerungen“, erklärt Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Obmann des Vereins Genussland Marketing OÖ.

DI Margit Steinmetz-Tomala, Geschäftsführerin des Vereins Genussland Marketing OÖ ergänzt: „Was eignet sich besser, um unsere kulinarischen Traditionen und Geschichten wieder aufleben zu lassen als eine gesellige Runde in einem oberösterreichischen Wirts- oder Gasthaus, wo mit der Familie oder guten Freunden oder dem da und dort noch existierenden Stammtisch über das Essen und unsere persönliche Verbindung dazu gesprochen wird.“

Die teilnehmenden Wirte bieten dazu Anregungen und Anreize. Sie loben ein Gericht zum Thema in der Speisekarte aus und erzählen dazu ihre Geschichte. Das gibt dem Gast die Gelegenheit, Vertrautes wieder neu zu entdecken und Neues kennen zu lernen. Denn die „K & K“ Wochen sollen auch Anlass dazu sein, eigene kulinarische Erfahrungen mitzuteilen, vergangenen genussvollen Erlebnissen nachzuspüren und sie vielleicht mit neuer Wertschätzung wieder ans Licht zu holen. Wer dazu eine kleine Unterstützung braucht oder sein kulinarisches Können erweitern möchte, der erhält vom gastgebenden Wirt eine Rezeptkarte zu seinem „K & K“-Gericht.

Das Genussland Oberösterreich in der Gastronomie

Begleitet werden die Gastronominnen und Gastronomen während der Schwerpunktwochen durch ein umfassendes Marketingpaket. Margit Steinmetz-Tomala, Geschäftsführerin des Vereins Genussland Marketing OÖ berichtet: „Unsere Genussland-Gastro-Betreuerinnen und Betreuer unterstützen und beraten die Gastronominnen und Gastronomen ganzheitlich. Dies beginnt bei der Information über die Genussland-Partner bis hin zur Auswahl und Begleitung der Produkteinführung in der Küche.“

Denn das Genussland Oberösterreich setzt verstärkt auf die Absatzförderung regionaler Produkte über die Gastronomie. „Bei uns stehen faire Partnerschaften im Fokus, denn gerade in der Gastronomie werden regionale Produkte aktuell verstärkt nachgefragt und das Genussland Oberösterreich erfüllt diese Bedürfnisse in bester Qualität. Unser Ziel ist es, ein breites Bewusstsein für regionale Lebensmittel zu schaffen und heimische Spezialitäten nachhaltig in der Gastronomie zu verankern. Denn die Zusammenarbeit mit heimischen Bäuerinnen und Bauern sowie regionalen Produzentinnen und Produzenten, aber auch die Pflege der echten österreichischen Gastlichkeit spürt und schmeckt der Gast. Die Beziehung zu mehr Regionalität, Saisonalität und Frische der Produkte wird von den Konsumentinnen und Konsumenten besonders geschätzt“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Obmann des Vereins Genussland Marketing OÖ.

Dabei unterstützt der Verein Genussland Marketing heimische, landwirtschaftliche und gewerbliche Qualitätsproduzentinnen und -produzenten in der Vermarktung sowie beim Aufbau geeigneter Vertriebswegen, um die Wertschöpfung von heimischen Lebensmitteln zu steigern. Der Verein betreut im Themenfeld Kulinarik bereits 100 Genusslandpartner, deren Basis das AMA Gastrosiegel ist.