Samstag, 26.05.2018 06:30

10 Jahre NÖ Kliniken unter einem Dach

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Gemeinsam bestens versorgt

Seit 10 Jahren gehören alle Niederösterreichischen Kliniken zur NÖ Landeskliniken-Holding und werden gemeinsam geführt

Kaufmännischer Geschäftsführer Dipl. KH-BW Helmut Krenn und Medizinischer Geschäftsführer Dr. Markus Klamminger (Bildquelle: Landeskliniken-Holding)
Kaufmännischer Geschäftsführer Dipl. KH-BW Helmut Krenn und Medizinischer Geschäftsführer Dr. Markus Klamminger (Bildquelle: Landeskliniken-Holding)

Mit rund 165.000 operativen Leistungen und 1,97 Millionen Belagstagen pro Jahr ist die NÖ Landeskliniken-Holding der größte Klinikbetreiber Österreichs. Jährlich zählen die Kliniken rund 355.000 stationäre Aufenthalte. In der aktuellen Verteilung der 27 Klinik-Standorte erreichen 99 Prozent der Bevölkerung die Akutversorgung in einem Landes- oder Universitätsklinikum innerhalb von 45 Minuten. Wohnortnahe Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau, rund um die Uhr.

Die gemeinsame Führung aller 27 Standorte bringt viele Vorteile für die Patientinnen und Patienten – vom gemeinsamen Einkauf bis zu einheitlichen Standards in vielen Bereichen wie dem Riskmanagement, der Ausstattung mit EDV-Programmen, dem Speisenangebot aus regionalen und saisonalen Lebensmitteln oder den Informationen für die Patienten. Auch in Sachen Ausbildung und Pflege arbeiten die Kliniken eng zusammen.

Anfang der 2000er Jahre war das Land Niederösterreich Rechtsträger einer Handvoll Krankenhäuser: Mödling, Mauer, Hochegg und Tulln. 2003 kam Baden dazu und es wurde absehbar, dass auch andere Gemeinden nicht mehr ausreichend für ihre öffentlichen Krankenhäuser sorgen können. So entstand 2005 die NÖ Landeskliniken-Holding mit anfangs 15 Kliniken, sieben weitere kamen 2006 dazu, zwei im Jahr 2007, und mit Anfang 2008 war die NÖ Landeskliniken-Holding mit den drei letzten Häusern – Klosterneuburg, Neunkirchen und Wiener Neustadt komplett. 27 Standorte und fünf Versorgungsregionen, mit 21.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Einer der größten Gesundheitsdienstleister Europas war entstanden.

Um- und Ausbau der NÖ Kliniken

Von Beginn an stand ein Thema im Zentrum: Der Um- und Ausbau der NÖ Kliniken. Im Ausbau-Programm seit 2005 investiert das Land Niederösterreich über zwei Milliarden Euro in die zahlreichen Bauvorhaben.

Gemeinsam mit LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf informierte am 5. Dezember 2017 Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner in St. Pölten über das Ausbau-Programm der NÖ Landeskliniken. Im Krankheitsfall sei es wichtig, dass die Patientinnen und Patienten „höchst professionell und qualitativ auf höchsten Niveau“ versorgt werden, betonte Mikl-Leitner auch die Wichtigkeit der wohnortnahen Versorgung. Zentrale Säule des niederösterreichischen Gesundheitssystems seien die NÖ Landeskliniken mit ihren 27 Standorten. Niederösterreich sei ein Flächenbundesland, in dem es wichtig sei, Gesundheitsversorgung in allen Regionen anzubieten, daher habe man sich entschieden, alle Standorte aufrecht zu erhalten – es gebe sogenannte Grundversorgunghäuser und Häuser mit ganz spezifischen Schwerpunkten, so die Landeshauptfrau. „Die Landeskliniken dienen für die beste Gesundheitsversorgung direkt vor Ort, sie bringen aber auch sehr viel an Wertschöpfung“, sprach die Landeshauptfrau von einer Gesamtwertschöpfung von mehr als 2 Milliarden Euro pro Jahr, von denen 1,4 Milliarden Euro direkt in den Regionen bleiben. Außerdem seien die Kliniken „einer der wichtigsten Arbeitgeber in den Regionen“, denn dadurch würden rund 44.000 Arbeitsplätze gesichert werden. Bis ins nächste Jahr werden außerdem Neu- und Umbauten im Landesklinikum Mistelbach, der Neubau des Landesklinikums Mödling und die Erweiterung des Landesklinikums Mauer durchgeführt. Als kleinere Umbauten und Erweiterungen sprach die Landeshauptfrau die Sanierung der OP-Säle im Landesklinikum Lilienfeld bis 2019, die technische Sanierung im Landesklinikum Gmünd bis 2020 und die Neu- und Umbauten im Landesklinikum Hainburg bis 2021 an.

Universitätsklinikum St. Pölten: Eröffnung von Haus C

Mit der Errichtung von Haus C am Universitätsklinikum St. Pölten ist eine der modernsten Kliniken Europas entstanden. Vor dem Start des Vollbetriebes im März 2018 wurde das Haus C am 19. Jänner 2018 im Beisein zahlreicher Ehrengäste feierlich eröffnet.

(v.l.n.r.): PhDr. Michaela Gansch, Mag. Dr. Bernhard, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Mag. Wolfgang Sobotka, Stephan Pernkopf und Dr. Thomas Gamsjäger (Bildquelle: Landeskliniken-Holding)
(v.l.n.r.): PhDr. Michaela Gansch, Mag. Dr. Bernhard, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Mag. Wolfgang Sobotka, Stephan Pernkopf und Dr. Thomas Gamsjäger (Bildquelle: Landeskliniken-Holding)

„In St. Pölten ist ein Vorzeigeklinikum entstanden, das den Patientinnen und Patienten künftig eine medizinische Versorgung am modernsten Stand der Technik ermöglicht. Das Land Niederösterreich hat dieses Projekt kräftig unterstützt: Rund 227 Mio. Euro wurden direkt ins Haus C investiert, mehr als 510 Millionen Euro in den Gesamtausbau des Standortes“, freute sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

„Die Dimensionen von Haus C sind beachtlich. Für das Universitätsklinikum St. Pölten bedeutet die heutige Eröffnung eine Investition in die Zukunft des Gesundheitswesens. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden maßgeblich von den neuen Gegebenheiten profitieren und so die ihnen anvertrauten Patientinnen und Patienten noch besser und zeitgemäßer betreuen und versorgen können“, zeigte sich LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf beeindruckt.

„Das Haus C und Haus G wurden gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses geplant. Größtes Augenmerk wurde dabei auf die Patientenströme und die funktionelle Ausrichtung der interdisziplinären Bettenstationen, Ambulanzen und OP-Bereiche gerichtet“, so die Klinikleitung des Universitätsklinikums St. Pölten.

Auf sieben Ebenen mit knapp 60.000 m² sind unter anderem zwei Tiefgeschosse, welche rund 250 Parkplätze bieten, entstanden. In den Untergeschossen befinden sich außerdem noch die Mitarbeitergarderobe und ein großzügiger Fahrradabstellplatz.

Das Erdgeschoss bildet eine kompakte Funktionseinheit, bestehend aus Notfall- und Unfallzentrum, einem zentralen Ambulanzbereich und den Klinischen Instituten für Medizinische Radiologie und Physikalische Medizin. In der darüber liegenden Ebene sind die beiden hausinternen Klinischen Institute für Laboratoriumsmedizin sowie Hygiene und Mikrobiologie situiert.

Ebene 2 beinhaltet den Zentral-OP Gruppe C mit angeschlossenem Aufwachbereich sowie drei Intensivstationen mit je 12 Betten. In den drei darüber liegenden Ebenen befinden sich annähernd idente Bettentrakte für die Klinischen Abteilungen für Unfallchirurgie, Allgemein Chirurgie, Herzchirurgie und Neurochirurgie. Ebene 6 dient als Technikzentrale für die darunterliegenden Geschosse.

Als oberste Ebene stellt der Hubschrauber-Landeplatz mit direkter Anbindung an das Notfall- und Unfallzentrum eine schnellstmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten sicher.

Eckdaten Haus C

  • 694 Räume auf sieben Ebenen
  • Bruttofläche rund 22.500 m²
  • zwei Tiefgeschosse mit rund 250 Parkplätzen für Patientinnen und Patienten sowie Besucherinnen und Besucher
  • Unfall- und Notfallzentrum
  • Klinische Institute für Medizinische Radiologie, Physikalische Medizin, Laboratoriumsmedizin sowie Hygiene und Mikrobiologie
  • Ambulanzzentrum
  • Zentral OP Gruppe C
  • Intensivstationen
  • Bettenstationen für die Klinischen Abteilungen für Unfallchirurgie, Allgemein-Chirurgie, Herzchirurgie und Neurochirurgie
  • Technikzentrale
  • Hubschrauber-Landeplatz mit direkter Anbindung an das Notfall- und Unfallzentrum

Top- Ergebnis bei Patientenbefragung der Landes- und Universitätskliniken

Ein wesentliches Werkzeug für die NÖ Kliniken ist die regelmäßige Befragung der Patientinnen und Patienten. An 25 Standorten wurden 2017 insgesamt 250 Stationen und 18 medizinische Fächer von den Patientinnen und Patienten beurteilt. Bereits zum 12. Mal führte die NÖ Landeskliniken-Holding die große Patientenbefragung durch.

Die Patientinnen und Patienten sind mit den Angeboten und den Leistungen in den NÖ Kliniken sehr zufrieden, dass verrät zumindest die aktuelle Befragung bei der 31.790 Patienten die NÖ Kliniken mit 92,32 von 100 Punkten bewerteten.
Durch die Anregungen aus den Patientenbefragungen der letzten Jahre wurden bereits einige Maßnahmen in den einzelnen Kliniken umgesetzt:

  • Flexiblere Gestaltung der Essensausgabe (Landesklinikum Hainburg)
  • Adaptierung des Leitsystems (Landesklinikum Zwettl)
  • Einführung eines Triage-Systems im Interdisziplinären Aufnahmebereich (Landesklinikum Mödling)
  • Quick-Check-In Anmeldung für Patientinnen und Patienten mit vereinbartem Kontrolltermin (Universitätsklinikum Tulln)
  • Infomanagement: Überarbeitung der Tagesablaufinformation für Patienten (Landesklinikum Scheibbs)

3.900 zusätzliche Operationen und Behandlungen – NÖ Landes- und Universitätskliniken minimieren Wartezeiten

Im Jahr 2018 wirft Niederösterreich den Medizin-Turbo an. Es kommt zu Leistungserweiterungen, die die medizinische Versorgung in unseren Regionen stärken und die Wartezeiten auf Operationen und Behandlungen minimieren werden.

LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf bei einem Besuch im Landesklinikum Baden: (v.l.n.r.): Prim. Univ.-Prof. DDr. Thomas Klestil, Prim. Univ.-Doz. Dr. Johann Pidlich, DGKP Dagmar Botek und LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf (Bildquelle: Landeskliniken-Holding)
LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf bei einem Besuch im Landesklinikum Baden: (v.l.n.r.): Prim. Univ.-Prof. DDr. Thomas Klestil, Prim. Univ.-Doz. Dr. Johann Pidlich, DGKP Dagmar Botek und LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf (Bildquelle: Landeskliniken-Holding)

200 zusätzliche Kataraktoperationen im Landesklinikum Mödling
In der Interdisziplinären Tagesklinik am Landesklinikum Mödling werden die 16 zur Verfügung stehenden Betten unter anderem von der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie des Landesklinikums Wiener Neustadt genutzt. Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise rund 300 Lidoperationen und 1.500 operative Medikamenteneingaben ins Auge durchgeführt. Ab Herbst des heurigen Jahres wird das Angebot um Katarakt-OPs erweitert. Bis Jahresende sind 200 zusätzliche Operationen geplant.

600 zusätzliche Hüft- und Knieoperationen in ganz Niederösterreich
2016 wurden in ganz Niederösterreich 7.100 Operationen in der Orthopädie im Bereich Hüfte und Knie durchgeführt. Für das Jahr 2018 soll es zu einer Leistungserweiterung um 600 Operationen auf insgesamt 7.700 kommen. Mit dieser Maßnahme wird es zu einer Reduktion der Wartezeiten bei orthopädischen Eingriffen kommen.

250 Hand-Operationen im Medizinischen Zentrum Gänserndorf
Zur Erweiterung der medizinischen Versorgung des Raumes Gänserndorf wird im Medizinischen Zentrum Gänserndorf (MZG) ein Kompetenzbereich „Hand“ in Zusammenarbeit von plastischer Chirurgie, Orthopädie und Traumatologie etabliert.  Das MZG wird dadurch Ansprechpartner für komplizierte und anspruchsvolle Behandlungsfälle. Die Eingriffe sollen dabei tagesklinisch durchgeführt werden. Im ersten Jahr werden voraussichtlich 250 Operationen stattfinden.

550 zusätzliche Rheuma-Behandlungen im Medizinischen Zentrum Gänserndorf
Der Volksmund bezeichnet Schmerzen am Bewegungsapparat gern als „Rheuma“. So gesehen ist „Rheuma“ eine Volkskrankheit. Tatsächlich umfasst der Oberbegriff „Rheuma“ aber mehr als 400 verschiedene Erkrankungen, die sich zum Teil sehr stark unterscheiden.
Da in Mitteleuropa etwa jeder vierte Erwachsene an einer chronischen Erkrankung des Bewegungsapparates leidet, ist auch in Niederösterreich eine flächendeckende Versorgung dieser Patientinnen und Patienten von großer Bedeutung. Daher wurde 1999 das niederösterreichische Kompetenzzentrum für Rheumatologie im Landeklinikum Stockerau errichtet, das mit seinen Spezialistinnen und Spezialisten mehrere Landeskliniken betreut, um den Betroffenen eine wohnortnahe Abklärung und Behandlung zu ermöglichen.
Diese Betreuung steht ab dem 1. Quartal 2018 auch der Bevölkerung im Raum Gänserndorf zur Verfügung und wird im Medizinischen Zentrum Gänserndorf (MZG) angeboten. Im ersten Jahr werden ca. 550 Patientinnen und Patienten versorgt.

200 Katarakt-Operationen im Landesklinikum Gmünd
Um dem stark gestiegenen Patientenzustrom an der Augenabteilung des Landesklinikums Horn gerecht zu werden, plant das Landesklinikum Horn nun, einen Teil seiner Katarakt-Operationen an einer dislozierten Tagesklinik, die sich im Klinikum Gmünd befinden wird, durchzuführen. Das schafft Potential für 200 zusätzliche Operationen. Im Klinikum Horn werden 2018 zusätzlich rund 800 Katarakt-Operationen durchgeführt werden.

1.300 Untersuchungen durch neues MR-Gerät im Landesklinikum Mödling
Eine entspannte Untersuchungsatmosphäre für die Patientinnen und Patienten und optimierte Arbeitsabläufe für das medizinische Personal sind die großen Pluspunkte des neuen MR-Gerätes. Dieses steht ab sofort für alle stationären Patientinnen und Patienten aller Abteilungen des Landesklinikums Mödling zur Verfügung. Pro Jahr werden rund 1.300 Untersuchungen durchgeführt. Mit dem neuen MR-Gerät bietet das Landesklinikum seinen Patienten nicht nur kürzere Untersuchungszeiten. Bei vielen Untersuchungen kann der Kopf des Patienten außerhalb der Röhre bleiben, was besonders vorteilhaft bei Kindern oder klaustrophobischen Patienten ist. Außerdem verfügt es über ein Wechseltischsystem. Mit dem abkoppelbaren Tisch können neurologische und immobile Patienten bereits außerhalb des MR-Raumes in entspannter Umgebung gelagert und vorbereitet werden. Die Anschaffung ist vor allem ein wegweisender Schritt Richtung neue neurologische Abteilung am Landesklinikum Mödling, die 2018 in Betrieb gehen soll.