Burgenlands Tourismus- und Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig im Sommergespräch

Burgenlands Tourismus- und Wirtschaftslandesrat Mag. Alexander Petschnig (Bildquelle: Guten Tag Österreich)
Burgenlands Tourismus- und Wirtschaftslandesrat Mag. Alexander Petschnig (Bildquelle: Guten Tag Österreich)

Im aktuellen Sommertalk mit „Guten Tag Österreich“ spricht Burgenlands Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) über China-Aktivitäten, geplante Initiativen für den burgenländischen Tourismus und drohende Kürzungen von EU-Geldern.

Guten Tag Österreich: Herr Landesrat, zuletzt reiste eine Regierungsdelegation nach China um für das Burgenland zu werben. Ist sie auf großes Interesse gestoßen?

Petschnig: „Ehrlich gesagt schon. Wobei man das natürlich richtig einschätzen muss. Es ging darum mit einer politischen Delegation einmal einen Weg zu bereiten um Sympathie zu schaffen und Interesse zu zeigen. Konkrete Geschäftsabschlüsse sind natürlich von den Unternehmerinnen und Unternehmer zu machen, die jetzt in der Folge dort tätig werden. Einen guten Widerhall gab es insbesondere in Hunan, das ja unsere Partnerprovinz ist. Mit rund 70 Millionen Einwohner ist das ein entsprechender Markt.“

Guten Tag Österreich: Womit will das Burgenland bei den Chinesen punkten?

Petschnig: „Mit unserer Kultur und unserer Weinwirtschaft haben wir schon Angebote, die in China großes Interesse wecken. Interessant ist natürlich der Tourismus insgesamt, speziell das Incoming. Parndorf ist in China zum Beispiel ein großes Thema, das immer stärker wird. Da ist es wichtig mit den Reisebüros zu kooperieren. Es gibt ja die schöne Geschichte, dass vier Ortschaften von Österreich in China bekannt sind. Das ist Wien, Salzburg, Hallstatt und Parndorf. Momentan besuchen rund 100.000 Besucher aus China als Tagesgäste das Outletcenter. Da gibt es momentan unterschiedliche Visionen, wie man das stärker nutzen könnte. Etwa, dass man dort sogar ein Hotel baut speziell für chinesische Gäste und vieles mehr.“

Guten Tag Österreich: Stichwort Tourismus: Welche Initiativen sind heuer noch zu erwarten?

Petschnig: „Wir bedienen weiterhin sehr stark die Förderschiene, weil wir im Burgenland nach wie vor Aufholbedarf haben. Zurzeit läuft etwa eine Förderaktion für Kellerstöckl im Südburgenland, die wir touristisch zugänglich machen wollen. Eigentümer werden bei baulichen Maßnahmen unterstützt, die Förderungen belaufen sich auf bis zu 40 Prozent. Mit der Gegenleistung, dass die Kellerstöckl dann vermietet und so dem Tourismus zur Verfügung gestellt werden. Dazu gibt es andere Dinge, wie zum Beispiel, dass wir versuchen Klein- und Mittelbetriebe bis hin zu Privatzimmervermieter ins Internet zu bringen. Wir haben leider immer noch viele Beherberger, die da nicht wirklich firm sind. Da wollen wir unterstützend wirken.“

Guten Tag Österreich: Anderes Thema: Zuletzt gab es viele Diskussionen um mögliche Kürzungen bei den EU-Regionalförderungen. Wird das Burgenland künftig den Gürtel enger schnallen müssen?

Petschnig: „Ich hoffe nicht. Es gibt weiterhin Signale, dass wir eine Übergangsregion bleiben. Das wäre der Status, den wir jetzt auch haben. Ich glaube daher schon, dass wir weiterhin einen Vorteil gegenüber anderen Bundesländern haben werden, die Frage ist nur wie hoch dieser Vorteil sein wird. Klar ist, dass wir uns bei den Förderungen künftig an noch strengeren Regeln halten werden müssen. Es wird sicher nicht einfacher werden.“  

Guten Tag Österreich: Sind wirtschaftliche Nachteile, etwa bei Betriebsansiedlungen, zu erwarten?

Petschnig: „Das ist schwer zu sagen, weil da müsste man analysieren, warum sich Betriebe wo ansiedeln. Förderkulisse ist natürlich ein Thema. Aber nicht unbedingt. Ausschlaggebend sind vorwiegend regionale Kriterien. Das Nordburgenland ist im Speckgürtel von Wien, im Speckgürtel von Bratislava, dazu die Nähe zu Ungarn, das hat wirtschaftsgeographisch enorme Vorteile. Der Landessüden ist natürlich was Regionalität, Ruhe und Landschaft betrifft im Vorteil. Dazu kommen noch unsere Wirtschaftsparks. Das ist in Summe alles oft wichtiger, als der rein monetäre Anreiz.“

Guten Tag Österreich: Wie funktioniert die Zusammenarbeit von Rot-Blau im Burgenland?

Petschnig: „Sehr gut. Aus unterschiedlichsten Gründen. Das Wichtigste ist, dass man sich persönlich gut versteht. Das ist im Burgenland der Fall. Wir haben gerade eine Studie bekommen, wo eigentlich der rot-blauen Regierung eine Zufriedenheit von an die 80 Prozent attestiert wird. Eine Wendestimmung schaut anders aus.“

Guten Tag Österreich: Zum Abschluss: Wo werden Sie heuer Urlaub machen?

Petschnig: „Es werden ein paar Tage in Schottland werden. Ich freue mich schon darauf.“

Guten Tag Österreich Chefredakteur Thomas Resch im Gespräch mit Mag. Alexander Petschnig (Bildquelle: Guten Tag Österreich)
Guten Tag Österreich Chefredakteur Thomas Resch im Gespräch mit Landesrat Mag. Alexander Petschnig (Bildquelle: Guten Tag Österreich)