Countdown zur Landesausstellung in Wiener Neustadt

(v.l.n.r.): Kurt Farasin (künstlerischer Leiter Landesausstellung), Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Klaus Schneeberger bei der Pressekonferenz zum Countdown der Landesausstellung 2019 (Bildquelle: Thomas Resch)
(v.l.n.r.): Kurt Farasin (künstlerischer Leiter Landesausstellung), Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Klaus Schneeberger bei der Pressekonferenz zum Countdown der Landesausstellung 2019 (Bildquelle: Thomas Resch)

Landeshauptfrau Mikl-Leitner: „Nachhaltiger Profit für die Stadt und die gesamte Region“

Exakt 38 Tage vor dem Startschuss der 40. NÖ Landesausstellung, die vom 30. März bis 10. November unter dem Titel „Welt in Bewegung. Stadt.Geschichte.Mobilität“ in Wiener Neustadt über die Bühne gehen wird, eröffneten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Klaus Schneeberger und Kurt Farasin, künstlerischer Leiter der Landesausstellungen, am heutigen Mittwoch in St. Pölten den Countdown.

Die Landesausstellungen hätten sich als wichtige Institution und Visitenkarte des Landes etabliert und weit über die Grenzen Niederösterreichs hinaus positioniert, sagte dabei die Landeshauptfrau und betonte, dass der regelmäßige Wechsel zwischen allen Landesvierteln deshalb so wichtig sei, damit alle davon profitierten: „Seit vielen Jahrzehnten werden so ganz bewusst Scheinwerfer auf die Regionen, die Kultur und Geschichte unseres Landes geworfen, die Stärken und kulturellen Identitäten der Regionen hervorgehoben und die Menschen aktiv eingebunden“. Dadurch entstehe ein wahrerer Turbo für Regionalentwicklung, Innovationskraft, wirtschaftliche und touristische Impulse, Imagesteigerung und Stärkung der Regionen.

Die Zahlen bewiesen, wie gut die Landesausstellungen angenommen würden, so Mikl-Leitner weiter: „Insgesamt sind durch die Landesausstellungen mehr als 10 Millionen Besucher nach Niederösterreich gekommen und haben sie so zu Leuchtturm-Projekten weit über die Grenzen hinaus gemacht. Die letzte Landesausstellung ‚Alles was Recht ist‘ etwa hat 2017 rund 230.000 Gäste nach Pöggstall und in die Region gelockt. Investitionen von rund 23 Millionen Euro haben rund 35 Millionen Euro an regionaler Wertschöpfung ausgelöst, darüber hinaus wurden 230 Arbeitsplätze in der Region geschaffen bzw. gesichert“.

Ähnlich positive nachhaltige Effekte wie in Pöggstall, wo das Schloss nach der Landesausstellung als Gemeindezentrum sowie Veranstaltungsort genützt wird, erwarte sie sich auch heuer: „‘Welt in Bewegung! Stadt.Geschichte.Mobilität‘ wird durch ihr ganzheitliches und innovatives Konzept Stadt und Region weiter aufblühen und nachhaltigen Profit für Wiener Neustadt und die gesamte Region erzielen lassen“.

Erster Ausstellungsort sind die Kasematten, ein unterirdisches Baudenkmal aus dem 15. Jahrhundert, das damals als Waffen- und Munitions-, später auch als Brauereilager diente und umfassend revitalisiert und durch einen modernen Zubau erweitert wurde. Zweiter Ausstellungsort ist das Museum St. Peter an der Sperr, ein in den 1960er-Jahren profanisiertes ehemaliges Kloster mit anschließender Klosterkirche, die ebenfalls modernisiert, revitalisiert und erweitert wurden.

„Mit den Kasematten und dem Museum St. Peter an der Sperr verfügen wir über zwei eindrucksvolle Locations, die einer spannenden Entdeckungs- und Abenteuerreise durch die Stadt, Geschichte und Mobilität von Wiener Neustadt Raum geben. Dass das viel Geld kostet, liegt auf der Hand. Insgesamt haben wir 33 Millionen Euro investiert – 25 Millionen Euro in Wiener Neustadt für Revitalisierung und den Umbau der Kasematten und des Museums St. Peter an der Sperr, für Ortsbildgestaltung, Fußgängerzone und verschiedene Begleitmaßnahmen und Leitsysteme sowie 8 Millionen Euro in regionale Projekte wie die Gestaltung des Radweges am Wiener Neustädter Kanal und verschiedene Maßnahmen zur Attraktivierung von Museen und Ausstellungen rund um Wiener Neustadt“, führte die Landeshauptfrau aus. Dazu kommt ein reines Ausstellungsbudget von knapp 7,8 Millionen Euro.

Bürgermeister Klaus Schneeberger freute sich, dass heute ein Fenster aufgehe, das Wiener Neustadt ins Zentrum Niederösterreichs und weit darüber hinaus rücke. „Die Landesausstellung ist eine Trägerrakete für die Jahre nach 2019. Das Ziel der Landesausstellungen, Nachhaltigkeit zu schaffen, ist eine enorme Chance für Wiener Neustadt und die gesamte Region“. Den Fokus auf die reichhaltige Geschichte und die Standortqualität der Stadt zwischen den Wiener Alpen und dem Neusiedlersee zu legen, eröffne die Chance der emotionalen Identifikation, deshalb werde es auch für alle Wiener Neustädter um 50 Prozent ermäßigte Tickets geben, kündigte der Bürgermeister an und hob neben den beiden Ausstellungsorten auch das Neukloster mit seiner erstmals geöffneten Bibliothek, die Militärakademie, die dem 500. Todestag von Kaiser Maximilian Rechnung tragen wird, und vier Achsen hervor, die von der Stadt in die Region hinausgehen werden.

Kurt Farasin sagte: „Eine Landesausstellung bedeutet nicht, ein Museum für sieben Monate in eine Region zu tragen und wieder zu gehen. Die Gäste sollen in Dialog treten mit dem, was Wiener Neustadt zu bieten hat, es soll in Zukunft ein ganz neues Bild von Wiener Neustadt und der Region entstehen“. Zudem lud der künstlerische Leiter dazu ein, die Wege zu und zwischen den Ausstellungsorten zu Fuß zurückzulegen und dabei das Erlebte von der exzeptionellen Architektur über eine multimediale Inszenierung der Stadtentwicklung bis zu einer großen begehbaren Plastik mit auf den Weg durch die Stadt zu nehmen. Überdies solle man sich für diese Entdeckungsreise vor der eigenen Haustür unbedingt mindestens drei Tage Zeit nehmen